Jahrgang 
1895
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Unterprima.

Ordinarien: Cötus A: Professor Müller bis Pfingsten,

dann Professor Fritze. Cötus B: Professor Dr. Flach.

1. Religionslehre: a) Eoangelische. C. A und B

kombiniert. 2 St. Kirchengeschichte unter Be- schränkung auf die für die kirchlich-religiöse Bildung der evangelischen Jugend unmittelbar bedeutsamen Stoffe: das Judenchristentum, die Paulinische Auffassung der Person und des Werkes Christi, Augustinus, Pelagius, die Entwickelung der römisch-katholischen Kirche, die Reformation und deren Vorbereitung, die wichtigsten Richtungen in der Fortentwickelung der evangelischen Kirche. Erklärt wurden: der Brief des Apostels Paulus an die Galater und der Brief des Jakobus. Gelegentliche Wiederholungen früher durchge- nommener Teile der Religionslehre. Spieſs.

b) Katholische.(Zusammen mit I, 1.)

2. Deutsche Sprache: 3 St. C. A: Lebensbilder

aus der deutschen Litteraturgeschichte vom Be- ginn des 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in knapper Darstellung, Vorträge der Schüler über Leben und Werke deutscher Dichter nach eigener Ausarbeitung. Lektüre: Ausgewählte Oden Klopstocks, Lessings Laokoon, Schillers und Goethes Gedankenlyrik, Schillers Braut von Messina, Goethes Iphigenie auf Tauris, mehrere Gedichte Walters von der Vogelweide. Privatim wurden gelesen und in der Schule durchgesprochen: das Nibelungenlied, die Gudrun und Parzival. Auswendig gelernt wurden mehrere Chorlieder aus Schillers Braut von Messina, der Anfangs- monolog aus Goethes Iphigenie und Klopstocks Frühlingsfeier. Wiederholung der in Obersekunda gelernten Gedichte. Das Wichtigste aus der Dispositionslehre und Stilistik. Die verschiedenen Arten der Dichtung. Fünf häusliche und drei Klassenaufsätze. In jedem Tertial eine kleinere Klassenarbeit.

Themata der Aufsätze:

Die Elemente hassen das Gebild der Menschenhand.(Klassenaufsatz.) 2. Hochmut kommt vor den Fall.

3. Warum und auf welche Weise tötet Hagen 4

den Siegfried?

.. Warum durfte der Dichter, aber nicht der Künstler den Laokoon schreiend darstellen? (Nach Lessings Laokoon.)

5. Inwiefern kann man den Menschen den Herrn der Natur nennen?(Klassenaufsatz.) 6. Wie kommt die Versöhnung zwischen Don Manuel und Don Cesar zustande?(Nach Schillers Braut von Messina.) 7. Wodurch verschulden Don Manuel und Don Cesar ihren Untergang?. 8. Das Geld ist ein guter Diener, aber ein schlimmer Herr.(Klassenarbeit.) 5 Schlaadt. C. B: Ubersicht über die alte und mittlere Zeit der deutschen Litteratur; Lebensbilder aus der deutschen Litteraturgeschichte vom Beginn

des 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in knapper Darstellung. Vorträge der Schüler über Leben und Werke deutscher Dichter nach eigener Ausarbeitung. Lektüre: Altdeutsche Sprach- roben; Abschnitte aus den Epikern, besonders Datas eine Auswahl aus Walter von der Vogel- weide, Hans Sachs u. a.; einige Oden Klopstocks, Shakespeares Julius Cäsar; Lessings Laokoon; Schillers Maria Stuart und Braut von Messina; Goethes Iphigenie und Zueignung; Herders Cid. Wiederholung der in Obersekunda gelernten Ge- dichte; memoriert wurden Goethes Zueignung, Abschnitte aus Goethes und Schillers Dramen. Poetik im Anschlufs an die Lektüre. Das Wichtigste aus der Dispositionslehre und Stilistik. Fünf häusliche und drei Klassenaufsätze, kleinere Abhandlungen aus dem den Schülern im Unter- richte eröffneten Gesichtskreise. Drei kleinere Klassenarbeiten.

Themata der Aufsätze:

1. a) O6ρ ποοπνꝙναιμ⁶ν ππαην⁶ε. r9

) Audentes Koetana juvat. Chrie.

2. a) Hannibal und Scipio, die beiden grölfsten

Männer ihres Zeitalters. b) Wodurch erweckt Hannibal unsere Be- wunderung?(Klassenaufsatz.)

3. Welches sind die Grenzen zwischen Malerei und Poesie? Nach Lessing.

4. Wo viel Licht, da ist viel Schatten.

5. Was stellt sich dem Entschlusse Don Cesars, durch den eigenen Tod seine Schuld zu sühnen, entgegen?(Klassenaufsatz.)

6. Inwiefern verherrlicht Goethe in seiner Iphigenie die Vaterlandsliebe?

7. Was gehört zur wahren Bildung?

8. Die Verhältnisse am Hofe der Königin Elisabeth, nach Schillers Maria Stuart. (Klassenaufsatz.) Spiefs.

3. Lateinisch: 6 St. Lektüre: a) poetische: C. A

und B: 2 St. Horaz Oden, Buch III und IV. Epode 7. Satir. I, 1 und 9. Metrik.

Im Sommer: Paehler. Im Winter: C. A: Fritze, C. B: Flach.

b) prosaische: 3 St. C. A: Ciceros Briefe (Auswahl); Tacitus' Germania. Extemporieren aus Livius, B. 31 und 32.

Bis Pfingsten: Müller, dann Fritze.

C. B: Ciceros Briefe(Auswahl); Tacitus' Annal. B. I und II. Extemporieren aus Livius B. 7 9. Flach.

Schriftliche UÜbungen: C. A u. B: 1 St. Alle 14 Tage ein Extemporale, Exercitium oder eine Ubersetzung aus dem Lateinischen in das Deutsche; bisweilen eine lateinische Inhaltsangabe von einem gelesenen Abschnitte. Mündliche UÜbungen und Wiederholungen.

C. A: Bis Pfingsten: Müller, dann Fritze. C. B: Flach.

4. Griechisch: 6 St. Lektüre: C. A: Homers

Ilias, B. 1 12; Platos Apologie und Kriton; Extemporieren aus Xenophons Cyropädie. Bis Pfingsten: Müller, dann Fritze.