Jahrgang 
1910
Einzelbild herunterladen

ÖÖgê

Gräter wurde von der mündlichen Prüfung befreit. Am 3. April wurde das Schuljahr 1908/09 mit der Zenſur und Verſetzung geſchloſſen.

Am 19. April 1909 fanden die Aufnahmeprüfungen für das neue Schuljahr 1909/10 ſtatt. Am 20. April wurde das neue Schuljahr eröffnet. Vom 10. bis 23. Mai war Herr Oberlehrer Freybe beurlaubt, um an einem geolo⸗ logiſchen Kurſus teilzunehmen.

Am 19. Mai beehrte Herr E. Chancrin, Direktor der Acker⸗ und Weinbauſchule in Beaune, Cote-d' Or, Frankreich, die Schule mit ſeinem Beſuch und wohnte einigen Lehrſtunden und einer Seminarſitzung bei.

Vom 29. Mai bis 2. Juni dauerten die Pfingſtferien.

Vom 3. bis 6. Juni war der wiſſenſchaftliche Hülfslehrer Herr Dr. Heylbeurlaubt, um an einem Kurſus für Pflanzenkrankheiten in Geiſenheim teilzunehmen.

Am 8. und 9. Juni fand hier das Guſtav⸗Adolfs⸗Feſt für den Rgbz. Wiesbaden ſtatt. Mehrere Lehrer und alle evangeliſchen Schüler beteiligten ſich an dem Feſtzuge und dem Kirchgange.

In den vom 2. Juli bis 2. Auguſt dauernden Sommerferien fanden in der Schule be⸗ deutende bauliche Veränderungen ſtatt. Es wurde ein neuer Abort angelegt und die bis herige Direktorwohnung zur Aufnahme der bisher in unzureichenden Räumen untergebrachten Bibliotheken eingerichtet.

Vom 5. bis 24. Auguſt war Herr Oberlehrer Saller aus Bitburg hier, um an zahl reichen Lehrſtunden teilzunehmen und ſich über die Anwendung der Herbert-Ziller'ſchen Me⸗ thode zu informieren.

Vom 9. Auguſt bis 11. September fand der 31. Fortbildungskurſus für Elementar⸗ lehrer ſtatt.

Am 12. Auguſt fiel des Kirchweihfeſtes wegen der Unterricht aus.

Zur Abgangsprüfung für das Sommerhalbjahr waren 4 Schüler der I. Klaſſe zu⸗ gelaſſen. Vom 23. bis 27. Auguſt fand ihre ſchriftliche Prüfung ſtatt, deren Themata folgende waren:

Deutſcher Aufſatz: Warum feiern wir das Sedanfeſt?

Franzöſiſche Arbeit: Überſetzung eines franzöſiſchen Stückes ins Deutſche und eines deutſchen ins Franzöſiſche.

Mathematiſche Aufgaben: a) Mit einem gegebenen Radius einen Kreis zu beſchreiben, welcher auf

einer der Lage nach gegebenen Geraden und in einem der Lage und Größe nach gegebenen Kreiſe Sehnen von

gegebener Größe abſchneidet:

b) Vu⸗ W+ 1= 17 11x= 2+ 1Nr+ 1=23.

c) Die Seiten der Grundfläche einer 1m 9 em hohen Baſaltſäule ſind AB⸗20 cm, BC⸗ 12 cm, CD-ITem, DE⸗l8 em, EA⸗20 cm, die Diagonale Ab iſt 26 cm, die Diagonale B0 24 cm lang. Wieviel wiegt die Säule? p'⸗2,66. d) Wie hoch muß der Fettgehalt einer Milch ſein, wenn zur Herſtellung von 1 kg Butter 181 Milch genügen?(Spez. Gew. 1,031 und Fettgehalt der Butter 84%, Ausbutterung 97%, Aus⸗ rahmung 94%). Naturwiſſenſchaftliche Arbeit: Wodurch verderben und wie erhält man Metallgeräte? Landwirtſchaftliche Arbeit: Beſchreihung und Wert der in Heſſen⸗Naſſau übliche Feldſyſteme. Am 9. September folgte die mündliche Prüfung unter dem Vorſitz des Herrn Re⸗ gierungs⸗ und Schulrats Below aus Wiesbaden als Kommiſſars der Kgl. Regierung. Als Vertreter des Kuratoriums fungierte Herr Domänenpächter Knapp von Hof Gnadenthal. Alle 4 Prüflinge wurden einſtimmig für beſtanden erklärt. Ihre Namen ſind folgende: 344. Peter Kober, Sohn des Weingutsbeſitzers Philipp K. zu Rheindiebach, Kreis St. Goar, geb. 26. März 1888, aufgenommen in IV Oſtern 1906. 345. Friedrich Wolfram, Sohn des verſt. Gutsbeſitzers Karl W. zu Albshauſen, Kr. Melſungen, geb. 20. Jan. 1891, aufgenommen in V Herbſt 1903. 346. Wilhelm Heyne, Sohn des Metzgermeiſters Adolf H. in Weilburg, geb. 10. April 1893, aufgenommen in V Oſtern 1903.