Jahrgang 
1927
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h) Vom Leben der Schülerschaff.

Das Betätigungsfeld der Schülerselbstverwaltung blieb gegenüber dem Vorjahre unverändert. Das Kartenzimmer wurde gut verwaltet. Die Pausenaufsicht ent- sprach nicht allen Wünschen: wo die Primaner auf Schwierigkeiten stießen, brachten sie nicht immer den Willen auf, sie zu überwinden. Auch die Leitung der Schülervereine ließ es oft an der Tatkraft fehlen, die der besitzen muß, der an verantwortlicher Stelle steht. Rei- bungslose Zusammenarbeit zwischen Lehrerschaft und Schülerschaft wird nur durch Aus- wahl der rechten Persönlichkeiten gewährleistet, d. h. solcher, die Verantwortung zu fragen fähig und willig sind.

Von den Schülervereinen ist derVerein für Einheitskurzschrift noch in der Entwicklung begriffen, die durch die Umstellung auf ein neues System bedingt ist. Dem Verein müssen zu seinen 7 Mitgliedern erst wieder neue heranwachsen. Der rege Besuch der von der Schule veranstalteten Lehrgänge in Einheitskurzschrift läßt ein schnelles Wiederaufblühen des Vereins erwarten. Sein Leiter ist nach dem Weggang Stoevesandts Ol jetzt Lange UIll.

Der GymnasialturnvereinJahn seßtte sich eine vielseitigere Aufgabe, in- dem er einer harmonischen Durchbildung des Körpers zustrebte. Deshalb wurde nicht nur am Gerät geturnt, sondern auch gespielt und geschwommen. Bei den Reichsjugendwett- kämpfen fielen sämtliche erste Preise Mitgliedern des Turnvereins zu. Auch sonst bei Sport und Schwimmwettkämpfen, zuletzt bei dem Winterturnfest des Vereins, zeigten die Mitglieder gute Leistungen. Die Führung hatte Freise Ol, später Lotz UII. Mitgliederzahl: 35.

Die Schulgruppe desVereins für das Deutschtum im Auslande (Leiter: Horstmann Oll) nahm in diesem Jahre sehr an Mitgliedern zu.(Bestand: 160.) Im Frühjahr sprach Frau Rohde, die Gattin eines in Deutsch-Ostafrika am Flecktyphus gestorbenen ehemaligen Schülers der Anstalt, über ihre Kriegserlebnisse in Deutsch-Ostafrika. Auf Wunsch des Direktors wiederholte sie diesen Vortrag vor der ganzen Schule. Im Som- mer bildete eine schöne Sonnwendfeier den Höhepunkt. Sie wurde gemeinsam mit den Schulgruppen des hiesigen Lyzeums und des Gymnasiums in Bückeburg am 27. Juni auf dem Papenbrink veranstaltet. Anfang November hielt ein vertriebener Missionslehrer einen gutbesuchten Vortrag über Kanada. Am 4. und 5. Januar nahm der Leiter der Schul- gruppe an der Gautagung in Kassel teil. Im übrigen galt die Arbeit des Winters der Vorbereitung der Werbewoche, die vom 50. Januar bis 5. Februar stattfand. Die Schüler- kapelle lieh der Gruppe dabei ihre Unterstützung. Das Ergebnis der Werbewoche war: 57 neue Mitglieder, 700,42 RM. Einzelspenden.

Kurz vor Weihnachten wurden nach mehrjähriger Unterbrechung die Sitzungen des literarischen Vereins wieder aufgenommen. An den Leseabenden, die alle 14 Tage unter der Leitung des Studienrats Dr. Schreiner stattfanden, nahmen 11 Schüler der Ober- klassen teil. Behandelt wurde der Zeitraum des Naturalismus und hierin vorzugsweise Dra- men von lbsen. Auch Fragen des guten Geschmacks im Alltag, ferner die Auffassung über die Berechtigung und Wirksamkeit von Schulstrafen wurden erörtert.

Der Spielnachmittag war aufgabenfrei.

Von den monatlichen Wanderungen wurden 2 nach einem festliegenden Plane durchgeführt, der es ermöglichen soll, daß ein Schüler im Verlauf seiner Schulzeit die ge-