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c) Leibesübungen:
a) Turnen und Spielen: Es bestanden wie im Vorjahre 7 Turn- und 5 Spielabteilungen. Aus einem besonderen Zuschuß, den das Ministerium erfreulicherweise zur Verfügung stellte, konnten notwendige Geräte beschafft werden: so u. a. ein eiserner Barren, eine schwedische Sprossenwand, 4 Klettertaue, ein Spannreck.— Geturnt wurde in der Turnhalle des Gymnasiums und auf dem Turnhofe, gespielt auf dem städtischen Stein- anger; dieser erwies sich als zu eng für die gesamte Schülerschaft, so daß eine Abteilung (VI und V) abgezweigt werden mußte. Außer den eigentlichen Spielen wurden auch leicht- athletische UÜbungen als Vorbereitung für die Reichsjugendwettkämpfe vorgenommen. Bei ungünstiger Witterung trat planmäßiges Turnen an die Stelle. Dies war im Winter die Regel. Nur selten waren die Wege trocken genug für einen Ilbungsmarsch.— Vom Turnunterricht waren auf Grund amtsärztlichen Zeugnisses 11 Schüler befreit; an den Spielen nahmen mit Ge- nehmigung des Provinzial-Schulkollegiums im Sommer 7, im Winter 26 Schüler nicht teil, weil sie vom Schulort oder ihrer Bahnstation so weit entfernt wohnten, daß ihre Teilnahme eine unbillige Härte bedeutet hätte.
b) Schwimmen: Der im Vorjahre begonnene planmäbige Schwimmunterricht wurde in diesem jJahre fortgesetzt, und zwar in den Klassen UIIIl und IVV. Das neu angelegte Badebecken, das die Gefahren des freien Stromes ausschließt, erleichterte den Unterricht. Dieser wurde von dem Bademeister Rohde in Gegenwart der Turnlehrer gegen ein mäbßiges Entgelt erteilt. Von 31 Schülern der UIll nahmen 26, von 42 Schülern der IV 57 am Schwimmen teil. Freischwimmer waren am Ende der Schwimmzeit 18 Schüler der UIIl und 12 Schüler der IV.
9) Arbeifsgemeinschaffen.
1. Deufsch. 2 Stunden im Sommerhalbjahr. Teilnehmer: Ol 9; UII 5. Goethes Faust l und II.
2. Philosophie. 2 Stunden im Winterhalbjahr. Teilnehmer: Ol 9; UII 6. Ausgewählte Abschnitte aus philosophischen Schriften.(Philosophisches Lesebuch von Müller-Freienfels.) Behandelt wurden metaphysische und ethische Fragen aus dem Bereiche der griechischen Philosophie. Das im Klassenunterricht Behandelte wurde zusammengefaßt und weiter ausgebaut. Besonderer Wert wurde auf die Herausarbeitung von Problemen gelegt, die unsere Zeit bewegen.
5. Alferfumskunde:
a) Prima: 1 Stunde im ganzen lahr. Teilnehmer im Sommer Ol 7; UII 2— im Winter Ol 5; UI 1.
Sommer:„Spürhunde“ von Sophokles und„Kyklops“ von Euripides. Ziel: Das
Wesen des Satyrspiels.— Die„Spürhunde“ wurden von den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft und anderen Primanern bei Gelegenheit des Sommerfestes aufgeführt.
Winter: Das Leben des Tiberius nach Tacitus' Annalen, Velleius, Sueton und Dio Cassius. Lehrziel: Der Versuch, ein objektives Bild vom Charakter des Tiberius zu gewinnen.


