Jahrgang 
1909
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konferenz mit und gab aus dem reichen Schatze seiner Erfahrungen eine Reihe von pädagogischen und didaktischen Bemerkungen, für die ihm sowie für sein bewiesenes Wohlwollen und seine Anerkennung der Leistungen der Lehrer und Schüler die Anstalt zu aufrichtigem Danke verpflichtet ist.

Die Feier des Sedantages konnte wegen Regenwetters am 2. September nicht stattfinden und musste auf den 7. September verschoben werden. An diesem Tage aber machte die Schule zur Feier des Sedantages unter Benutzung eines Sonderzuges der Eisenbahn einen gemeinsamen Ausflug nach dem Bade Eilsen, und feierte dort nunmehr vom Wetter begünstigt wieder, wie in früheren Jahren, unter ausserordentlich grosser Beteiligung der Eltern und Angehörigen der Schüler ihr Schulfest. Nach einer Ansprache, in der der Professor Dr. Haesecke auf die Bedeutung des Tages hin- wies, folgte ein von lebhaftem Beifall aufgenommener Turnreigen der Schüler der unteren Klassen und ein von nicht minder lebhaftem Beifall begleitetes Schauturnen des Schüler- turnvereins, das mit einer Stellung von Pyramiden abschloss. Hierauf vergnügten sich die Schüler der oberen Klassen am Tanze, die Schüler der mittleren Klassen suchten unter Leitung ihrer Ordinarien einige schön gelegene Punkte des lieblichen Badeortes auf; die Schüler der unteren Klassen wurden von den Turnlehrern Oberlehrer Schaefer und Zeichenlehrer Gündel mit Spielen beschäftigt. Abends zogen die heimkehrenden Schüler mit brennenden Papierlaternen durch die Stadt unter Vorantritt der städtischen Musik- kapelle zum Gymnasium, wo auf dem Kollegienplatze nach dem Gesange derWacht am Rhein mit zwei Ansprachen und mit dem gemeinsamen GesangNun danket alle Gott die Feier ihr Ende fand. Bei der Feier des Sedanfestes erhielten die beiden Oberprimaner Bruno Schönfeld u. Gottfried Treviranus als Geschenk des Herrn Ministers Berners Geschichte des Preussischen Staats zur Anerkennung ihrer guten Führung und guten Schulleistungen.

Das Winterhalbjahr wurde am 13. Oktober in gewohnter Weise eröffnet und dabei sechs neue Schüler aufgenommen.:

Am 27. Oktober trug die frühere Hofschauspielerin Frau Julia Behre aus Hannover auf der Aula vor versammelten Schülern eine Anzahl deutscher Dich- tungen frei aus dem Gedächtnisse vor. Sie hat durch ihren musterhaften Vortrag den Vortrag der Schüler in günstigster Weise beeinflusst.

Am 31. Oktober feierte die Schule in herkömmlicher Weise das Reformations- fest und zugleich ihren Stiftungstag(31. 10. 1817). Hierbei entwickelte der Religions- lehrer Professor Schwarz in einer Ansprache über Ev. Joh. 8,32(Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen) in grossen Umrissen den Begriff Wahrheit aus dem Glauben, Worten der Propheten, Jesu und der Apostel und wies nach, dass Luther durch das richtige Verständnis dieses Begriffs zu seiner Auffassung von der evangelischen Freiheit gelangt sei. Darauf gaben die Schüler Wilhelm Grimm aus I 1 und Fritz Möller aus II 1 durch den Vortrag von prosaischen Aufsätzen und andere Schüler durch den Vortrag vor Gedichten ein Bild von Luthers Leben vom Jahre 1517