Am 24. Februar hielt das Kuratorium der Schule unter dem Vorſitz des Herrn Bürger⸗ meiſters Dr. Ehrhard eine Sitzung ab.
Am 8. März ſahen unſre Kinder den von ihnen mit großem Beifall aufgenommenen„Goslar⸗ film“ des Vereins für das Deutſchtum im Ausland.
Das ſtaatliche Schlußexamen für den Lehrberuf beſtanden am 21. März in Darmſtadt die Anwärterinnen Bormuth, Hartenburg, Sander und Schmidt.
Das Maturum für Nichtſchülerinnen legte am 29. März Frl. Elsbeth Schiffmacher ab, nach⸗ dem ſie bereits vom 19. bis 23. März ihre ſchriftlichen Prüfungsaufgaben gelöſt hatte.
Auf die künſtleriſche Erziehung unſrer Schülerinnen wurde in dem geſamten Unterricht in hohem Maße Bedacht genommen. Mannigfaltig waren die Wege, die zu jenem Zwecke beſchritten wurden. Häufig verlegten die in Betracht kommenden Lehrer den kunſtgeſchichtlichen Unterricht in die Muſeen und Sammlungen, in die Kirchen und ſonſtigen Baudenkmäler unſrer Vaterſtadt, die mit ihren reichen Schätzen eine Fülle des beſten Anſchauungsmaterials boten. Auch die Kunſtſtätten unſrer Nachbarorte fanden gleiche Beachtung. Beſondere Dienſte bei der Pflege des Kunſtſinns leiſteten die verſchiedenen mitunter hervorragenden Ausſtellungen in Mainz und Umgebung. Wir be⸗ ſuchten u. a.: Die Ausſtellung des Kunſtvereins in Frankfurt a. M., die der„Rheiniſchen Kunſt im Mittelalter“ in Darmſtadt, die Emil Nolte⸗Ausſtellung in Wiesbaden, die Käte Kollwitz⸗Ausſtellung, die der Werke des verſtorbenen Malers H. Sutter, die Plakatausſtellung der Mainzer Kunſtgewerb⸗ ſchule, die Krippenſchau, die Ausſtellung moderner Malerei in der Stadthalle, die Weihnachtsaus⸗ ſtellung Mainzer Künſtler und die Ausſtellung der Mainzer Frauenarbeitsſchule.
Zu großem Dank verpflichtete uns der Direktor des Naturhiſtoriſchen Muſeums, Herr Prof. Dr. Schmidtgen, der den Oberklaſſen der Anſtalt wiederum während des Winterhalbjahrs in ſeinem Hörſaale eine Reihe der herrlichſten naturwiſſenſchaftlichen Filme zeigte. Das ohnehin ſchon große In⸗ tereſſe an dieſen ward durch die wiſſenſchaftlichen und zugleich faßlichen Erläuterungen des Veran⸗ ſtalters weſentlich verſtärkt. Wir haben nach dem uns hier Gebotenen den Eindruck, daß es ſo leicht kein beſſeres Mittel gibt, dem Schüler Einblicke in die geheimnisvolle Werkſtatt der Natur zu geben und in ihm gleichzeitig Freude an dieſer und Verſtändnis für ſie zu erwecken.
Nicht unerwähnt bleibe alsdann eine neue Einrichtung der Stadt Mainz, die unſren Schü⸗ lerinnen zu großem Vorteile gereichte. Es handelt ſich hier um die Einführung ſogenannter„Schüler⸗ mieten“, die in dieſem Jahre 8 Vorſtellungen im Mainzer Stadttheater umfaßten. Wir konnten für geringe Koſten unſren Oberklaſſen den Beſuch wirklich guter Vorſtellungen ermöglichen und möchten daher nicht verfehlen, an dieſer Stelle den Herren Beigeordneten Hiemenz und Intendanten Klitſch, die ſich um das Zuſtandekommen dieſer guten Sache bemüht haben, beſtens zu danken.
Unſre beiden Frauenſchulklaſſen beteiligten ſich an ſämtlichen obengenannten Veranſtaltungen. Außerdem unternahm die erſte Frauenſchulklaſſe Kunſtfahrten nach Eiſenach, Jena und Weimar. Hier beſuchte ſie neben den klaſſiſchen Stätten auch die Feſtſpiele des Schillerbundes. Im Intereſſe der Wohlfahrtspflege wurden im vergangenen Jahre mehrere Vorträge gehalten. So ſprach Herr Amtsvorſteher Tag über„Bilder aus der Mainzer Wohlfahrtspflege“, woran ſich die Beſichtigung einer Ferienkolonie im Mainzer Licht⸗ und Sonnenbad ſchloß. Frl. Maria Lehne hielt einige Lehr⸗ ſtunden über„Nerven⸗ und Keimſchäden“ ſowie„über die wirtſchaftliche Seite der Alkoholfrage“. Frau Oberin Walther, Darmſtadt, gab den Frauenſchülerinnen einen Überblick über das Weſen der Jugendgerichte und die Jugendgerichtshilfe. Wir danken bei dieſer Gelegenheit den genannten Red⸗ nern für ihre Mühewaltung. Die Unternehmungen der Frauenſchule gipfelten in der am 16. Februar ſtattgefundenen eigenen Ausſtellung ihrer in den techniſchen Fächern hergeſtellten Arbeiten.
Vom 19. bis 31. März veranſtalteten die beiden Zeichenlehrerinnen Klein und Roth gemein⸗ ſam mit dem Zeichenlehrer Boths von der Oberrealſchule eine Ausſtellung im Gutenbergmuſeum, für deren Zuſtandekommen Herrn Direktor Dr. Ruppel gedankt werden muß. Wir bemerken, daß Frl. Klein ähnliche Arbeiten im Auftrage des Pädagogiſchen Inſtituts der Univerſität Göttingen an einigen Februartagen in der genannten Stadt ausgeſtellt hatte, um daran das Weſen und die Ziele des modernen Zeichenunterrichts zu zeigen.
Daß bei aller geiſtigen Kultur die körperliche Geſundheit nicht notlitt, dafür ſorgten regel⸗ mäßige Spiel⸗ und Wandertage ſowie ſportliche Übungen jeder Art.
Das Schuljahr ſchloß am Samstag, den 31. März, mit der letzten Vormittagsſtunde.
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