Jahrgang 
1926
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geübt; an seine Stelle traten Torball und Handball. IHier soll nicht unausgesprochen bpleiben, dass die Teilnahme der Schüler an den allsonntäglichen Wettspielen der Sportvereine, hier und auswärts, nicht im Sinne einer planmäßiigen Körpererziehung liegt und häufig Über- treibung, Überanstrengung und Schäden in hygienischer, moralischer und erzieherischer Hinsicht zur Folge hat. Nur ein gutes Schulturnen bringt den jungen Menschen dem Er- ziehungsideal an Leib und Seele am nächsten. Die Eltern sollten in diesem Sinne auf ihre Kinder einwirken.

Gelegentlich der pädagogischen Schulturnwoche führte, trotz der Ferien, der Unter- zeichnete mit Schülern der Anstalt den Veranstaltern und Teilnehmern eine Turnstunde der höheren Knabenschule vor.

Zu den Reichsjugendwettkämpfen wurden von 120 ausgewählten Wettkämpfern 30 zugelassen, von welchen 29 als Sieger hervorgingen.

Der Gymnasialturnverein besteht trotz der schweren Zeiten und sonstiger Schwierigkeiten bereits 46 Jahre und macht unter der Führung seines eifrigen, neuen Turnwarts, des Obersekundaners Robert Wagner, erfreuliche Fortschritte; wir hoffen, in 4 Jahren ein feines 50. Stiftungsfest mit Schauturnen zu feiern. In dem Akademischen Turnverein treffen sich diealten Herren des Gymnasial-Turnvereins oft nach langen Jahren wieder, und auch hier herrscht ein frohes Turnerleben im alten Sinne der deutschen Turnkunst.

Von den 38 abgegangenen Oberprimanern erhielten 14 als Auszeichnung die Note Sehr gut.

Das Schwimmen wurde durch Trockenschwimmübungen vorbereitet und im Viktoria- bad und Rhein geübt. 154 Schüler können schwimmen, 32 gehören einem Schwimm- verein an.

Das Wandern ist merklich zurückgegangen, die Wandervogelbewegung lebt nur noch

in kleineren Gruppen. Hagelauer.

II. Die Lehrer.

a) Veränderungen im Lehrkörper.

Am 1. April 1925 trat Studienrat Ludwig Hochhuth in den Ruhestand. Vom 1. April 1887 bis 1. April 1895 hat er am staatlichen Realgymnasium in Wiesbaden, von da an volle 30 Jahre an unserer Anstalt gewirkt, besonders als evangelischer Religions- lehrer. An seine Stelle trat als Studienrat der bisherige Prorektor am Lehrerseminar in Homberg Dr. Kurt Körber). Studienrat Ludwig Zobel, der bereits am Ende des vergangenen Berichtsjahres erkrankt war, wurde im Sommerhalbjahr durch den Studien-

¹) Dr. Kurt Körber wurde am 12. April 1885 in Bad Harzburg geboren. Er besuchte das Pädagogium zum Kloster U. L. Frauen in Magdeburg, studierte nach erlangter Reife in Göttingen und Berlin evangelische Theologie und legte beide theologische Prüfungen ab. Von Ostern 1908 bis Ostern 1910 war er Hilfslehrer an der Lehrerbildungsanstalt in Wolfenbüttel. Dann studierte er in Heidelberg Geschichte und semitische Philologie und erwarb am 28. Februar 1913 in Marburg die Lehrbefähigung für Religion, Hebräisch und Geschichte. Seit dem 1. August 1911 war er als Seminarlehrer an der Lehrerbildungsanstalt in Usingen tätig, von wo er am 1. November 1913 als Seminaroberlehrer nach Frankenberg(Eder) versetzt wurde. Vom 1. Juni 1916 bis 31. Mäârz 1925 war er Prorektor in Homberg(Bez. Cassel) und wurde bei Auflösung der Lehrerbildungsanstalt am 1. April 1925 als Studienrat an unsere Anstalt versetzt.