Jahrgang 
1914
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Zur Erinnerung an die 25 jährige Regierung Sr. Majestät des Kaisers fand auf Anordnung Großh. Ministeriums am 16. Juni eine Schulfeier statt, die um 7 ½ Uhr vormittags begann, und in deren Mittelpunkte die auf die Bedeutung des Tages hinweisende sowie die hohen Verdienste des Gefeierten hervorhebende Ansprache des Unterzeichneten stand; in Gabcd 10ab war bereits am 14. Juni von den Klassenführern und führerinnen in geeigneter Weise des kaiserlichen Jubiläums Erwähnung getan worden. An die Schulfeier schloß sich ein allgemeiner Spaziergang an von teils längerer, teils kürzerer Ausdehnung.

Für die Monate Juli und August war Herr Professor Dr. Bender von Großh. Ministerium zum Zwecke eines Studienaufenthaltes in Frankreich beurlaubt; auf Antrag des Kuratoriums hatte die Stadtverordnetenversammlung ihm hierfür in dankenswertester Weise ein Reisestipendium zur Verfügung gestellt.

Vom 14. August bis zum Beginn der Herbstferien und dann später noch einmal vom 16. Januar bis zum Schlusse des Schuljahrs mußte Herr Reallehrer Hoffmann aus Gesundheits- rücksichten seinen Unterricht aussetzen. Auch Frl. Bommes mufßte vom 14. August bis zum 1. Oktober ihrer angegriffenen Gesundheit halber beurlaubt werden.

Mit Genehmigung Großh. Ministeriums übernahm Herr Dr. Spira gleich nach den Sommer- ferien eine Stelle an der Odenwaldschule zu Hambach bei Heppenheim i. B.; zu seinem Nach- folger wurde Herr Lehramtsassessor Hallstein ernannt.

Karl Justus Hallstein, geboren am 23. Februar 1886 zu Darmstadt, besuchte zunächst drei Jahre lang die Rnabenmittelschule und dann das Großh. Realgymnasium seiner Vaterstadt, das er Ostern 1904 mit dem Reifezeugnis verließ. Alsdann widmete er sich auf der Universität Gießen dem Studium der neueren Sprachen und des Deutschen und bestand daselbst im Sommer 1907 die Staats- prülung. Im Herbst 1907 trat er in das Pädagogische Seminar am Großh Realgymnasium zu Darmstadt ein, fand aber bereits Ostern 1908 Verwendung an der Oberrealschule zu Worms, von wo er im Herbst desselben Jahres nach Lauterbach in Oberhessen versetzt wurde. Hier war er vier Jahre an der Höheren Bürgerschule tätig. Seine Ernennung zum Lehramtsassessor erfolgte im Herbst 1900. Im Oktober 1912 wurde er zur Erweiterung und Vertieſung seiner Sprachkenntnisse von Großh. Ministerium für ein Jahr nach Frankreich beurlaubt, wo er bis zum juli 1913 in Beauvais(Oise) am Lycée Felix-Faure beschäftigt war. Mit seiner Verwendung an der Höheren Mädchenschule zu Mainz trat er am 11. Hugust wieder in den hessischen Staatsdienst ein.

Auch der Sedantag wurde zu Klassenausflügen benutzt, die den sie leitenden Lehrkräften zu vaterländischen Ansprachen Gelegenheit boten.

Am 17. September als am Allerhöchsten Geburtsfeste Ihrer Königlichen Hoheit der Groß- herzogin fiel der Unterricht vorschriftsmäßig aus.

Außer in den lehrplanmäßigen Turnstunden wurde vom 1. Mai bis zum 18. September den Klassen Tabcd labc wöchentlich einmal nachmittags zu freiwilligem Bewegungsspiel von 1 ½ stündiger Dauer Gelegenheit gegeben. In der Regel bildeten die Parallelklassen eine oder auch zwei Spielgruppen. Der Besuch war in den einzelnen Klassen verschieden; im ganzen haben 46,6% der in Betracht kommenden Schülerinnen an der Spielstunde teilgenommen. Im Interesse

der Kinder läge es, wenn sie von ihren Eltern zu regerer Teilnahme an dieser wohltätigen Ein- richtung angehalten würden.

Zu Beginn des Winterhalbjahres wurde Herr Lehramtsreferendar Karl Heinemann zur Ableistung seines Probejahrs von Großh. Ministerium unserer Schule zugewiesen.

Für den 18. Oktober hatte Großh. Ministerium eine vaterländische Gedenkfeier angeordnet. Sie begann um 9 Uhr vormittags. Herr Beigeordneter Dr. Külb als Stellvertreter des erkrankten Oberbürgermeisters sowie Frau Buder und Frau Bürgermeister Kuhn beehrten sie mit ihrer An-

wesenheit. Die Festrede des Herrn Oberlehrers Rupp hatte die Helden und Heldinnen der Be- freiungskriege zum Gegenstand.