Jahrgang 
1910
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Chronik.

Aus dem Schluſſe des Schuljahres 1908/09 iſt folgendes nachzutragen.

Vom 28. Februar bis 6. März 1909 war der Direktor beurlaubt, um an der jährlichen Reviſion der landwirtſchaftlichen Winterſchulen des Regbz. Kaſſel teilzunehmen.

Die ſchriftliche Entlaſſungsprüfung für das Winterhalbjahr 1908/9 fand vom 2. bis 6. März ſtatt. Die Themiata waren folgende:

Deutſcher Aufſatz: Welche Fürſten haben vornehmlich Preußens Größe geſchaffen?

Franzöſiſche Arbeit: überſetzung eines franzöſiſchen Stückes ins Deutſche und eines deutſchen ins Franzöſiſche.

Mathematiſche Aufgaben: a) Eine Chauſſeewalze beſteht aus einem 18 em dicken Eiſenmantel von 1,54 m äußerem Durchmeſſer und 1,48 m Länge. Welches Gewicht hat die Walze, wenn für die Armatur 3% vom Gewicht hinzukommen und das ſpez. Gewicht des Eiſens 7,4 beträgt? b) Eine Fläche Land ſoll aufgeſorſtet werden und iſt zu dieſem Zweck in mehrere Parzellen geteilt. Auf jede Parzelle ſoll eine beſtimmte Anzahl Bäume kommen. Wollte man auf die Parzelle 4 Reihen mehr und in jede Reihe 6 Bäume mehr bringen, ſo würde die Parzelle 364 Bäume mehr enthalten als vorher. Wollte man dagegen auf jede Parzelle 3 Reihen weniger und in die Reihe 4 Bäume weniger bringen, ſo würden auf die Parzelle 288 Bäume weniger kommen. Wieviel Reihen ſollen urſprünglich auf die Parzelle und wiediele Bäume in jede Reihe gebracht werden? c) Zwei Grundſtücke, die zuſammen ein Rechteck NO Pg bilden, ſtoßen in der zweimal gebrochenen Grenze AB CD zuſammen. Dieſe Grenze ſoll in eine gerade Linie verwandelt werden, welche auf den ge⸗ meinſamen Seiten NO und PC ſenkrecht ſteht. d) Eine Wieſe von 26 Mg. ſoll auf 1 ha eine N⸗Gabe von 18 kg in Form von guter Jauche erhalten. Wieviel Fäſſer von je 750 1 ſind anzufahren?

Naturwiſſenſchaftliche Arbeit: Die oberen Geſteinsdecken der Weilburger Gegend und ihre Be⸗ deutung für den Alkerbau.

Landwirtſchaftliche Arbeit: Wie hat der Landwirt vorzugehen, um vom zeitigem Frühjahr bis zum ſpäten Herbſt über reichliche Menge von Grünfutter zu verfügen?

Am 29. März folgte die mündliche Entlaſſungsprüfung, bei welcher als Kommiſſar der Königl. Regierung Herr Regierungs⸗ und Schulrat Below von Wiesbaden, als Vertreter des Kuratoriums Herr Domänenpächter Knapp von Hof Gnadenthal fungierten.

Folgenden 11 Prüflingen wurde einſtimmig das Zeugnis der Reife zuerkannt:

333. Friedrich Gräter, Sohn des Landwirts Friedrich G. zu Brachbach, Oberamts Hall, Württemberg, geb. 6. Okt. 1882, aufgenommen in II 7. Jan. 1908;

334. Chriſtian Rompf, Sohn des Bahnwärters Philipp R. in Eſſershauſen, Ober⸗ lahnkreis, geb. 15. Aug. 1889, aufgenommen in N 5. Jan. 1905;

335. Reinhard Hoch, Sohn des Landwirts Karl H. zu Engelſtadt, Kr. Bingen, geb. 17. Juni 1892, aufgenommen in V Oſtern 1904;

336. Emil Müller, Sohn des Kaufmanns Heinrich M. in Löhnberg, Oberlahnkreis, geb. 20. Aug. 1891, aufgenommen in V Oſtern 1902;

337. Wilhelm Schmidt, Sohn des verſt. Färbers Wilhelm Sch. zu Weilburg, geb. 3. Febr. 1890, aufgenommen in V Oſtern 1901; 3

338. Wilhelm Moſer, Sohn des Bauunternehmers Wilhelm M. zu Weilburg, geb. 29. Nov. 1894, aufgenommen in N Oſtern 1904;

339. Auguſt Knapp, Sohn des Landwirts Auguſt K. zu Dauborn, Regbz. Wies⸗ baden, geb. 12. Jan. 1891, aufgenommen in IV Herbſt 1904;

340. Albert Rau, Sohn des Mühlenbeſitzers Georg R. zu Braunfels, geb. 1. Aug. 1891, aufgenommen in V Oſtern 1903;

341. Erwin Ikier, Sohn des verſt. Gutsbeſitzers Waldemar J. zu Fitzerie, Kr. Czar⸗ nikau, Rgbz. Bromberg, geb. 24. März 1890, aufgenommen in IV Oſtern 1905;

342. Otto Ringsdo rf, Sohn des Landwirts Otto R. in Ahauſen bei Weilburg, geb. 9. Aug. 1891, aufgenommen in V Oſtern 1904;

343. Wilhelm Sing hof, Sohn des Uhrmachers Karl S. zu Weilburg, geb. 16. Aug. 1892, aufgenommen in V Oſtern 1902.

A

3*½