Jahrgang 
1928
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den Herbſtferien wieder ihren Dienſt aufnehmen konnte. Sie wurde von einzelnen Mitgliedern des Kollegiums ſowie von der Schulamtsanwärterin Hedwig Schmidt vertreten.

An den von der Stadt Mainz eingerichteten Ferienwanderungen hatte ſich auch diesmal eine Anzahl von Schülerinnen beteiligt. Die Kinder wurden im Gonſenheimer Wald von geeigneten Aufſichtsperſonen beſchäftigt. Auf dem GaſthofWaldſchenke erhielten ſie ein einfaches Mittageſſen.

Die Sommerferien und die darauf folgenden 3 Wochen verlebte Herr Studienrat Hagen in Lauſanne, wo er zu ſeiner weiteren Ausbildung die dort von der Univerſität veranſtalteten Ferien⸗ kurſe beſuchte.

Am 20. Auguſt feierten wir den Verfaſſungstag. Herr Studienrat Kißler hielt die Feſtrede. Gedichte, Rezitationen und Geſänge vervollſtändigten die Feier.

Am 23. Auguſt beehrte der Referent unſrer Schule, Herr Staatsrat Block, uns mit ſeinem Beſuche und wohnte dem Unterricht in mehreren Klaſſen bei.

Am 25. Auguſt beſichtigten unſre Oberklaſſen die Internationale Muſikausſtellung in Frank⸗ furt a. M. Sie hat uns die gewiß einzige Gelegenheit geboten, den Schülerinnen wertvolle Schätze der Muſik aus aller Herren Länder zu zeigen.

Am 9. September wurde die Wiederimpfung der 1915 Geborenen und die geſetzliche Nachſchau am 16. September vorgenommen.

Die Lehrerin Frida Meis wurde mit Wirkung vom 1. September 1927 zur Oberin an unſrer Studienanſtalt und Frauenſchule ernannt.

Unſre naturwiſſenſchaftlichen Lehrer nahmen am 6. September an einem Experimentalvortrag des Herrn Dr. Rönnert überMikroprojektion im Unterricht teil.

Außerdem beſuchten am 16. IX. 1927 der Direktor und mehrere Mitglieder des Kollegiums einen Vortrag des Direktors Dr. Ladewig der Lehrmittel⸗ und Ausſtellungsabteilung vom Zentral⸗ inſtitut für Erziehung und Unterricht in Berlin, der überLehrmittel im neuzeitlichen Unter⸗ richt ſprach.

Noch in demſelben Monat beſichtigte die ganze Schule die von der Stadt veranſtaltete Aus⸗ ſtellungHaus, Herd, Garten.

Am 15. Oktober fand eine Feier anläßlich des 80. Geburtstages unſres Herrn Reichspräſi⸗ denten von Hindenburg ſtatt. Herr Reallehrer Harth entwarf in der von ihm gehaltenen Rede ein treffendes Lebensbild des greiſen Reichsoberhauptes.

Am 25. Oktober trat die Schulamtsanwärterin Emma Hufenüßler in den Vorbereitungsdienſt an unſrer Anſtalt ein, nachdem ſie vorher an einer privaten Realſchule in Bad Sachſa im Harz tätig geweſen war.

Der Direktor der Anſtalt beteiligte ſich am 9., 25. und 26. Oktober an Direktorenkonferenzen in Darmſtadt.

Unſre im Weltkrieg gefallenen Helden ehrte die Schule in einer am 19. November abgehaltenen Totengedenkfeier. Weihevoll und tief ergreifend war die Gedächtnisrede des Herrn Studienrats Müller, deſſen Worte Widerhall fanden in den von Schülerinnen vorgetragenen Gedichten und Proſa⸗ ſtücken des den Heldentod geſtorbenen Dichters Walter Flex. Auch die beiden Chöre:Komm, ſüßer Tod von Bach undECrucifixus von Paleſtrina verſenkten die Hörer in wehmutsvolle Er⸗ innerung und ſtille Trauer.

Am 21. November eröffnete das Wohlfahrtsamt der Stadt Mainz wieder ſeine ſegensreiche Einrichtung derMilchſpeiſung, an der etwa 150 Kinder, darunter 25 auf ſtädtiſche Koſten, teil⸗ nahmen.

Mit Wirkung vom 16. Dezember wurde die Studienaſſeſſorin Dr. Herrmann zur Titular⸗ Studienrätin ernannt.

Des 75. Geburtstags des Herrn Staatspräſidenten Ulrich wurde am 28. Januar in ſchlichter Feier gedacht. In ſeiner Anſprache gab Herr Studienrat Hagen eine packende Schilderung der Per⸗ ſönlichkeit und des arbeitsreichen Lebens des Jubilars.

Vom 30. Januar bis zum 3. Februar fand die ſchriftliche Reifeprüfung ſtatt. Die ihr am 5. März folgende mündliche Prüfung wurde unter dem Vorſitz des durch Verfügung des Miniſteriums für Kultus und Bildungsweſen vom 28. Februar(Nr. M. K. B. 5766) zum Regierungsvertreter ernannten Direktors der Anſtalt abgehalten und von ſämtlichen 14 Teilnehmerinnen beſtanden.

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