— 11—
Die Schulbänke sind nach dem umlegbaren System mit Pendelsitz von der Firma Fuhrmann& Hauss in Frankenthal geliefert und gewährleisten in der einfachen Weise ihrer Handhabung eine vollkommene Reinigung der Klassen. Die Klassenzimmer in den übrigen Geschossen zeigen im allgemeinen die gleiche Durchführung und unterscheiden sich nur durch die verschiedenartige Farbe der Wände und der sie schmückenden Bordüren.
Das an diesem Korridor neben dem Dienstzimmer des Pedellen gelegene Frühstücks- zimmer hat eine Grösse von 28,50 qim, Wände und Fussböden zeigen gleiche Ausführung wie die Schulzimmer, mit dem Unterschied, dass die Wände auf Sockelhöhe mit Linoleum zum Schutz gegen Verstossen bekleidet sind. Das in Natur-Rüsternholz gehaltene Mobiliar besteht aus 9 runden Tischen und 36 Stühlen und bietet den Kindern bequeme Gelegenheit zur Einnahme ihres Frühstücks.
In einem nur durch einen Büffettisch abgetrennten Nebenraum ist ein Gasherd aufgestellt für das Kochen und Warmhalten der Milch, deren Beschaffenheit besonders kontrolliert wird, und deren Abgabe durch die Frau des Pedellen stattfindet. Ausserdem enthält dieser Raum noch eine Anrichte mit Schrank zum Aufbewahren der Gläser sowie einen Spülstein. Das Früh- stückszimmer sowie das Pedellenzimmer mit Küche haben elektrische Beleuchtung.
Das auf der Hofseite dieses Korridors gelegene Lehrerinnenzimmer, ein wohnlich aus- gestatteter Raum mit grau-grünen Tapeten und graudurchgedrucktem Linoleumbelag, mit weissen Gardinen und roten, gemusterten Uebervorhängen an Messingstangen hat seinen beson- deren Charakter durch die Art seiner Möbelierung erhalten. Besonders sind es die in Natur- Rüsternholz hergestellten Kleider- und Bücherschränke, welche den Raum wie mit einer Ver- täfelung schmücken. Die Stühle und die übrigen Mobilien haben ihrer Bestimmung ent- sprechend, nach besonderen Zeichnungen, zierlichere Formen erhalten.
Ein grosser Tisch mit blau-grünem Bezug dient zu Konferenzen, 2 kleine achteckige Tischchen gestatten die Vornahme von Korrekturarbeiten, sodass das Zimmer während der Pausen einen angenehmen Aufenthalt bietet.
Die Beleuchtung des Raumes erfolgt vermittelst 3-flammigen Messingkronen.
Von dem Lehrerinnenzimmer sind die Toiletten zugänglich, in deren Vorraum ein Doppel- waschtisch aus Fayence mit Nickelgarnitur aufgestellt ist. In direkter Verbindung mit dem Lehrerinnenzimmer ist ein Zimmer für kranke Schülerinnen angeordnet, welches sowohl vom Korridor als auch von dem Lehrerinnenzimmer aus zugänglich und ebenso wie letzteres tapeziert und mit Linoleum belegt ist. Ausser einer Chaiselongue, einem Sessel, einem Tisch und einigen Stühlen ist ein Krankentragsessel und ein Verbandkasten vorhanden.
Wir wenden uns nun nach der Nebentreppe, welche in rotem Sollinger Sandstein, eben- falls auf steigenden Gewölben ruhend, hergestellt ist, und deren Brüstungen mit kunstgeschmie- detem Geländer versehen sind, die in den einzelnen Stockwerken verschiedene Zeichnungen auf- weisen. Decken und Wände, sowie der Bodenbelag zeigen die gleiche Ausführung wie im Haupttreppenhaus.
Im ersten Obergeschoss gelangen wir zuerst in den neben dem Treppenhaus gelegenen Flügelbau, welcher die beiden Turnhallen und den Singsaal enthält und die ganze Frontlänge des Gebäudes an der Petersstrasse einnimmt. Eine doppelflügelige Eingangstüre, mit dekorativer Wandmalerei geschmückt, bezeichnet den Zweck und führt vom Korridor in den kleinen Saal, der eine Abmessung von 10,26 15,51 m besitzt; er dient für das Geräteturnen und ist mit den für das moderne Mädchenturnen erforderlichen, der Neuzeit entsprechenden Geräten ausgerüstet. Der Turnsaal hat eine Höhe von 5,93 m und ist mit einer Holzbalkendecke mit sichtbaren Balken zwischen weissen Putzflächen auf Unterzügen überdeckt. Als Fussbodenbelag wurden pitch- pine-Riemen gewählt. Die Wände sind ringsum auf 2,10 m Höhe mit FHolzvertäfelung mit four-


