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Der Hülfslehrer Dr. Eduard Feyerabend war im Monat April und Mai, eben- so im Monat Juli zu einer militärischen Uebung in Lindau am Bodensee eingezogen worden.
Am 23. April fand nach der gemeinsamen Morgenandacht eine kurze Erinne- rungsfeier an die vor 50 Jahren erfolgte Wiedergewinnung der Herzogtümer Schleswig-Holstein statt. Der Hülfslehrer Erdniss hielt hierzu einen Vortrag über die Bedeutung des dänischen Krieges(1864), namentlich über die Erstürmung Düppels und Alsens. Der Direktor überreichte bei der Feier als Aus- zeichnung je ein Erinnerungsblatt„Nachbildung und Noten des Liedes Schleswig-Holstein meerumschlungen“ dem Untertertianer Hans Niemann und dem Obertertianer Ernst Hens, sowie eine kleine Schrift„Düppel und Alsen“(Schleswigs Befreiung) dem Unter- sekundaner Wilh. Kauffelt.
Am 9. Mai fand, veranlasst durch einen Ministerial-Erlass vom 3. 4. 1914 UI 796, nach der gemeinsamen Morgenandacht eine Erinnerungsfeier der nunmehr 50 Jahre bestehenden Vereine vom Roten Kreusz statt. Der Direktor gab dabei eine Dar- stellung der Entstehung und Aufgabe der Vereine vom Roten Kreuz und regte auch unter den Schülern eine Geldsammlung zum Besten des Roten Kreuzes an, die für unsere Ver- hältnisse den schönen Ertrag von 60 Mark ergab.
Wegen des Prinz Heinrichsflugs über Minden in Westf. fiel am 23. Mai der Unterricht in allen Klassen aus.
Dienstag, den 16. Juni, machten sämtliche Klassen ihre Sommerausflüge. Die 5 oberen Klassen fuhren mit der Bahn nach Bielefeld und besuchten von dort aus die Bodelschwinghschen Anstalten auf Bethel unter kundigen Führern, die ihnen die An- staltsleitung mit grosser Freundlichkeit zur Verfügung stellte, und die Sparrenburg. Bei einem einfachen Mittagsessen im Assapheum zu Bethel wurde eine Geldsammlung zum Besten der mildtätigen Anstalten veranstaltet. Die Schüler waren vorher im Religions- unterrichte durch die Durchnahme der inneren Mission auf den Besuch der Betheler An- stalten vorbereitet worden. Von Bethel aus ging es dann zu Fuss nach dem Dreikaiser- turm mit seiner herrlichen Aussicht auf die Senne und den Teutoburger Wald.— Die Schüler der Quarta und Untertertia besuchten die mittlere Weser(Bodenwerder und Hameln), die Sextaner und Quintaner wanderten über das Gebirge nach dem Kaiser Wilhelmsdenkmal auf der Porta.
Nach Beendigung der grossen Sommerferien(4. Juli bis 3. August) trat durch den grossen Krieg eine grosse Veränderung ein. Die Hülfslehrer Dr. Thielemann und Dr. Ed. Feyerabend und der Probekandidat Lauth wurden zur Fahne einberufen, sämt- liche Oberprimaner und drei Unterprimaner, die seit Ostern 1913 Schüler in der Prima waren (§. Seite 19), unterzogen sich der angeordneten Notreifeprüfung und eilten, nachdem sie


