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M. Schulgeschichte.
Das Schuljahr wurde Dienstag, 28. April in üblicher Weise eröffnet, indem der Direktor nach der gemeinsamen Morgenandacht vor den versammelten Schülern die Schul- ordnung verlass und erläuterte und die am Tage vorher geprüften 36 Schüler durch Hand- schlag auf ihre Befolgung verpflichtete und in den Verband der Schule aufnahm. Hierbei stellte er den Schülern die neueintretenden Probekandidaten Wilhelm Helm- b old*) und Dr. Karl Bünhner**) vor, die vom Königl. Provinzial-Schulkollegium der Anstalt zur Ableistung ihres Probejahrs überwiesen worden waren. Der Probekandidat Wilhelm Helmbold wurde von Anfang an mit Versehung einer nicht etatsmässigen Hülfs- lehrerstelle zur völligen unterrichtlichen Trennung der Ober- und Unterprima, ebenso im Winter von Neujahr an der Probekandidat Dr. Bühner mit Hülfsunterricht zur Vertretung eines erkrankten Oberlehrers beauftragt.
Am 21. Mai unternahmen die einzelnen Klassen unter Führung ihrer Ordinarien die üblichen Ausflüge nach dem Hermannsdenkmale, dem Steinhuder Meere, den Bückebergen, der Porta, nach Bad Oeynhausen, nach Hameln und dem Taubenberge.
Die Pfinstferien dauerten vom 6. bis zum 10. Juni, die Sommerferien vom 4. Juli bis zum 3. August, die Herbstferien vom 27. September bis zum 12. Oktober, die Weihnachtsferien ausnahmsweise zur Vollendung der Umbauten im Gymnasial- gebäude vom 20. Dezember bis zum 10. Januar.
Am 1., 2., 3., 4. und 12. Juni musste der Nachmittagsunterricht und teilweise auch von 11 Uhr an der Vormittagsunterricht wegen zu grosser Hitze ausfallen.
Am 23., 24. und 25. Juni nahm der Herr Provinzial-Schulrat Dr. Baier aus Kassel eine sehr eingehende Revision der Anstalt vor und wohnte dem Unter- richte aller Lehrer in allen Klassen bei. Seine Beobachtungen teilte er in einer Schluss-
*) Wilhelm Helmbold, geb. am 29. 8. 1882 zu Mühlhausen in Thür., ev., besuchte das Gym- nasium seiner Vaterstadt von 1892 bis 1901, studierte in Marburg und Berlin Deutsch, Geschichte und Lateinisch und bestand in Marburg am 24. 11. 1906 die Prüfung für das höhere Lehramt. Darauf leistete er in dem pädagogischen Seminar am Kgl. Gymnasium zu Wiesbaden sein Seminarjahr ab. Durch Verfügung des Kgl. Provinzial-Schulkoll. vom 16. 4. 1908, S. 5307 wurde er dem Königl. Gymnasium zur Ableistung seines Probejahres und zur Versehung einer Hülfslehrerstelle überwiesen.
**) Dr. Karl Bühner, geb. am 5. 2. 1882 zu Marburg, ev.-ref., besuchte die Oberrealschule seiner Vaterstadt und studierte dann zu Marburg Mathematik und Naturwissenschaften. Am 7. 7. 1904 be- stand er ebendaselbst die Verbandsprüfung in der anorganischen und organischen Chemie und am 13. 7. 1906. die Prüfung für das höhere Lehramt. Am 2. 3. 1905 erwarb er sich in Bonn die Befähigung zur Erteilung von Turnunterricht und zu Marburg am 25. 11. 1906 die philosophische Doktorwürde auf Grund einer Disser- tation: Beiträge zur Kenntnis der kristallinischen Flüssigkeiten. Sein Seminarjahr leistete er von Ostern 1907 bis 1908 an der Oberrealschule zu Cassel ab. Durch Verfügung des Kgl. Prov.-Schulkollegium vom 21. 4. 1908 8 4093 wurde er dem Königl. Gymnasium zur Ableistung des Probejahres überwiesen und zu Mich., noch
mehr zu Weihnachten mit Hülfsunterricht beauftragt.—


