Jahrgang 
1914
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und Gießen dem Studium der Erdkunde, des Deutschen und der Geschichte zu und bestand am 28. Juli 1900 an der Großh. Landesuniversität die Prüfung für das höhere Lehramt. Vom 20. September 1909 an gehörte er dem mit dem Mainzer Realgymnasium verbundenen Pädagogischen Seminar ein Jahr lang als Lehramtsreferendar an; während des zweiten Vorbereitungsdienstjahres aber war er am Alten Gym- nasium dahier beschäftigt, wo er auch am 22. September 1911 zum Lehramtsassessor ernannt wurde. Von Herbst 1911 bis Ostern 1913 unterrichtete er als Volontär an der Höheren Mädchenschule zu Bingen.

Durch Allerhöchstes Dekret vom 19. März 1913 wurde der Reallehrer Keller mit Wir- kung vom 1. April zum Großherzoglichen Seminarlehrer an unserem Lehrerinnenseminar ernannt.

Mit Genehmigung Großh. Ministeriums wohnten im Laufe des Schuljahrs drei unsrer bisherigen Schülerinnen, die Ostern 1913 aus dem Seminar abgegangen waren: Frl. Katharina Schmelz, Erl. Maria Mehling und Frl. Klara Zentz, zu ihrer praktischen Weiterbildung dem Unterricht der Unter- und Mittelstufe der Höheren Mädchenschule als Hospitantinnen bei; doch verließ erstere schon wieder zu Beginn der Sommerferien unsere Anstalt.

Infolge schwerer Erkrankung sah sich die Handarbeitslehrerin Frl. Meinhardt genötigt, sich für das Sommerhalbjahr beurlauben zu lassen; nach Ablauf desselben mußte ihre Er- holungsfrist bis zum 1. Januar 1914 verlängert werden. In ihre Vertretung hatten sich die beiden anderen Handarbeitslehrerinnen nebst Frl. Mayrhofer geteilt.

Die auf Seite 24, Abs. 1 unsres letzten Jahresberichts angekündigte Gründung der Studien- anstalt und deren Verschmelzung mit dem Lehrerinnenseminar hat zu Beginn des abgelaufenen Schuljahrs mit der Errichtung der Ober-Sekunda(Ila) ihren Anfang genommen und wird Ostern d. Js. durch Aufsetzung der Unter-Prima(Ib) weitergeführt werden.

Durch Allerhöchstes Dekret vom 1. April wurde der Oberlehrer Karl Klinger zum Professor ernannt.

Am 22. und 23. April und später noch einmal am 1. September beehrte Herr Geh. Ober- schulrat Block unsre Anstalt mit seinem Besuche, bei welcher Gelegenheit er in einer größeren Anzahl von Klassen dem Unterrichte beiwohnte.

Mit Erlaubnis Großh. Ministeriums stattete Herr Oberstudienrat Dr. Schwendt aus Stutt- gart unserer Frauenschule am 26. April einen mehrstündigen Besuch ab, um deren Einrichtung, Unterrichtsziele und Arbeitsplan genauer kennen zu lernen.

Im Anschluß an die Pfingstferien war der Unterzeichnete für 8 Tage zu seiner Erholung beurlaubt; während seiner Abwesenheit besorgte Herr Prof. Dr. Ledroit die direktorialen Dienstgeschäfte.

Der allgemeine Schulausflug am 27. Mai führte das Seminar und die Studienanstalt von Eberstadt aus über den Frankenstein nach Seeheim, Jugenheim und Auerbach, die Frauenschule, der sich die Klasse lb anschloß, von Darmstadt auf Umwegen nach der Ludwigshöhe, die Klassen lac nach dem Einsiedel bei Messel, 2ab nach der Ebernburg bei Kreuznach, 3abc in die nähere Umgebung von Darmstadt. Die übrigen Klassen begnügten sich wie alljährlich mit einem Vormittagsspaziergang und dem entsprechenden Ausflugszielen. Bei dieser Gelegenheit erwähnen wir, daß die Elementarklassen(10, 9 u. 8) alljährlich mindestens 4, die Klassen der Mittel- und Oberstufe aber mindestens 6 zwei- oder dreistündige Spaziergänge während der Unterrichtszeit ausführen. Außerdem haben die Turnlehrer und Jehrerinnen der Klassen labc 5abc auch dies- mal wieder mit ihren Turnabteilungen, zum Teil sogar mehrmals, größere Wanderungen unternommen, um den Schülerinnen Gelegenheit zu längerem Aufenthalt in freier Luft zu geben, um ihre Marschfähigkeit zu erhöhen und um sie mit den Schönheiten der heimatlichen Umgebung bekannt zu machen. Die Beteiligung an diesen für Lehrer und Schülerinnen unverbindlichen Wanderungen war auch im Berichtjahre wieder recht stark.

Am 24. Mai erfolgte die Wiederimpfung der 1901 geborenen Schülerinnen; ihr schloß sich am ,31. Mai die übliche Nachschau an.

Infolge einer Fußverletzung war die Zeichenlehrerin Frl. H. Klein vom 6. Juni bis zum 17. Juli dienstunfähig.