Jahrgang 
1929
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größeren Fahrten aus. Die Oll fuhr auf Rädern durchs Lipperland an die Weser nach Karls- hafen und von dort im Wesertal abwärts über Höxter und Corvey wieder heim. Die UIl war vom 11.14. September auf ihrer Thüringenfahrt, die außer dem Besuch der Dichterstadt Weimar eine herrliche Rennstiegwanderung mit dem Endziel Eisenach und Wartburg brachte. Die Ol endlich war vom 10. 14. September am Rhein. Die Reise galt Köln, der alten Rhein hauptstadt mit ihren geschichtlichen Erinnerungen, der Stadt der romanischen Kirchen und des gotischen Domes, und der neuzeitlichen Großstadt mit ihrem drängenden Leben. In der Presse- Ausstellung lernten wir verstehen, welch einen Fortschritt im kulturellen Leben der Mensch- heit das gedruckte Wort bedeutete, und zu welch einer Macht die Presse im Leben der Gegen- wart geworden ist. Von Köln aus traten wir dann unsere Wanderfahrt in die Eifel an; Maria Laach machte tiefen Eindruck durch den landschaftlichen Reiz seiner Lage und den stillen Frieden seines Gotteshauses. Von Andernach, der alten Feste, fuhren wir andern Tags wieder rheinabwärts ins Ahrtal, dessen mannigfache Windungen uns immer neue Bilder wein bestandener Hänge vor die Augen stellten. Von Köln aus fuhren wir wieder heim, angeregt

von allem, was wir erlebt und gesehen hatten. Unser Sommerfest stand anfangs unter keinem glücklichen Stern. Der Morgen des

25. September, den wir zunächst in Aussicht genommen hatten, verregnete so gründlich, daß wir die Reichsjugendwettkämpfe abbrechen und das Fest absagen mußten. Gegen Mittag klärte es auf, und am Nachmittag ſchien strahlend die Sonne. Aber unser Schiff war bereits zutal gefahren, und wir hatten das Nachsehen. Am Donnerstag, 50. September, ließen wir uns nicht beirren, obwohl es am Morgen wiederum regnete: die Wettkämpfe wurden planmäbzig durch- geführt. Den besten Klassendurchſchnitt erzielte die UII, der damit die Wanderplakette, der Preis des Lehrerkollegiums, zufiel. Als Einzelsieger wurden mit der Ehrenurkunde des Herrn Reichspräsidenten ausgezeichnet: Gruppe A: Lotz Ol, Altmann Ol; Gruppe B: Behling UIII, Buſchmeier UII, de Pauli Olll, Meineke LII, Stoevesandt UII, Nolting Ol, Vockroth UII; Gruppe OC: Tünnermann UIIII, Röhr Oll, Rieke Olll, Meier Olll, Rüſchen Oll, Krömer UIII, Schütte Olll: Gruppe D: Schuster Olll, Tegeler UIIII, Bock Olll, Meyer zur Heide, Horst UIII, Stoevesandt Olll, Diekmann UIII, Kuhnert Olll, Stahlhut IV; Gruppe E: Meyer VI, Häfemeier IV, Müller V,

Beuke VI, Winter V, Meier, Gerh. IV. Am Nachmittag fuhren wir nicht, wie es Ueberlieferung war, nach Eilsen, um dort

unsere Spiele abzuhalten das neuzeitlich umgestaltete Bad hatte auch nicht auf wenige Stunden mehr Raum für harmlose Jugendfröhlichkeit; dieses Mal ging es etwas ganz Neues zu Schiff nach VIotho. Kaum konnte der Dampfer die etwa 600 Fahrgäste fassen; fröhliche und ernste Weisen kürzten die Zeit während der Fahrt. Auf dem Amthausberge, der, das Wesertal überragend, eine herrliche Fernsicht bietet, herrſchte bald reges Leben. Die Pendelstaffeln, die zn laufen waren, weckten noch einmal den sportlichen Eifer: VI, Olll und Ol errangen Siege. Dann sammelte sich alles vor der mit einfachsten Mitteln hergerichteten Freilichtbühne. Erst sang der Chor wuchtig und eindrucksvollWas ist des Deutſchen Vater- land?; daran knüpfte der Direktor in seiner Ansprache an, feierte Jahmnn aus Anlaß seines 150. Geburtstages und zog von Arndt und Jahn die Verbindung zu dem Freiheits- und Ein- heitswillen unserer Zeit. Das Deutſchlandlied wurde gesungen. Dann hatten die Schauspieler das Wort: Obersekundaner führten die KomödieTill auf, Untertertianer spielten ein heiteres StückDie Gans. Zwei kleine Buſchbilder konnten leider nicht mehr gestellt werden: Die Zeit des Abmarſches war gekommen. Ein langer Zug mit vielen, vielen Sonderwagen brachte uns nach Rinteln zurück. Dann kam der Einmarſch mit brennenden Fackeln in die festlich erleuchtete Stadt. Vor dem Gymnasium sprach Steinmann Ol noch einmal über das Erlebnis des Tages. Damit war das Fest zu Ende.