Jahrgang 
1896
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zum Schweren fortschreitend in den Unter-, Mittel- und Oberklassen an allen Geräten geturnt, welche nach den neuen Lehrplänen für höhere Schulen vorgeschrieben sind. In den Oberklassen erfolgte auch planmälsige Pflege der Turnkür. Turnspiele wurden in allen Klassen, im Sommer sehr häufig in den letzten 20 Minuten, im Turnhofe geübt und im Winter öfters in der Turnhalle. Aulserdem wurden im Frühling und Herbst, wie seit nunmehr 15 Jahren, an Mittwoch- und Samstag-Nach- mittagen in der Zeit von 3 5 Uhr und später von 5 7 Uhr auf dem Exerzierplatz freiwillige Turnspiele vorgenommen. Die Schüler der Unterklassen besuchten diese Spielstunden zahlreich, die- jenigen der Oberklassen jedoch nur sehr wenig.(Siehe Bericht: Monatsschrift für das Turnwesen, Jahrg. 1891, Heft 8 und Zeitschrift für Turnen und Jugendspiel, Jahrg. 1892, Heft 9.) In dem 1880 gegründeten Gymnasiasten-Turnverein, dem 63 Schüler aus den Klassen Untersekunda bis Prima angehörten, wurden im Winter an 2 wöchentlichen Abendstunden Geräte- und Gerüst- übungen vorgenommen. Auſserdem haben im verflossenen Sommer 315 Schüler, also 64%, in den bei Biebrich im Rhein errichteten Schwimmanstalten und im hiesigen Augusta Nictoriabade« das Schwimmen erlernt und geübt; 211 Schüler, also 43%, konnten das Freischwimmbad besuchen. Nach den Weihnachtsferien wurde an einem Nachmittage der Unterricht ausgesetzt, damit die Schüler auch das Schlittschuhlaufen üben konnten. Güll.

b) Gesang. c) Zeichnen.

VI. 2 St. Das Notwendigste aus der allgemeinen Musiklehrg; rhythmische, melodische und dy- namische UÜbungen; ein- und zweistimmige Lieder; Choräle.

V. 2 St. Wiederholung und Erweiterung des Sexta- Pensums; Tonleitern und Intervalle; zwei- und dreistimmige Lieder; Choräle.

Allgemeiner Chor IV. 2 St. Chöre verschiedener Art für gemischte Stimmen und Männerchor.

Paul.

Über den allgemeinen verbindlichen Zeichenunterricht ist bei den Klassen V, IV, III2 und IIII das Nötige bemerkt. Der für die Klassen II und I. eingerichtete wahlfreie Zeichenunterricht wurde durch den Zeichenlehrer Schmidt erteilt. Es nahmen im Sommer 24 und im Winter 15 Schüler daran teil.

Zeichnen nach Gipsmodellen und Körpergruppen mit vollständiger Ausführung in Wisch- und Tusch-

manier. Elemente der Projektionslehre und malerischen Perspektive. Griechische Kunst- formen. Schmidt.

II. Verfügungen der Behörden.

Das Königl. Provinzial-Schulkollegium übermittelte unter dem 10./5. 1895 einen Ministerial- Erlals betr. die jährliche Feier des Gedenktags der Reformation.

Das P. S. C. empfiehlt die Anschaffung von Lindners Geschichte des französischen Kriegs

und der Begründung des Reichs.

Das P. S. C. übermittelte unter dem 15./6. einen Minister.-Erlafs betr. Teilnahme an nicht-

erlaubten Schülerverbindungen.

Das P. S. C. machte am 5./7. auf die bevorstehenden naturwissenschaftlichen Ferienkurse

aufmerksam, sowie auf den Turnkurs in Bonn.

Das P. S. C. empfiehlt die Anschaffung von Marcinowski& Frommel»Bürgerrecht und

Bürgertugende=, von Mahan Einfluſs der Seemacht auf die Geschichte«, von L. Schneider-Aus dem Leben Kaiser Wilhelms I.«, des Archäologischen Anzeigers, der Denkmäler griechischer und römischer Skulptur in Photographieen, der photographischen Nachbildung von Anton Werners Kaiserproklamation, von Röchling& Knötel ⸗Der alte Fritz in 50 Bildern« und schenkt von Gemts»Die Schulorthographie v. J. 1880 und die deutsche Presse in der Gegenwart« 1 Expl. für die Bibliothek.

Das P. S. C. übermittelte unter dem 25./7. den unter VII abgedruckten Erlals.