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2. Satire des Perſius“ hatte er 1870 in Fleckeiſens Jahrbüchern veröffentlicht.— Um ſeiner Militärpflicht zu genügen, trat er am 1. October 1863 als Einjährig⸗Freiwilliger beim Garde⸗ Füſilier⸗Regiment in Berlin ein und gehörte als ſolcher während des Krieges gegen Dänemark eine Zeit lang zur Beſatzung der Inſel Rügen. Im Sommer 1866 zuerſt als Unterofftzier, ſpäter als Offizier bei dem 32. Regiment eingezogen, nahm er Theil am Feldzuge der Main⸗Armee und an den Gefechten bei Hammelberg, Helmſtadt und Uettingen; bei Helmſtadt erwarb er ſich das Mili⸗ tär⸗Ehrenzeichen II. Cl. Im Kriege gegen Frankreich, den er bei dem 72. Regiment mitmachte, wurde er in der Schlacht bei Mars-la⸗Tour leicht verwundet und erhielt für ſeine Betheili⸗ gung an derſelben das Eiſerne Kreuz II. Cl. Seit dem vorigen Herbſt iſt er Premier⸗Lieu⸗ tenant der Landwehr⸗Infanterie und Inhaber der Landwehr⸗Dienſtauszeichnung II. Cl.
Richard Oertel wurde am 12. Februar 1840 zu Sobernheim im Kreiſe Kreuznach geboren. Seine Schulbildung erhielt er zuerſt auf dem Progymnaſium ſeiner Vaterſtadt, dann auf dem Königl. Gymnaſium zu Kreuznach, von welchem er im Herbſte 1860 mit dem Zeugnis der Reife entlaſſen wurde. Er ſtudirte demnächſt vier Semeſter zu Bonn, dann zwei Semeſter zu Heidelberg, zuletzt wieder ein Semeſter zu Bonn, Theologie und Philologie. Die beiden theologiſchen Prüfungen: pro licentia concionandi und pro ministerio legte er, erſtere im Herbſt 1864, letztere im Frühjahr 1866 zu Coblenz ab. Behufs ſpecieller Studien hielt er ſich noch bis Herbſt 1867 in Heidelberg auf und wurde dann im Juni 1868 von der evangeliſch⸗theologiſchen Facultät zu Bonn zur Licentiatenwürde promovirt. Mittler⸗ weile war er von November 1867 bis Oſtern 1868 und darauf im Sommerſemeſter 1868 zwei Monate mit Genehmigung der hohen vorgeſetzten Behörde in Stellvertretung eines er⸗ krankten Lehrers am Königl. Gymnaſium zu Wiesbaden thätig und hatte ſich während dieſer Zeit zum Examen pro facultate docendi gemeldet. Allein längeres körperliches Leiden machte es ihm unmöglich, ſich dieſer Prüfung in der geſetzlich vorgeſchriebenen Friſt zu unterziehen. Er legte dieſelbe erſt im Frühjahr 1870 zu Bonn ab und trat dann mit dem Beginn des neuen Schuljahres zu Oſtern als Probecandidat bei dem Königl. Gymnaſium zu Wiesbaden ein, an welchem er vom 1. April 1871 ab als Hilfslehrer in Thätigkeit blieb und im Frühjahr 1872 zum ordentlichen Lehrer und evangeliſchen Religionslehrer ernannt wurde. Durch Verfügung des Königl. Provinzial⸗Schulcollegiums zu Caſſel vom 20. April 1876, wurde er an das Gymnaſium zu Weilburg verſetzt.
Gegenwärtiger Perſonalbeſtand des Lehrercollegiums. 1) Director: E. Bernhardt. 2 1. Oberlehrer: Profeſſor Ad. Schenck.
3) 2.„.„ H. W. Stoll. 4) 3.„ K. Ebhardt. 5) 4.„ W. Becker. 6) 1. Gymnaſiall.: vacat. 7) 2.„ Gropius(comniſſ.) 8) 3.„ K. Schenck. 9) 4.„ Fr. Wöll. 10) 5. Lic. R. Oertel.
11) Hilfslehrer: H. Sauer.
12)„ Ad. Brückel.
13) Pfarrer und Schulinſpector Stein, kath. Religionslehrer. 1*


