Jahrgang 
1895
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dass das hiesige Realprogymnasium pbis auf weiteres als solches bestehen bleibe und spricht die Erwartung aus, dass, da nunmehr die Bedingung erfüllt ist, an welche die Stadtvertretung die baldige Ausführung des geplanten Schulhaus-Neubaues ge- knüpft hat, die Errichtung desselben beschleunigt werde.

1.

2.

. Zur Geschichte des Schuljahres,

Das Schuljahr wurde am 4. April 1894 in herkömmlicher Weise eröffnet. Das Winterhalbjahr nahm, wie stets, seinen Anfang am 19. Sept. 1894.

Gleich bei Beginn des Schuljahres sah sich Oberlehrer Josef Kerstgens, der schon länger kränkelte, ausser stand Unterricht zu erteilen. In bewegten Worten setzte er den Unterzeichneten hiervon in Kenntnis. Er fühlte wohl, dass er nicht wieder in den Dienst treten werde. Sein Zustand verschlimmerte sich, und am 9. Juni erlöste ihn der Tod von seinem Leiden. In einer Ansprache an die ver- sammelten Schüler gedachte der Direktor der langjährigen Thätigkeit des Lehrers an der hiesigen Anstalt. Am 12. Juni geleitete die Schule den Entschlafenen zu Grabe,

an welchem Herr Stadtpfarrer Michels demselben einen ergreifenden und erhebenden

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Nachruf widmete. R. i. p.

Die Stelle des verstorbenen Kollegen Kerstgens versah vom 2. Mai bis zum 15. Aug. der Kandidat des höh. Schulamtes Friedrich Engelhardt. Mit dem Winter- halbjahre trat durch Wahl des Kuratoriums der Kandidat Gottfried Grandpierre zunächst als wisseuschaftlicher Hilfslehrer in das Kollegium und ward durch Bestätigung des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums am 1. Dez. 1894 als Oberlehrer fest angestellt. Derselbe berichtet über seinen Lebensgang:

Gottfried Grandpierre, geboren am 21. Oktober 1860 zu Königstein im Taunus, besuchte bis Ostern 1882 das Gymnasium zu Hadamar, studierte in Marburg Philologie und trat am Königlichen Gymnasium daselbst zu Ostern 1887 das Probejahr an. Von Ostern 1888 bis Herbst 1893 verweilte er im Ausland, war dann bis Ostern 1894 am Gymnasium zu Hersfeld und im darauffolgenden Sommer am hiesigen Knabenpensionat beschäftigt. Am 1. Dezember 1894 wurde er zum Oberlehrer am hiesigen Realprogymnasium ernannt.

Die Schulferien fielen: 1) vom 13. Mai bis einschl. 21. Mai, 2) vom 15. Aug. bis einschl. 18. Sept., 3) vom 22. Dez. 1894 bis einschl. 7. Jan. 1895.

Hitzferien: 30. Juni, 2., 3., 6, 23., 24. Juli.

Am 17. April 1894 fiel mit Genehmigung des Kgl. Prov. Slumallebiühis wegen der Firmung der kathol. Schüler der Unterricht aus.

.An den Gedenktagen 15. Juni, 18. Okt. 1894 und 9. und 22. März 1895 wurden in den

Klassen Ansprachen gehalten. Bei der Feier des Allerhöchsten Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm II. hielt Oberlehrer Grandpierre die Rede. Die Gesänge wurden begleitet von einem aus Schülern aller Klassen unter Leitung