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Auch der Verband kath. Schüler höherer Lehranstalten»Neu-Deutschland« besitzt seit 1919 in Wiesbaden eine Ortsgruppe, der im verflossenen Schuljahr 50 Schüler des Gymnasiums angehörten. Gruppenführer war Richard Streim Ua, Beirat Studienrat Dr. Jung. In jugendfrischer Art, durch Wandern und Singen, Vorträge und Heimabende wird Pflege des vaterländischen Gedankens sowie Vertiefung der religiösen Weltanschauung und sittlichen Lebensführung erstrebt. Der Beitrag beträgt jährlich 2,50 Mark, geliefert wird dafür das Verbandsorgan, die Monatsschrift»Der Leuchtturm«.
Nachdem durch den Min.-Erlass vom 21. 8. 1923 die Schulen auf die Bedeutung des Auslandsdeutschtums hingewiesen waren, wurde an unserer Anstalt nach einem Vortrag des Studienrats Schnell über das Deutschtum in Siebenbürgen und die Bedeutung der Auslandsdeutschen für die Heimat die Schülergruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslande, die schon früher gegründet war, wieder ins Leben gerufen. Sie zählt etwa 250 Mitglieder, die gegen Zahlung eines Halbjahrbeitrages von 50 Pfennigen die Zeitschrift für Jugendgruppen„Jung-Roland“ erhalten und auf diese Weise fortlaufend über die Vorgänge bei unseren deutschen Brüdern im Auslande belehrt werden.
Der seit 1918 bestehende Literatur- und Kunstverein zühlte rund 30 Mitglieder. Das Jahr wurde unter Vorsitz von Kniffler und Schumacher Ola eingeleitet durch einen Dante-Zyklus, gehalten von Studienrat Dr. Jung, der in die göttliche Komödie einführte. Es folgte sodann die Lesung moderner Dramatiker, wie Georg Kaiser, Hanns Johst, Fritz von Unruh. Im folgenden Quartal wurden mehrere Dramen Strindbergs aus verschiedenen Schaffenszeiten gelesen, sowie von Tolstoi»Licht scheinet in der Finsternis« und von Bernard Shaw»Die heilige Johanna«. Um Weihnachten schieden die Abiturienten aus dem Vorsitz aus, Böhland UIa und Fischer OIIb wurden Vorsitzende. Es wurde ein Gang durch die deutsche Novelle veranstaltet, beginnend bei Goethe, Kleist, über die Romantik zu Storm und Keller. Es folgten Wassermann und Hesse. Den Abschluss des Jahres bildeten expressionistische Novellen von Alfred Döblin und Leonbard Franck. Im Laufe des Jahres wurden Vorträge gehalten von Studienrat Dr. Reichwein über Goethe, Studienrat Sarnowski über moderne Kunstbetrachtung, Studienrat Dr. Jung über Weihnachten in der Malerei und über Reinhard Sorghe, ferner von früheren Schülern: Dr. phil. Schrank über Kleist, Referendar Hupperschwiller über den Roman als Kunstform, F. Weidmann über Hölderlin, weiterhin von dem Buchhändler H. Kempf über Georg Büchner. Die Vereinsbibliothek erhielt einen Zuwachs von etwa 15 Büchern, hauptsächlich Vorlesungslektüre des Jahres. Wie früher werden die Zeitschriften»Literatur«, Deutsche Verlagsanstalt und»Die Blätter der Bücherstube«, H. Kempf, gehalten. Protektor des Vereins ist Studienrat Dr. Reichwein.
Wie bereits erwähnt, konnten die spiel- und aufgabenfreien Nachmittage, die durch Min.-Erlass vom 29. 3. 1920 angeordnet waren, noch nicht nach Wunsch durch- geführt werden. Das wird aber im neuen Schuljahre der Fall sein. Sie haben den Zweck bei der Jugend Freude an Sport und Spiel dadurch zu heben, dass sie von häuslichen Arbeiten befreit werden. An einem Nachmittage soll sich jeder Schüler frisch und fröhlich in frischer Luft tummeln, ohne an die Anforderungen des folgenden Schultages zu denken. Auch die durch dieselbe minist. Verordnung eingerichteten monatlichen Wandertage verfolgen dasselbe Ziel, unsere Jugend körperlich zu ertüchtigen
und ihrée Freude an dér Natur zu beleben. Es fanden 4 statt, die die Schüler vornehmlich in die waldreiche Umgebung Wiesbadens und dùf die Hohlen des Taunus führten.
Der sonst eifrig betriebene Wintersport kam infolge der gelinden Witterung zu kurz. Eine Ruderriege wurde in diesem Jahre gegründet, doch ist die Entfernung vom Rhein zu gross.
Eine grössere Anzahl von Schülern war gegen Unfall versichert. Die meisten
sind jetzt bei der Hammonia, allg. Versicherungs-Aktien-Gesellschakt, Hamburg. Die Jahresprämie beträgt 1,80 Mark, dafür ersetzt die Gesellschaft während der ärztlichen


