Jahrgang 
1914
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WV. Zur Geschichte der Schule.

Das abgelaufene Schuljahr wurde am 31. März 1913 mit einer Sitzung des Lehrerrats eröffnet. Durch den Tod des Oberlehrers Dr. Wimmenauer(vergl. Jahresbericht von 1912/13, S. 6) sowie durch die Ernennung des Lehramtsassessors Krauß zum Oberlehrer an dem Ober- lyzeum zu Erfurt waren zwei Stellen frei geworden; außerdem hatte die Errichtung von zwei neuen Parallelklassen(7d und 6) die Anstellung drei weiterer Lehrkräfte notwendig gemacht. Im ganzen wurden durch Verfügung vom 18 März 5 Lehramtsassessoren der Schule von Groß- herzoglichem Ministerium zur provisorischen Verwendung überwiesen, die Herren: Obermann, Dr. Spira, Dr. Schier, Nolda und Hölzer.

1. Friedrich Obermann, geboren am 6. Februar 1882 in Reuters(bei Lauterbach), besuchte zuerst die Volksschule seines Heimatortes, dann die Kullmannsche Privatschule zu Lauterbach und zu- letzt das Großherzogliche Gymnasium zu Gießen, wo er 1902 mit dem Reifezeugnis entlassen wurde. Nunmehr widmete er sich auf der Landesuniversität Gießen dem Studium der Germanistik, des Fran- zösischen und Lateinischen und bestand im Sommer 1906 die Staatsprüfung. Das erste Halbjahr des Vorbereitungsdienstes verbrachte er an dem Pädagogischen Seminar des Großherzoglichen Gymnasiums zu Gießen, worauf er von Ostern 1907 bis Ostern 1915 eine Lehrerstelle an der Höheren Bürgerschule zu Ober-Ingelheim verwaltete. Am 1. Oktober 1900 wurde er zum Lehramtsassessor ernannt.

2. Theo Spira, geboren am 12. Januar 1885 zu Worms a. Rh., erhielt im Frühjahr 1905 beim Verlassen der Großh. Oberrealschule seiner Vaterstadt das Reifezeugnis und studierte dann in Gießen und in Genf neuere Sprachen. Im Sommer 1907 bestand er an der Großherzoglichen Landesuniversität die Prüfung für das höhere Lehramt und erwarb sich dabei zugleich auch die Doktorwürde; hierauf war er von Herbst 1907 bis Ostern 1908 zum Zwecke seiner pädagogischen Kusbildung der Großh. Realschule zu Oppenheim überwiesen und bis zum 1. März 1912 an der Grofh. Realschule zu Worms teils als Schulverwalter, teils als Volontär beschäftigt, vom 1. Oktober 1900 an jedoch genügte er ein Jahr lang seiner Militärpflicht. Seine Ernennung zum Lehramtsassessor erfolgte am 1. Oktober 1000. Vom 1. April 1912 1913 hielt er sich zum Zwecke sprachlicher und pädagogischer Studien in England auf.

3. Adam Schier, geboren am 23. Februar 1884 zu Bad-Nauheim, trat nach mehrjährigem Besuche der Volksschule seines Geburtsortes im Herbst 1808 in die Klasse IIIb des Großh. Gymnasiums zu Friedberg ein. Nachdém er 1904 das Reifezeugnis erhalten hatte, widmete er sich naturwissenschaftlich- mathematischen Studien an den Universitäten zu Freiburg i. B. und Gießen. Hier bestand er im Sommer 1908 die Prüfung für das höhere Lehramt. Während des ersten Vorbereitungsjahres hielt er sich an dem Großh. Realgymnasium zu Darmstadt auf. Vom 1. Oktober 1000 an genügte er daselbst auch seiner Militärpflicht als Einjährig-Freiwilliger im I. Großh. Hessischen Infanterie-(Leibgarde-) Regiment Nr. 115. Hlsdann war er im zweiten Jahre des pädagogischen Vorbereitungsdienstes an der Großh. Hugustinerschule zu Friedberg beschäftigt. Nach seiner Ernennung zum Lehramtsassessor am 1. Ok- tober 1911 ließ er sich für ein Jahr beurlauben, um sich im chemischen Laboratorium der Unixversität Gießen für seine Berufstätigkeit weiterzubilden. Am 19. Februar 1912 wurde ihm auf Grund einer Erweiterungsprülung die Lehrbefähigung für Chemie auf der Oberstufe zuerkannt. Von Oktober 1912 bis Ostern 1913 war er als Volontär an der Höheren Bürgerschule zu Bad-Nauheim tätig und erwarb sich während dieser Zeit(am 15. II. 1913) an der Grofh. Landesuniversität die Doktorwürde.

4. Heinrich Nolda, geboren zu Mainz am 6. Juni 1884, trat nach mehrjährigem Besuch der hiesigen St. Marienschule Ostern 1897 in die Höhere Bürgerschule zu Dieburg ein, die er Ostern 1902 mit dem Großh. Gymnasium zu Bensheim vertauschte, das er Ostern 1904 nach bestandener Reifeprüfung verließ, um sich an den Universitäten zu Straßburg und Gießen dem Studium der Geschichte, des Deutschen und des Lateinischen zu widmen. Die Staatsprüfung bestand er im Februar 19090. Hlsdann erledigte er das Seminarjahr am Neuen Gymnasium zu Darmstadt, das Probejahr am Alten Gymnasium seiner Vaterstadt. Am 1. April 1911 wurde er zum Lehramtsassessor ernannt. Mit Genehmigung Großh. Ministeriums verwaltete er von Ostern 1910 1913 eine Lehrerstelle an der Mainzer St. Marienschule.

5. Herbert Hölzer, geboren am 7. März 1886 in Mainz, besuchte zunächst die Vorschule des Alten Gymnasiums und dann das Großh. Realgymnasium seiner Vaterstadt, an dem er am 1. März 1905 die Reifeprüfung ablegte. Nunmehr wandte er sich auf den Hochschulen zu Freiburg i. B., Berlin, München