OQuarta: Allmähliche Ueberleitung zur Be- obachtung von Natur- und Kunstformen und ihre gedächtnismäßige Wiedergabe. Darstel- lung von Vorgängen aus Lesestücken und Ge- dichten. Farbentreffübungen aus der Erinnerung. Rhythmische Uebungen durch schwarzweiße und farbige Flächenauftfeilung. Schriffübung.
Unterteriia: Das Zeichnen wird zum be- wußten Cestallen der äußeren Anschauung. Ver- tiefung in die Einzelheiten. Direkte und indirekte Wiedergabe der Natur. Einführung in die Per- spekfive. Dekoratives Malen. Schriftfübung. Werkzeichnen.
Obertertia: Weiterer Ausbau der Raum- und Körperdarstellung. Perspekfive. Innen- räume. Ausdrucksformen des menschlichen
Körpers in einfacher Darstellung. Stilleben. Schriftübung.— Im gebundenen Zeichnen: Dar- stellung kunstgewerblicher Gegenstfände.
Untersekunda: Ausbau der farbigen Ausdrucksfähigkeit durch breitfflächiges Malen von Stilleben und Raumteilen. Vorstellungs- zeichnen. Farbige Flächenaufteilung. Schrift- übung. Der Linoleumschnitt.— Im gebundenen Zeichnen: Erzeugnisse des Kunsthandwerks.
Obersckunda und Prima: Da die Schüler der Oberklassen seit Obertertia keinen Zeichenunterricht mehr hatten, sind sie den neuen Anforderungen noch nicht gewachsen und zeichneten in diesem Schuljahre nach dem Stoff- plan der Obertertia und Untersekunda.
Gesang und sonstige Musikpflege.
Sexta: Einführung in die Notenlehre. Er- fassen einzelner Töne und rhythmischer Motive im geraden und ungeraden Takl. Noten- und Pausenwerte bis zum Sechszehntel. Die Dur- leiter. Neben C-Dur auch F-Dur und G-Dur. Die Ausweichung. Einstfimmige Lieder. Wek- kung des Verständnisses für dic Elemente der
Melodie. Der Kanon. OQuinta: Konsonanz und Dissonanz. Zu- sammenhängende Zweiklangsfolgen. Die Dur-
tonarfen bis X- und Es-Pur. Die Molleifer. Un- jerschied des Dur- und Molldreiklangs. Homo- phoner und polvyphoner zweistimmiger Liedge- sang.
OQuarta bis Oberprimu: die stimmbe-
gabten Schüler dicser Klassen bilden den ge- mischten Chor. Vornehmlich wird das Volks-
lied gepflegt, daneben Chôre von Bach und Lie- der aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Leichte polyphone Säße. Das Haupisächlichste aus der Musikgeschichte.
Die übrigen Schüler wurden zur Teilnahme am Musikunterricht herangezogen und, soweit es möglich war, einstimmige Volkslieder mit ih- nen eingeübt und wiederholl. Daneben fanden Uebungen im Baßschlüssel statt, und die Ent- wicklung der Notfenlehre und die wichtigsten Begebenheifen aus der Musikgeschichte wurden behandelt.
Ein Orchester für Instrumentalmusik konnte nicht gebildet werden.
Nach den neuen Bestimmungen sind alle
Schüler zur Teilnahme am Musikunterricht ver- pflichfef.
Leibesübungen.
Die Schüler furnten und spielten in sechs Abteilungen; die drei unferen Klassen bildeten je eine Abteilung. Von den vier wöchenllichen Stunden, die jett für Leibesübungen bestimmt find, enftfallen zwei auf Turnspiele. Geturnt wurde auf dem Schulhofe und in der Turn- halle. Alle Geräte wurden benutzt und zwar so, daß möglichst in jeder Stunde eine planmäßige Durchbildung des ganzen Körpers erfolgte.
An Spielen wurden gepflegt: Schlagball, Fuß-
ball, Faustball, Schleuderball und Drittenabschla- gen. Die Spiele fanden auf dem Schulhofe und auf dem städtischen Spiel- und Sportplatze statt. Die Turn- und Spielsiunden der drei unteren Klassen lagen sämtflich auf den Vormittagen, für die mittleren und oberen Klassen mußte das Spiel auf nacuniftags gelegt werden, sodaß sie- ben Fahrschüler nicht teilnehmen konnten.
Gelegentlich maßen sich die Klassen mitei-


