Jahrgang 
1928
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unsichtigem Wetter begannen um 8 ½ Uhr die Reichsjugendwettkämpfe. Dabei erhielten die Ehrenurkunde des Herrn Reichspräsidenten in Gruppe A: Hachmeister Ol, Altmann Ol, Stein- mann UIII, in Gruppe B: Lotz UII, Requardt UIII, Behling Olll, Nolting UII, in Gruppe C: Busch- meier Oll, de Pauli Olll, Wowra UIII, H. Meyer UIII, in Gruppe D: K. Tünnermann UIII, Wiese- homeier UIII, Kunze Olll, Günther UIII, in Gruppe E: Deppe VI, Kalkreuter IV, G. Meyer VI, Burmeister Vund Witt V. Die Wanderplakette, den Preis des Lehrerkollegiums, erhielt im Klassenwettkampf die Ol. Die Nachmittagsveranstaltungen fanden bei strahlendem Himmel in dem nahen Bad-Eilsen statt. Sportliche Kämpfe und scherzhafte Spiele leiteten das Fest ein; die Zirkusgruppe der Olll wußtte durch ihre fabelhafteEchtheit die Aufmerksamkeit aller Zuschauer auf sich zu lenken. Dann folgten Aufführungen auf der Freilichtbühne, zunächst Bilder aus W. Busch(LIIII), dann die Bauernführer von W. Flex(LIII), ein Aufzug aus demBogen des Odysseus von G. Hauptmann(Oll), eine scherzhafte Gerichtsszene in heimischer Mundart und endlich heimische Volkstänze(I). In seiner Ansprache wies der Direktor auf die Bedeutung des Sommerfestes im Schulleben hin: In der Erziehungsarbeit hat die Arbeit des Alltags und eine festliche Veranstaltung wie diese ihren Grund, die die Hingabe von Lehrern und Schülern an eine gemeinsame Aufgabe fordert. Aus dieser Erziehungsarbeit wachsen neue Kräfte, die hineinströmen in den Staat, daß er erstarke, um seine großen Aufgaben zu erfüllen. Er schloß mit einem Worte Hindenburgs:Nichts für uns, alles für Deutschland und mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland. Dann verteilte er die Preise an die Sieger in den Reichsjugend- wettkämpfen. In den Spätnachmittagsstunden entwickelte sich auf den Wiesen, im Kurpark und in den Sälen des Badehotels ein frohbewegtes Treiben, bis das Zeichen zum Abmarsch ge geben wurde. Ein Fackelzug bis zum Gymnasium mit einer Ansprache des Oberprimaners Möwes beschloß den schönen Tag.

Ein zum ersten Male unternommener Versuch, Eltern und Freunde der Schule auch im Winter noch einmal zu versammeln, gelang über Erwarten. DieMusikalische Abendunter- haltung, die von der ernsten musikalischen Arbeit an der Schule Zeugnis geben sollte, war glänzend besucht.

Der Gesundheitszustand war befriedigend. 7 Schüler der VI und V wurden für die Zeit vom 15. Juni bis 27. Juli vom Kreisfürsorgeamt in ein Ostseebad geschickt. Die Stadt regte eine Milchabgabe in den Schulen an und übernahm für 610 bedürftige Schüler die Kosten. Die Milch wurde im Sommer tiefgekühlt, im Winter auch warm gereicht. Erfreulicherweise machten sehr viele Schüler von dieser Möglichkeit Gebrauch. Ein Schul arzt ist leider noch immer nicht bestellt. Der Kreisarzt, Herr Medizinalrat Dr. Kranepuhl, übernahm freiwillig die schulärztliche Betreuung in dringenden Fällen. Es ist sein und unser Wunsch, daß eine amtliche Regelung nunmehr bald erfolgt. Leider hatte die Schule auch in diesem Jahre wieder einen schweren Verlust zu beklagen. Am 8. Januar wurde der Unterprimaner Kurt Jakob jäh aus unserer Mitte gerissen; über seinem Tode lag ein tiefes Dunkel, das bis heute nicht völlig gelichtet ist. Er war ein strebsamer Schüler, ein selbstän- diger Mensch, der zu schönen Hoffnungen berechtigte.

Das der Anstalt angegliederte Alumnat, das unter der Verwaltung des Kreis- ausschusses steht, beherbergte im Sommer 12, im Winter 15 Schüler. Von diesen waren 5(4) im Kreise beheimatet. Die wirtschaftliche Leitung des ANlumnats lag in den Händen von Fräu- lein Wilhelmi; Inspektor war Studienassessor Eggers. Die Reichsjugendwettkämpfe 1927 brachten einer Anzahl Alumnatszöglinge den verdienten Kranz. Die übliche Weihnachtsfeier