Herr Dr. Liſt in Uſingen ſchenkte für die Biologieſammlung einen Blut⸗ druckmeſſer.
Die Schule ſpricht den gütigen Spendern ihren wärmſten Dank aus.
3. Der Kreisausſchuß des Kreiſes Uſingen ſtellte wiederum 900 Rℳ bereit, um würdigen und bedürftigen Schülern das Wohnen im Schülerheim zu ermög— lichen. Zu dem gleichen Zweck wurden Schüler unterſtützt von dem Herrn Landeshauptmann und den Kreiſen St. Goarshauſen, Diez und Weilburg.
V. Verſchiedenes.
VI. Chronik der Schule.
Der Dezernent der Anſtalt im Provinzialſchulkollegium, Herr Oberſchulrat Prof. Dr. Zühlke, war im Berichtsjahre dreimal in Uſingen. Er revidierte die Anſtalt am 11. Mai einen Tag, am 8. und 9. November zwei Tage lang. Endlich fand unter ſeinem Vorſitz am 2. März die erſte Reifeprüfung ſtatt. Ihr wohnte als Vertreter des Herrn Miniſters für Wiſſenſchaft, Kunſt und Volksbildung Herr Miniſterialrat Richert aus Berlin bei, welcher gemeinſam mit Herrn Oberſchulrat Prof. Dr. Zühlke am 1. März dem Unterricht in faſt allen Klaſſen beigewohnt hatte. In einer Konferenz mit dem Kollegium entwickelte Herr Miniſterialrat Richert in zweiſtündigem Vortrag die beſonderen Aufgaben und Ziele der deut⸗ ſchen Oberſchule in Aufbauform in methodiſcher Hinſicht im Rahmen der großen Unterrichtsreform.
Am 18. Auguſt nahm Herr Oberregierungsrat von Bamberg vom Provin⸗ zialſchulkollegium in Kaſſel an einer Sitzung teil, in der die Uebernahme des Schulgebäudes in die Obhut der Stadt und die baulichen Pflichten von Staat und Stadt endgültig geregelt wurden.
Durch das Entgegenkommen des Landeshauptmanns von Naſſau, Herrn Dr. h. c. Lutſch, konnten Stadt und Kreis die von der Schule als unbedingt not⸗ wendig bezeichneten Anſchaffungen für den naturwiſſenſchaftlichen Unterricht ſo⸗ fort finanziell ſichern. Damit iſt der innere Ausbau der Anſtalt vollendet. Wünſche zum Umbau der Aula, des Geſangſaales und eines Werkraumes unter⸗ liegen noch der Genehmigung des Herrn Miniſters.
Die Wandertage führten uns meiſt in die ſchönen Taunuswälder zum Lau⸗ fen oder Rodeln. Sehr viel Anklang fand der Gedanke, eine Mehrtagewande⸗ rung auszuführen. So waren im Auguſt U 1 und O 2 drei Tage in der Rhön und ſahen die Segelflüge, die U 2 zwei Tage in Marburg mit ſeinen reichen hiſto⸗ riſchen Schätzen, die O 3 in Herborn, die U 3 in Weilburg.
Je einmal zwiſchen Herbſt und Weihnachten und zwiſchen Weihnachten und Oſtern durften die Heimſchüler ſtatt eines Wandertages zu ihren Eltern fahren. Die übrigen Schüler wanderten dann gemeinſam, im Februar nach Wetzlar, wo wir die Schweſterſchule(Freiherr vom Stein⸗Aufbauſchule), Hütten⸗ und optiſche Werke beſuchten. Herr Studiendirektor Ringel ſorgte in freundlichſter Weiſe für uns. Die Biologie⸗Ausſtellung ſeiner Schule wird uns unvergeßlich bleiben.
Das Schülerheim hat ſich erfreulich entwickelt. Seinen beſonderen erziehe⸗ riſchen Aufgaben konnte dadurch Rechnung getragen werden, daß ein junger Studienaſſeſſor, welcher an der Schule unterrichtet, ins Heim zog und Führer und Helfer wurde. Am 17. Januar 1928 feierten wir das einjährige Beſtehen. Der Geiſt der Heimſchüler iſt vortrefflich, ihr Arbeitswille groß.
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