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Die Unterſekunda fuhr mit den Herren Schwab und Schmidthild nach Dortmund, wo das Stahlwerk Höſch beſichtigt wurde, dann weiter nach Efſen. Dort beſuchten die Schüler die„Gruga“ und das Folkwang-Muſeum.
Der Bericht darüber ſchließt:
Unſere Beſichtigungszeit war abgelaufen. Wir hatten in kurzer Zeit den Weg des Eiſenerzes verfolgen können. Leider mußten wir das Werk ſchon verlaſſen. Unſere Zeit drängte. Wir hätten vor den einzelnen Maſchinen noch ſtundenlang ſtehen können. Die Beſichtigung war für uns ein Er- lebnis. Wir hatten die Schwerinduſtrie in ihrer ganzen Wucht kennen gelernt. Wir konnten die gigantiſchen Maſchinen, die menſchlicher Erfindungsgeiſt für die Allgemeinheit gebildet hat, be- ſtaunen. Wir gewannen einen Einblick in die aufreibende Beſchäftigung des Arbeiters. Dies alles wird uns ſtets in Erinnerung bleiben.(Engelhardt.)
Die Oberſekundaner mit Studienrat Hornſchu wählten Bremen als Ziel. Sie ließen ſich von dem noch immer ſtark vorwärtsdrängenden Leben der alten Hanſaſtadt gefangennehmen; ſie ſahen die gewaltigen Zeugniſſe kaufmänniſchen Unternehmungsgeiſtes aus der Vergangenheit friedlich neben kühnen Schöpfungen unſerer Tage. Eine Rundfahrt durch den Hafen, die Beſichtigung des Lloyd-Dampfers„Berlin“, das Erlebnis der Abfahrt des 20 000 t-Dampfers„Am erika“ gewährten Einblick in das Weſen des Ueberſee- Verkehrs. Die Fiſchverſteigerung in Weſermünde-Lehe ließ die Erinnerung an Gorch Focks„Klaus Störte- becker“ wach werden und mit ihr den Drang des Niederſachſen auf die See und über die See hin in ferne Länder; der Beſuch des Völkermuſeums hatte die Phantaſie bereits in dieſer Richtung angeregt. Eine Wan- derung durch die„Bremer Schweiz“ von Burg Leſum bis Vegeſack bildete den Abſchluß der an Eindrücken reichen KReiſe.
Die Primaner fuhren mit ihren Klaſſenlei tern, den Studienräten Erdniß und Orlopp— auch der Direktor nahm an dem größten Teil der Reiſe teil— nach Frankfurt a. M. Von den Domtürmen aus bot ſich erſtmalig das ganze Stadtbild dar; durch die Altſtadt mit ihren winkeligen Gaſſen und bemalten Häuſern führte in liebenswürdiger Weiſe als geborene Frankfurterin Frau Orlopp, die auch ſonſt an dem Ergehen der Reiſenden regen Anteil nahm: ſie ließ an den mannigfachen Bauten die bewegte Geſchichte der alten Reichsſtadt lebendig werden. Der Beſuch von Muſeen und Sammlungen erweiterte die ſo gewon- nenen Eindrücke. Auch die naturwiſſenſchaftlich-tech niſch veranlagten Schüler kamen zu ihrem Recht: ſie vertieften ſich in die Schätze des Senckenberg-Muſeums und ſahen ein elektrotechniſches Werk, das im be- ſonderen Schaltungen herſtellte, in vollem Betrieb. Alle beeindruckte in gleicher Weiſe das Gewoge in den großen Geſchäftshäuſern, der gewaltige Verkehr, die modernen Verkehrsmittel bis hin zur Flugmaſchine. Die Abende waren der Unterhaltung und der Kunſt gewidmet. Eine Aufführung von Sheriffs„Anderer Seite“ ſtellte das Erlebnis des Krieges mitten zwiſchen all die anderen Eindrücke; die Oper„Aida“ erregte Bewunderung durch die Fülle der ſzeniſchen Mittel. Als Entſpannung war eine Wanderung in den Tau- nus gedacht; die Beſichtigung der Saalburg führte auf die Spuren der Römer. Den Abſchluß, vielleicht den Höhepunkt der Reiſe bildete die Fahrt über Mainz an den Rhein.— Als Ergänzung ſeien hier noch einige Stellen aus dem Bericht über die Wanderung wiedergegeben.
Ankunft.
. Frankfurt. Wiederum ein Sackbahnhof. Die unzähligen Bahnſteige verwirren uns trotz ihrer Ueberſichtlichkeit. Was wir von Frankfurt zunächſt ſehen, iſt wenig. Sofort beſteigen wir den Autobus. Um das Dach eines Geſchäftshauſes läuft die Lichtſchrift:... Auskunft erteilt die Bade- verwaltung Bad Sooden am Taunus. Wetterbericht————. An einem anderen Hauſe hängt ein rotes Schild: Bindings Bier. Es gibt auch rote, doch wir ſehen heute abend keins davon. Wir haben jetzt allen Ortsſinn verloren. Der Wagen ſcheint um tauſend Ecken zu ſchaukeln. An irgendeiner An- lage hält der Wagen. Nach kurzem Weg ſtehen wir in einem ſtockdunklen Hof. Endlich, nach lan- hen Wein kommt jemand. Ueber unendlich lange Treppen geht es bis unter das Dach der Helm-
oltz-Schule.
In einer Aeppelweinſchenke.
... Der Süddeutſche iſt viel freier in ſeinem ganzen Weſen als der Norddeutſche. Ihm fehlt das Steife und Förmliche, das wir noch ſo ſehr lieben. Auch redet er ſehr gern. Man kann ſich ſtunden-


