Jahrgang 
1915
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men worden ist. Zur Notreifeprüfung sind nur solche Schüler zuzulassen, welche die Versetzung nach Oberprima erreicht haben. Einer Mitwirkung der Departementsräte bedarf es bei diesen Prüfungen nicht. Die Zeugnisse über die Notreifeprüfungen und die vorzeitige Versetzung in die nächsthöhere Klasse sind den jungen Leuten erst nach erfolgtem Eintritt in den Heeresdienst auszuhändigen.

Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom 29. 12. 1914 S. 15 294 er- lässt für das Schuljahr 19 15 folgende Ferienordnung:

Ferien. Tag des Schulschlusses. Tag des Schulanfangs. Ostern 1915 Mittwoch, 31. März 1915 Donnerstag, 15. April 1915 Pfingsten Freitag, 21. Mai Freitag, 28. Mai Sommer Freitag, 2. Juli Dienstag, 3. August Herbst Dienstag, 28. September Donnerstag, 14. Oktober Weihnachten Mittwoch, 21. Dezember Dienstag, 5. Januar 1916 Ostern 1916 Freitag, 14. April 1916

III. Schulgeschichte.

Das Schuljahr wurde Freitag, den 22. April, in üblicher Weise eröffnet, indem der Direktor nach der gemeinsamen Morgenandacht vor den versammelten Schülern die Schul- ordnung verlas und erläuterte und die am Tage vorher geprüften 35 Schüler durch Hand- schlag auf ihre Befolgung verpflichtete und in den Verband der Schule aufnahm. Hierbei stellte er den Schülern den Hülfslehrer Erwin Ernst¹) vor, der mit der Vertretung des zu wissenschaftlichen Studien für ein halbes Jahr beurlaubten Hülfslehrers Dr. Max Thielemann vom Königl. Provinzial-Schulkollegium beauftragt worden war, und den Kan- didaten Aloys Lauth ²), der der Anstalt zur Ableistung seines Probejahres überwiesen worden war.

Der Hülfslehrer Dr. Sellner war für das Sommerhalbjahr zu wissenschaftlichen Studien beurlaubt worden. Nach Ablauf desselben(Michaelis 1914) wurde er von dem Königlichen Provinzial-Schulkollegium dem Wilhelmsgymnasium zu Kassel zu voller Be- schäftigung überwiesen.

¹) Erwin Ernst, geboren am 29. 11. 1887 zu Frankfurt a./M., evangelisch, besuchte das Kgl. Friedrichsgymnasium seiner Vaterstadt, das er mit dem Reifezeugnis vom 16. 3. 1906 verließ, studierte in Marburg und Heidelberg bis Ostern 1910 Mathematik und Naturwissenschaften und bestand am 20. 1. 1912 zu Marburg die Prüfung für das höhere Lehramt. Das Seminarjahr legte er an der Klinger Oberrealschule und

das Probejahr an der Realschule der israelit. Religionsgemeinschaft und an dem Kaiser Friedrichsgymnasium zu Frankfurt a./ M. von Ostern 1912 1914 ab. Zu Michaelis 1914 wurde er der Oberrealschule zu Frank- furt-Sachsenhausen als etatsmässiger Hülfslehrer überwiesen.

²) Aloys Lauth, geboren am 20. 4. 1886 zu Niederahr Kreis Westerburg, katholisch, besuchte das Gymnasium zu Montabaur, das er mit dem Zeugnis der Reife am 1. 3. 1906 verließ, studierte bis 1910 klassische Philologie und Geschichte auf den Universitäten zu Münster und Halle a./S. und bestand am 17. 2.

1912 zu Münster die Prüfung für das höhere Lehramt. Das Seminarjahr legte er von Ostern 1913 1914 am Gymnasium zu Oberlahnstein ab.