Jahrgang 
1928
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Von den Schülervereinen entfaltet der GymnasialturnvereinJahn eine rege Tätigkeit. An neuem Gerät beschaffte er 2 Medizinbälle und mehrere Speere. Be- sonders wurde in diesem lJahre das Faustballspiel gepflegt; die Faustballmannschaft gewann denn auch die Bezirksmeisterschaft. Auch im Schwimmsport hatte der Verein schöne Erfolge. Auf dem Gebiete der Leichtathletik trat die planmäßige Arbeit des Vereins bei den Reichs- jugendwettkämpfen in Erscheinung; fast alle Mitglieder erwarben Eichenkränze. Seine Leistungs- fähigkeit im Turnen erwies der Verein durch sein Winterturnfest, auf dem er seine zahlreichen Gäste durch mannigfache Darbietungen gut unterhielt. Daß die Turner das, was sie im Verein gelernt haben, auch draußen weiter pflegen, zeigte das Beispiel des früheren Vorsitzenden. Freise, der in Hannover Hochschul- und 2. Niedersachsenmeister wurde. Die Zahl der Mit- glieder betrug am 1. Januar 42; die Leitung hatte Lotz III.

Die Schulgruppe desVereins für das Deutschtum im Auslande(Cei ter: Steinmann UI!) erhöhte ihre Mitgliederzahl auf 175. Im Frühjahr sprach ein Missions- lehrer Schulz über Kanada. Im August gab eine Gruppe von Steiermärkern einen Heimat- abend. Im Oktober führte uns Lehrer Keul, der längere Zeit als lieber Gast in unserem Kreise weilte, in das Burgenland. Im Dezember endlich besuchte die Schulgruppe einen Vor trag des Pflanzungsdirektors Schneidersmann, der über seine Reisen durch die Südsee und Südamerika sprach. Ein besonderes Ereignis war in diesem Jahre die stimmungsvolle Sonnenwendfeier auf dem Papenbrink, an der auch die Schulgruppen des Lyzeums und der Bückeburger Schulen teilnahmen. Die Bückeburger, die in diesem Jahre die Feier ausgestal- teten, hatten ihre Aufgabe glänzend gelöst. Die Aufführungen und Reigentänze auf der Wald- wiese mit dem Ausblick weit in die Ebene hinein, dann der Holzstoß, der mächtig in der Sommernacht emporloderte, machten unauslöschlichen Eindruck.

Die Weiterführung des altenStenographenvereins durch einenVerein für Ein heitskurzschrift wird erst dann erfolgen, wenn eine genügende Zahl von Schülern vor- handen ist, die die Einheitskurzschrift beherrschen. Daß sich derLiterarische Verein wenig entfaltet hat, liegt nicht an mangelndem Interesse als vielmehr daran, daß die Arbeitsgemein- schaften das Wirkungsfeld der Vereine einengen. Dagegen hat sich eineSchachgruppe ge- bildet, die unter Anleitung von Studienrat Orlopp alle 14 Tage einmal im Schülerzimmer spielte.

Die Turnspiele fanden am Mittwoch Nachmittag statt; wenn gespielt wurde, war aufgabenfrei.

Die Wanderungen konnten wegen der Ungunst der Witterung nicht regelmäßig durchgeführt werden. Eine längere Wanderfahrt der Primaner, wie sie in den Vorjahren statt- gefunden hatte, unterblieb in diesem Jahre, da der Unterricht im Sommer durch die Erkran- kungen im Lehrkörper stark beeinträchtigt worden war. Kürzere Fahrten unternahmen die Olll nach Hannover, um einen großen Zirkus zu besuchen, die Oll nach Hannover, um Theater- aufführungen beizuwohnen, die Oll nach Hamburg und Hildesheim, um eine hervorragende Stätte wirtschaftlichen Lebens und einen Ort alter Kultur kennen zu lernen, die UIl und Ol nach Kassel, um die Kunstsammlungen und die Ausstellung in der Orangerie zu besichtigen. Ein Blick in die Wanderungsbücher zeigt, wie stark all die so gewonnenen Eindrücke auf den Kleinstadtschüler einwirken und wie notwendig und fruchtbar solche Anregungen sind.

Den Höhepunkt des Gemeinschaftslebens der Schule bildete das Sommerfest, das der mannigfachen Vorbereitungen wegen erst im September gefeiert werden konnte. Bei noch