Jahrgang 
1895
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des Lehrers Hermes gebildeten Orchesters. Am 5. Nov. 1894 wurde des 400j. Geburtstages Hans Sachsens gedacht, am 8. Dez. 1894 in der letzten Wochenstunde bei den ev. Schülern des 300 j. Geburtstages Gustav Adolfs. Am 30. März 1895 hielt der Unterzeichnete aus Anlass des 80jährigen Geburtstages des Fürsten Bismarchk eine Ansprache an die Schüler; am Geburtstage selbst, 1. April, fiel der Unterricht aus.

.Am 15. und 16. Okt. unterzog Herr Provinzial-Schulrat Dr. Pähler die Anstalt

einer Inspektion. Herrn Geheimen Rat Dr. Lahmeyer, dessen Aufsicht die Schule seither unterstellt gewesen, wird das Lehrerkollegium allezeit dankbarste Verehrung bewahren.

.Der schriftlichen Abgangsprüfung, welche vom 5. bis 9. Febr. stattfand, unterzogen

sich 16 Sekundaner. Die mündliche Prüfung wurde am 13. März unter dem Vorsitze des Herrn Provinzial-Schulrates Dr. Pähler in Anwesenheit des Vorsitzenden des Kuratoriums, Herrn Bürgermeisters Reusch, abgehalten. Sämtlichen Schülern wurde das Zeugnis der Reife zuerkannt.

Die Genehmigung der hohen Königlichen Behörden, dass das Realprogymnasium bis auf weiteres als solches bestehen bleiben darf, erregte nicht nur in den Kreisen der hiesigen Bürger hohe Befriedigung, sondern namentlich bei der Anstalt selbst grosse Freude. Denn nunmehr ist die letzte Schwierigkeit beseitigt, welche die Errichtung des geplanten Schulhaus-Neubaues nebst Turnhalle und Direktoratshaus noch verzögerte. Der Unterzeichnete sieht endlich das vor fünf Jahren eingeleitete Werk, der ihm anvertrauten Schule ein würdiges Heim zu verschaffen, seiner Ausführung sich nähern. Möge es uns vergönnt sein, im nächsten Jahre Einzug zu halten in das neue Haus!

Der Gesundheitszustand der Schüler war im Sommer ziemlich günstig, im harten Winter fehlten einzelne Knaben infolge schwerer und andauernder Erkrankung lange. Folgende Vertretungen von Lehrern waren notwendig: des Direktors am 13. und 14. Aug. wegen seiner Teilnahme an dem Jubiläum des Gymnasiums zu Wiesbaden, des Oberlehrers Werle am 22. und 23. Mai 1894, ferner an 3 Tagen wegen Krankheit, sowie vom 3. Jan. 15. Jan. 1895 wegen Teilnahme an dem in Frankfurt stattfindenden Kursus für Neusprachler. des Dr. Bodewig am 13. Febr. 1895 und des Kollegen Kerst- gens vom 4. April bis zum 2. Mai 1894.

Nicht unerwähnt bleibe, dass am 16. Febr. 1895 zu Limburg nach längerem, schwerem Leiden Herr Domkapitular Anton Abt verschied, der Gründer der hiesigen Anstalt, welche er am 1. Mai 1870 als Privatschule ins Leben rief und als städtische höh. Bürgerschule(mit Latein) vom 15. Okt. 1873 bis zum Ende des Sommerhalbjahres 1875 kommissarisch leitete. Im Munde des Volkes heisst noch heute unsere Anstalt dieAbtsschule. Und wenn auch kein Schüler mehr von dem ersten Leiter der Anstalt etwas weiss und nur ein Kollege Abts noch jetzt als Mitglied des Lehrer- kollegiums an der Schule wirkt, so ist es doch Pflicht derselben, dass sie das Andenken der um sie verdienten Männer in Ehren hält, und zu diesen gehört auch der Verewigte. R. i. p.