— 16—
Jüdischer Religionsunterricht.
An dem für die jüdischen Schüler des Gymnasiums und des Realgymnasiums seit Ostern 1885 eingerichteten Religions-Unterrichte(vergl. Progr. v. J. 1886, S. 11) haben im abgelaufenen Schul- jahre von den Schülern des Gymnasiums in der oberen Abteilung 9, in der unteren 7 Schüler teilgenommen.
Die obere Abteilung(I— III 1) unterrichtete der Stadt- und Bezirksrabbiner Dr. Silberstein, die untere(III— VI) der Religionslehrer Heinemann.
Durchgenommene Lehrpensa:
Abteilung I: 2 St.— Lesen und Erklärung der Pro- pheten Jesaias und Jeremias, sowie des Buches Hiob.— Vom babylonischen Exil bis zu den Herodäern.
Silberstein.
Abteilung II: 2 St.— Biblische Geschichte: Thorah, Josua, Richter. Könige von Juda, Daniel, Esra und Nehemjah.
Religionslehre: Pflichtenlehre, Glaubenslehre bis zum III. Glaubenssatze. Heinemann.
Mitteilungen über Turnen und technischen Unterricht.
a) Turnen.
Die Anstalt besuchten im Sommer 452 und im Winter 439 Schüler. Von diesen waren befreit:
Vom Turnunterricht überhaupt:
Von einzelnen UÜbungsarten:
Auf Grund ärztlichen Zeugnisses Aus anderen Gründen
im Sommer 25, im Winter 22, im Sommer 3, im Winter 3,
im Sommer 3, im Winter 2, im Sommer—, im Winter—,
zusammen also von der Gesammtzahl der Schüler
im Sommer 28, im Winter 25,
im Sommer 6%, im Winter 5 ⁄½%,
im Sommer 3, im Winter 3,
—
ungefähr ½%.
Es bestanden bei 13 getrennt zu unterrichtenden Klassen 13 Turnabteilungen; zur kleinsten von diesen gehörten 21, zur grölsten 63 Schüler. Es waren im Sommer wöchentlich insgesamt 31 und im Winter 26 Stunden angesetzt. Den Turnunterricht erteilten:
Dr. Thomae, Oberlehrer am Königlichen Gymnasium in IV.
Spamer, ⸗ IIIIla Pb. Dr. Heil,* 8 8« III2a. Wende 8 ⸗ ⸗ 8 VI. Güll, Lehrer* 8* V; III 2 b; II2a; IIla+b;
I2 a+ b; Ila†b.
Müller, wissenschaftl. Hilfslehrer am Kgl. ⸗« II2b.
Da die Turnhalle zugleich auch vom Königlichen Realgymnasium benutzt wird und dadurch in diesem verhältnismälsig kleinen Raume wöchentlich 48 Turnstunden gegeben werden, während der mitbenutzte, vor der Halle liegende sehr kleine Turnhof nur 432 qm Spielfläche hat, so entsprechen beide bei weitem nicht den Anforderungen, welche an das heutige Schulturnen gestellt werden. Es konnten daher, trotz der Kombination einiger Klassen, nur im Sommer in den Unterklassen die vor- schriftsmälsigen 3 Turnstunden erteilt werden; aber auch dies war nur dadurch zu ermöglichen, daſs in 6 Stunden wöchentlich zu gleicher Zeit 2 Klassen turnten, wobei die eine in der Turnhalle und die andere im Turnhofe beschäftigt wurde. Zum Glück befinden sich Turnhalle und Spielplatz in


