Jahrgang 
1908
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Dieser Saal, der, wie bereits bemerkt, über der kleinen Turnhalle im Dache eingebaut ist, hat eine verputzte Decke mit sichtbaren Holzbalken, die Wände sind leicht abgetönt mit einfach gemalten Wandfriesen, Szenen aus der singenden Vogelwelt, versehen. Ein nach rückwärts ansteigendes Podium mit Stühlen ist für einen Chor von 300 Schülerinnen berechnet, und die Einrichtung getroffen, dass dasselbe zum Teil als Empore für die Festhalle verwendet werden kann. Die mit der letzteren durch Fenster bestehende Verbindung kann durch besondere Läden so abgeschlossen werden, dass Störungen für den Unterricht nach der einen oder anderen Seite vermieden werden.

Der Lehrsaal für Naturwissenschaft(zugleich Kombinationsklasse) ist im II. Stockwerke nach der Hofseite zu gelegen; daneben befindet sich ausserdem, gegen die Vorderseite des Lehrsaales, das mit diesem durch eine Tür verbundene Sammlungszimmer, woselbst die grossen Glasschränke für geologische und mineralogische Sammlungen, sowie ein Schreibtisch und ein Kleiderschrank untergebracht sind. Der Lehrsaal selbst enthält ebenso wie der Physik- und Chemiesaal ein ansteigendes Podium mit Sitzplätzen für ca. 100 Schülerinnen. Von der Ein- richtung ist besonders der 4 m lange Experimentiertisch mit Schubladen und Schränken, welcher zwecks Erhellung der letzteren mit Ornamentglasfüllungen auf der Vorderseite versehen ist, bemerkenswert. Zur Ausrüstung gehören ferner noch ein Bibliothekschrank, die 3-teilige Klapp- wandtafel mit 5 Tafelflächen, die Vorrichtung zum Aufhängen der Karten, der Projektions- schirm mit Projektionsapparat sowie die Verdunkelungsvorrichtungen an sämtlichen Fenstern. Die Beleuchtung erfolgt mittelst einer Bogenlampe.

Ueber die Nebentreppe gelangen wir nach dem III. Obergeschoss, woselbst auf den beiden Seiten des Korridors 4 Klassenzimmer und Räume für den Unterricht in Physik und Chemie mit den entsprechenden Vorbereitungs- und Lehrmittelzimmern liegen.

Der Lehrsaal mit Südwestlage hat ein ansteigendes Podium. Der Experimentiertisch enthält zahlreiche verschliessbare Schubladen und Schränke, Gas- und Wasserleitung, Saug- und Druck- luftleitung, Wasserausgüsse, einen Abzugskanal für schädliche Dämpfe, eine Erwärmungsvor- richtung für elektrische Apparate, eine Vertiefung für Arbeiten mit Quecksilber, eine pneumatische Wanne sowie einen Anschluss an den elektrischen Strom. Zum Transport der schweren Apparate von den beiden Vorbereitungszimmern nach dem Experimentiertisch und zurück sowie zur Verlängerung des letzteren dient ein fahrbarer Tisch. Die Wand hinter dem Experimentier- tisch ist mit einem grossen Wandtafelgestell mit Schrankunterbau und 2 verschiebbaren Wand- tafeln ausgestattet. Die Wandtafel verdeckt eine mit weissen glasierten Platten ausgekleidete Abzugsnische für schädliche Dämpfe, die mit Wasserzu- und Abfluss sowie Gasleitung und Lock- flamme versehen ist.

Ueber dem Wandtafelgestell befindet sich aufgerollt ein 3 3 m grosser weisser Schirm für Projektionen und ein offenes Regal mit Rückwand von weissen Plättchen zur Aufstellung der wichtigsten Reagentien. An der Rückwand des Lehrsaals ist ein Projektionsapparat aufgestellt.

Auf der Kathederseite ist ausserdem das Wasserstrahlgebläse mit Wasserluftpumpe, der Schrank für die Schalttafel sowie ein säurefestes Ausgussbecken mit Wasserleitunganschluss und an der Aussenwand ein Mauerheliostat untergebracht.

Die sämtlichen Fenster sind mit Verdunkelungsvorrichtungen aus lichtdichtem schwarzen Filz versehen. Die Beleuchtung des Experimentiertisches und der Wandtafel erfolgt durch eine 5-flammige Rampenbeleuchtung, diejenige des Saales mittelst einer Bogenlampe.

Dem Hörsaal schliesst sich auf der Seite des Vortragenden das Vorbereitungszimmer für Physik an, von welchem aus ebenfalls die bereits erwähnte Abdampfnische, welche auf beiden Seiten mit Schiebefenstern verschliessbar ist, benutzt werden kann. Auch diese Fenster besitzen eine Verdunkelungsvorrichtung. Von der weiteren Ausstattung sind ein Apparatenschrank, ein Werk-