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Zum Schluß ſei noch bemerkt, daß mit Ablauf des Schuljahrs auch Herr Prof. Schenck aus dem Collegium ausſcheidet, der von dem 1. October l. J. an nach 50 jähriger Dienſtzeit auf ſeinen Antrag penſionirt worden iſt.
Unterricht.
Der allgemeine Lehrplan iſt derſelbe geblieben, wie im vorhergehenden Schuljahr, nur daß die eine Stunde philoſophiſche Propädeutik in Prima fürs erſte wegfiel.
Dagegen machte der Wechſel im Lehrercollegium mehrmals Verändernngen in der Stun⸗ denvertheilung nothwendig, wie ſich aus den unten folgenden Tabellen für Winter⸗ und Som⸗ merſemeſter ergiebt. Da nämlich für den ausgeſchiedenen Herrn Prof. Krebs kein neuer Lehrer eintrat, ſo mußten ſeine Stunden unter andere Lehrer vertheilt werden, und zwar waren es die 6 Ordinarien, die in Folge des mehr belaſtet wurden. Einer derſelben, Herr R. Gropius, übernham außer dem Ordinariat der IV. auch noch das der IIb. Unter ſolchen Umſtänden war es denn auch nicht möglich, der Combination der beiden Tertia in den Hauptfächern, zu deren Beſeitigung im Winter durch Trennung der Stunden für griechiſche Lectüre der Anfang gemacht war, ein Ende zu machen; im Gegentheil mußte die Combination im Griechiſchen während des Sommerſemeſters wieder hergeſtellt und eine noch weitergehende Combination, die ſich in einigen Fächern auch auf die beiden Secunda erſtreckte, angeordnet werden.
Ein weiterer Uebelſtand war der, daß ſowohl das Winter⸗ wie das Sommerſemeſter mit einem proviſoriſchen Stundenplan begonnen werden mußte, und noch einzelne Stö⸗ rungen durch Erkrankung und Beurlaubung mehrerer Lehrer dazu kamen; wie denn z. B. Herr R. Gropius vom 12.—17. Juni zu militäriſchen Uebungen eingezogen war.
Erfreulicher iſt zu berichten, daß der Turnunterricht regelmäßiger und erfolgreicher betrieben werden konnte als früher. Der Dank dafür gebührt zum großen Theil dem hieſigen Bezirks⸗Commandanten Herrn Oberſt Kruſe, durch deſſen gütige Vermittelung es gelang, in der Caſerne ein proviſoriſches Turnlokal zu unentgeltlicher Benutzung zu gewinnen, das eine ausgedehntere Betheiligung der Schüler und eine größere Abwechſelung in den Uebungen möglich machte. Jede Claſſe wurde wenigſtens 2 Stunden die Woche geübt und die Dispen⸗ ſation nur auf Grund eines ärztlichen Atteſtes gewährt.
Um den für das ganze Schulleben ſo überaus wichtigen Geſangunterricht zu heben, wurden die Dispenſationen auch hier möglichſt beſchränkt und aus den fähigeren Schülern ein beſonderer Männerchor gebildet.
Dispenſation von dem Religionsunterricht hat kein Schüler nachgeſucht. Vom Griechiſchen darf nach einer Verfügung Königlichen Provinzial⸗Schulcollegiums(ſ. u.) überhaupt an unſrer Anſtalt nicht mehr dispenſirt werden.
Am engliſchen Unterricht betheiligten ſich im ganzen 14, am facultativen Zeichen⸗ unterricht 8 Schüler der oberen Claſſen. Ich kann die Gelegenheit nicht vorübergehen laſſen, ohne mein Bedauern darüber auszuſprechen, daß ſo wenige die gute Gelegenheit, in dieſen Fächern ſich auszubilden, benutzen.
Am Hebräiſchen nahmen 5 Schüler Theil.


