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Am 7. Juni fand für die evangelischen Schüler eine Gedächtnisfeier an Paul Gerhard statt, am 8. Juli hielt Herr Nietheim eine Vorlesung aus Roseggers Werken.
Auf Vorschlag des P. S. K., einen Tag nach den Pfingstferien dem Gedenken der Aus- landsdeutschen zu widmen, wurde der 22. Juni für Wanderungen freigegeben. Am Vortage wies St. R. Schnell durch eine Ansprache in der Aula auf die wirtschaftliche Bedeutung der Auslandsdeutschen hin. Am 15. September 1926 nahmen die Schüler an dem Vortragsabend einer steirischen, am 28. und 29. Januar 1927 an dem einer tiroler Volkskunstgruppe teil.
Ueber die Beteiligung an den Reichsjugend-Wettkämpfen siehe S. 13.
Den Verfassungstag feierte die Anstalt am 21. August. Studienrat Dr. Körber hielt die Rede.
Am 3. September veranstaltete die Schule zum ersten Male seit vielen Jahren ein Sommer- fest auf einer Wiese am Fuße der Platte. Begünstigt vom Wetter verbrachte die ganze Schüler- zahl und eine Reihe von Eltern dort den Tag bei gemeinsamen Freiübungen, Einzelaufführungen der Klassen und frohem Spiel.
Am 13. September starb in München Prof. Karl Spamer, der 40 Jahre(bis zum Jahre 1921) an unserer Anstalt gewirkt hatte und in weiten Kreisen der Stadt hochgeschätzt war. Lange Jahre nahm er an den Direktionsgeschäften teil und wiederholt hatte er den Direktor ganz zu vertreten. Sein Andenken wird bei uns nie erlöschen.
Am 21. September fand unter dem Vorsitze des Direktors die Reifeprüfung von Richard Streim statt.
Der Schulchor führte am 11. Dezember im großen Kurhaussaale in Verbindung mit dem Chor des Oberlyceums und der Studienanstalt und unterstützt vom gesamten städtischen Orchester das weltliche Oratorium von Max Bruch: Odysseus auf. Die Soli sangen Fräulein Martha Bommer und Herr Karl Köther vom hiesigen Staatstheater und die Konzertsängerin Frau Dureuil-Alzen, sowie die Herren Heinz Dahmen und Apotheker Seyberth. Nur das einträchtige Zusammenwirken des Gesanglehrers L. Barsch und des Studienrates Fritz Zech (Oberlyceum) mit dem unterzeichneten Direktor ermöglichten eine Aufführung des Werkes, die die Anerkennung der gesamten Wiesbadener Presse fand. Herrn Kurdirektor Hofrat Dr. Rauch sei auch an dieser Stelle der herzliche Dank dargebracht für die Uberlassung des Kurhauses.
Am 3. Februar hielt Studienassessor Dr. Bell aus Kassel einen Vortrag über das Deutschtum im Auslande.
Bei der Pestalozzi-Feier am 17. Februar hielt Studienrat Dr. Reichwein die Rede, in der er ein anschauliches Bild von dem Leben und Wirken des Sozialpädagogen entwarf.
Am 11. und 12. sowie am 14. und 15. März fand unter dem Vorsitze des Direktors die mündliche Reifeprüfung statt.
Den 100. Todestag L. van Beethovens beging die Schule am 26. März und verband damit die feierliche Entlassung der 35 Reifeprüflinge. Vorträge des Chores unter Gesanglehrer Barsch, sowie musikalische Darbietungen der Schüler— nur Werke Beethovens— umrahmten die Gedächtnisrede des Direktors. Er zeichnete ein Charakterbild des Menschen Beethoven und stellte den großen Tonmeister hinein in die allgemeinen Kulturverhältnisse der Zeit.


