Jahrgang 
1929
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Im Winter, am 6. Februar, lud das Gymnasium Eltern und Freunde zu einerMusi- kalisch-dramatischen Abendunterhaltung. Ein Vorspruch leitete den Abend ein; dann spielte das verstärkte Orchester die Ouvertüre zulphigenie in Aulis von Gluck, eine Spielschar aus Oll und UII führte den 4. und 5. Aufzug aus derlphigenie in Aulis von Euripides in der Uebersetzung von Schiller auf. Es folgten Chorgesänge. Ein Walzer- intermezzo, vom Orchester gespielt, wurde von Schülerinnen des Lyzeums getanzt. Mit dem Kriegsmarsch der Priester ausAthalia beschlob das Orchester den Abend. Der starke Er- folg des Abends beruhte auf der Leistung jedes einzelnen und auf der Zusammenarbeit aller Kräfte, die wir zur Entfaltung gebracht hatten, der musikalischen, darstellerischen wie der künstlerisch-gestaltenden. Herr Schulrat Hollmann sprach namens der Elternschaft Worte des Dankes.

Der Gesundheitszustand war nicht befriedigend, in den Klassen IV und Oll das ganze Jahr hindurch nicht. Während der strengen Kälte stiegen die Krankenziffern bedrohlich an, namentlich in der zweiten Februarhälfte und in der IV noch einmal um die Mitte des März. Verschont blieben im ganzen von Krankheit Olll und Ol, zugleich die Klassen, die gleich- mäbßig warme Unterrichtsräume gehabt hatten. Die völlig unzureichende Heizung mochte manche Erkrankung verursacht haben. 5 Schüler wurden im Sommer zu einem Kuraufenthalt an die See geschickt. Keimfreie Milch von der Rintelner Molkerei wurde weiterhin abgegeben, und zwar warm und kalt, und zwar monatlich über 1000 Flaschen. Die Schularztfrage ist noch immer nicht weiter gediehen. Herr Medizinalrat Dr. Kranepuhl betreut die Schule weiterhin in dringenden Fällen; er hat am 16. Oktober eine große Zahl von Schülern, die ge- sundheitlich irgendwie gefährdet schienen, untersucht und Rat über die Möglichkeiten der Be- handlung erteilt.

Das der Anstalt angegliederte Nlumnat, das unter der Verwaltung des Kreisaus- schusses steht, beherbergte im Sommerhalbjahr 15, im Winterhalbjahr 16 Schüler. Von diesen waren 5 im Kreise beheimatet. Die wirtschaftliche Leitung des Alumnats lag in den Händen von Fräulein Wilhelmi; Inspektoren waren im Sommerhalbjahr Studienassessor Appel, im Winter- halbjahr Studienrat Schwab. Die Reichsjugendwettkämpfe 1928 brachten einer Anzahl Alumnats- zöglingen den verdienten Kranz. Die übliche Weihnachtsfeier fand am 20. Dezember statt. Von den Abiturienten dieses Jahres gehörte einer dem Alumnat an. Der Gesundheitszustand der Zöglinge während des verflossenen Jahres war befriedigend.

i) Schulgeldsat, Freistellen usw.

Der Schulgeldsatz betrug 200 RM. jährlich; für Geschwister wurde auf Antrag die gesetzliche Ermäßigung gewährt. 12 Schüler hatten eine ganze, 22 eine halbe Freistelle inne; ihnen wurden auch freie Lehrmittel, soweit solche vorhanden waren, zur Verfügung gestellt; an zahlreiche andere Schüler konnten nach Maßgabe ihrer Bedürftigkeit Bücher leih- weise ausgegeben werden. Der Ueberschuß aus den 20 v. H. des aufkommenden Schulgeldes wurde, soweit Geschwisterermäßigungen und Freistellen die Möglichkeit dazu ließen, in einem Falle für eine Erziehungsbeihilfe, sonst für den Ausbau unserer Hilfs- und Arbeitsbücherei verwandt, von denen namentlich die Arbeitsbücherei für die Bedürfnisse der Kleinstadtschule

von größter Bedeutung ist.

k) Berufsberafung.

Die Schwierigkeiten der Berufsberatung haben sich auch im Berichtsjahre nicht be- friedigend lösen lassen. Vor allem fehlt in der Kleinstadt die Uebersicht über die Schwankungen des Berufsmarktes. Alles irgendwie erreichbare Material wird sorgsam gesammelt: die Herren