Jahrgang 
1927
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schichtlich, erdkundlich und landschaftlich wertvollsten Orte seiner UImgebung wirklich kennen lernt. Die Primaner unternahmen unter Führung ihrer Klassenleiter und des Direktors eine mehrtägige Wanderfahrt. Den Ausgangspunkt bildete Weimar, das mit einer Festspielauf- aufführung derMeistersinger festlich zur Fahrt stimmte. Das Wanderziel war Eisenach mit der Wartburg. Und das Stück des Thüringer Waldes, das zwischen diesen beiden Kultur- stätten liegt, wurde zumeist durchwandert, oft in anstrengendem Tagemarsch. Ein Ober- primaner schreibt in dem Klassen-Wanderbuche:Und eine herrliche Fahrt war es doch! So können wir jetzt von unseren Tagen in Thüringen sagen. Die Anstrengungen, das Unange- nehme verblaßt und wird immer mehr verblassen, es wird zurücktreten vor dem Licht, das unsere Thüringenfahrt ausstrahlt. Diese fünf Tage kommen uns jetzt vor wie Ferientage, an denen es keine Aufgaben gab, an denen man sich aber eng mit der Schulgemeinde ver- bunden fühlte.

Der Gesundheitszustand war nicht so günstig wie im Vorjahre. Die Zahl der an Grippe und sonst ansteckend Erkrankten war zeitweilig, namentlich in einzelnen Klassen recht hoch. Scharlacherkrankungen, die wir befürchten mußten, kamen zum Glück nicht vor. Einen Kuraufenthalt an der Nordsee, den die Stadt Rinteln vermittelte, genossen 7 Schüler vom 27. Juni bis 4. August. Die von Schule und Elternschaft dringend ge- wünschte Anstellung eines Schularztes unterblieb auch im Berichtsjahre. In dringenden Fällen berät uns freundlicherweise Herr Medizinalrat Dr. Kranepuhl; er hat auf Anregung des Direktors auch die neuangemeldeten Sextaner untersucht und dabei festgestellt, daß diese im Krieg geborenen Jahrgänge noch sehr gesundheitlicher Beobachtung und Pflege bedürfen. Leider hatte die Schule auch einen Todesfall zu beklagen: Der Obertertianer Heinrich Schöttker ertrank am 5. September beim Baden in der Weser unweit seines väterlichen Gehöftes in Eisbergen. Das Lehrerkollegium und die Klassen UIIIIOl geleiteten ihn zur Ruhe, der Direktor rief ihm einen Scheidegruß ins Grab nach.

. Das mit der Anstalt verbundene Alumnat, das unter der Verwaltung des Kreis-

ausschusses steht, beherbergte im Sommer 11, im Winter 12 15 Schüler. Davon waren 5 bezw. 6 im Kreise beheimatet. Die wirtschaftliche Leitung lag in den Händen von Fräulein Wilhelmi,; die Beaufsichtigung der Zöglinge war Studienassessor Eggers anyertraut. Im Sommer bestand stets hinreichend Gelegenheit zum Schwimmen und zu anderweitiger körperlicher Betätigung. In einem Teil des Winters war, hauptsächlich für die Kleineren, eine abendliche Lesestunde in der Woche eingerichtet. Der Gesundheitszustand der Zöglinge war durchweg befriedigend.

i) Schulgeldsatß, Freisfellen u. a.

Das Schulgeld betrug 200 RM. im Jahre; für Geschwister wurde die gesetzliche Er- mäßigung gewährt. 9 bezw. 10 Schüler hatten eine ganze, 17 bezw. 18 eine halbe Freistelle inne. Freie Lehrmittel wurden den Inhabern von Freistellen zur Verfügung gestellt, einzelne Bücher wurden auch anderen Schülern unentgeltlich gegeben. Erziehungsbeihilfen aus Schul- mitteln erhielten 8 Schüler, einer wurde außserdem mit einer Erziehungsbeihilfe aus Staats- mitteln bedacht. Die 20 v. H. des Schulgeldaufkommens, soweit sie nicht für Geschwister- ermäßigungen und Freistellen verbraucht wurden, dienten dazu, die Hilfs- und Handbücherei weiterauszubauen. Dabei wurden die Belange des planmäbigen Unterrichts und der Arbeits-