Jahrgang 
1895
Einzelbild herunterladen

C. B: Homers Ilias, B. 1, 2, 11, 12 16; Platos Laches und Euthyphron; Extemporieren aus Xeno- phons Cyropädie. Flach.

Schriftliche Ubungen: Alle 4 Wochen eine Uber- setzung aus dem Griechischen in das Deutsche. Grammatische Wiederholungen.

C. A: Bis Pfingsten: Müller, dann Fritze. C. B: Flach.

5. Französisch: 2 St. a) Grammatik: Zusammen- fassende Wiederholungen, alle 14 Tage eine Uber- setzung aus dem Französischen oder ein Diktat.

C. A: Unverzagt. C. B: Mosheim.

b) Lektüre: C. A: Molière: Le Bourgeois Gentilhomme; Sarcey: Le Siège de Paris. Unverzagt.

C. B: V. Hugo: Hernani; Thiers: Napoléon à St. Hélène. Sprechübungen. Mosheim.

6. Hebräisch(wahlfrei): 2 St.(zusammen mit I, 1).

Die schwachen Nomina und das Wichtigste aus

der Lehre vom schwachen Verbum mündlich und schriftlich eingeübt. Gelesen wurden mehrere Abschnitte aus der Genesis. Spiefs.

7. Englisch(wahlfrei): 2 St. a) Grammatik: Wieder- holung einzelner Kapitel aus Gesenius I. Extem- poralien und Diktate.

b b) Lektüre: Marryat: The Children of the New Forest; Tales and Sketches I. Sprechübungen. Unverzagt.

8. Geschichte: 3 St. Im Winter A und B zusammen. Die epochemachenden weltgeschichtlichen Ereig- nisse vom ersten Auftreten deutscher Stämme bis zum westfälischen Frieden.

Im Sommer: Thomae. Im Winter: Fischer.

9. Mathematik: 4 St. a) Arithmetik und Algebra: Arithmetische und geometrische Reihen; Zinses- zins- und Rentenrechnung.

b) Geometrie. Repetitionen aus der Planimetrie und ebenen Trigonometrie. Stereometrie. C. A: Klau. C. B: Seipp.

Physik: 2 St. Die Lehre von dem Gleichgewicht und der Bewegung der Körper. Die Lehre vom Schall. C. A: Klau.

C. B: Seipp.

10.

Obersekunda.

Ordinarien: Cötus A: Oberlehrer Schlaadt. Cötus B: Professor Dr. Adam.

1. Religionslehre: 2 St. a) Epangelische. Gelesen und erklärt wurden die Apostelgeschichte und der Galaterbrief. Kirchenjahr. Sprüche. Lieder. Ausgewählte Abschnitte aus der Kirchengeschichte, besonders Luthers Leben.

Lohr. Von Pfingsten bis Herbste Becker.

9

b) Katholische(zusammen mit II, 1 des R.-G.) Kirchengeschichte nach Wedewers Grundriſs, V. Auflage. Wedewer.

2. Deutsche Sprache: 3 St. C. A: Gelesen und erklärt wurden: Schillers kulturhistorische Ge- dichte: der Spaziergang, Klage der Ceres, das Eleu- sische Fest, Schillers Wallenstein, Goethes Götz von Berlichingen. Die höfische Epik und Lyrik und Proben aus dem Urtext des Nibelungenliedes und einige leichtverständliche Lieder Walters von der Vogelweide. Übersicht über die Geschichte der deutschen Sprache und ihre verwandtschaft- lichen Beziehungen zu den übrigen indogermani- schen Sprachen. Zusammenfassender Rückblick auf die Arten der Dichtung. Vorträge nach eigenen Ausarbeitungen. Memoriert wurde Schillers Eleusisches Fest. Wiederholung der in II 2 ge- lernten Gedichte.

Themata der Aufsätze:

1. Welchen Gang hat die menschliche Kultur nach Schillers Spaziergang genommen?

2. Ans Vaterland, ans teure, schliefs' dich an; das halte fest mit deinem ganzen Herzen.

(Chrie.)

3. Welche Vorwürfe macht Questenberg in der Audienzscene dem Wallenstein, und wie rechtfertigt sich dieser dagegen?

4. Was ist geeignet, Wallenstein in seinen Plänen zu bestärken, und was, ihn zurück-

. zuhalten?(Nach Schillers Piccol. II.)

5. Was läfst sich für und wider den Ausspruch Ovids sagen: differ; habent parvae commoda magna morae?

6. Im Leben ist Vergessen nicht die letzte Tugend.(Klassenarbeit.)

7. Inhaltsangabe des Schillerschen Dramas Wallensteins Tod.(Klassenarbeit.)

8. Gutta cavat lapidem. non vi sed saepe ca- dendo.(Chrie.)(Klassenarbeit.) Flach.

C. B: Gelesen und erklärt wurden: Schillers kulturhistorische Gedichte, Klage der Ceres, Herku- lanum und Pompeji; ferner: Wallenstein, Herders Cid, Goethes Götz von Berlichingen; im An- schlufs an die Lektüre wurden einige Abschnitte der Litteraturgeschichte besprochen, ebenso die wichtigsten Kapitel der Poetik. Im Sommer wurden die wichtigsten Abschnitte des Nibelungen- liedes vom Lehrer vorübersetzt und erklärt. Die Sagenkreise; höfische Epik und Lyrik. Walter von der Vogelweide. Übersicht über die indo- germanischen Sprachen und deren verwandtschaft- liche Beziehungen. Entstehung des ahd, mhd- und nhd. Lautverschiebung, Vokalbrechung und Umlaut durch typische Beispiele erläutert. Prosa- lektüre nach der bei Cotta erschienenen Auswahl aus Schiller. Zusammenfassende UÜbersicht über die Arten der Dichtung; Tropen und Figuren. In jedem Tertial eine kleinere Arbeit.(Extem- porale.) Memoriert wurden einzelne Abschnitte des Gelesenen, wiederholt die in Untersekunda gelernten Gedichte. Vorträge über ältere und neuere vaterländische Dichter und deren Werke. Grundzüge der Dispositionslehre.

2