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Lehrerinnenseminars an die Schule mit einer weiteren Steigerung der Frequenz zu rechnen, weshalb der Neubau nicht mehr länger verschoben werden konnte. Aus den oben angegebenen Gründen war daher die Aufgabe des Bauprogramms eine sehr schwierige, da nicht nur die Forderungen, die man heute an ein allen Anforderungen entsprechendes Schulgebäude stellt, in schultechnischer und hygienischer Rücksicht erfüllt werden mussten, sondern auch die Bedingung der Erhaltung der Reich-Klara-Kirche und deren Ausbau zu einem naturhistorischen Museum weitere Raum- ansprüche stellte, die erfüllt werden mussten, ohne dass der Unterricht der Schule dadurch beeinträchtigt werden durfte. Es sollte vielmehr dabei berücksichtigt werden, dass die Schule aus den Sammlungen des Museums Nutzen ziehen könne. In architektonischer Beziehung musste auf eine zweckmässige, das Vorhandensein des Kirchengebäudes respektierende Aus- bildung der Fassaden und der Gruppierung der Gebäudemassen, diesem gegenüber, weitgehende Rücksicht genommen werden.
Bei der Grundrissgestaltung musste in erster Linie beachtet werden, dass bei einer Schülerinnenzahl von 1100, trotz der grossen Beschränkung des zur Verfügung stehenden Bauplatzes, der Schulhof so reichlich bemessen wurde, dass pro Schülerin ca. 2 qm, zusammen also 2000 qm Fläche übrig blieb. Diese Notwendigkeit hat dazu geführt, die beiden Turnhallen nicht im Erdgeschoss, sondern in den I. Stock zu verlegen, und darunter eine gegen den Hof offene gewölbte Halle anzuordnen, welche nicht allein zu der freien Hoffläche hinzugezogen werden konnte, sondern ausser dem architektonischen Vorteil dieses Motivs noch die Annehmlichkeit des Aufent- halts der Schülerinnen im Freien bei schlechtem Wetter darbot. Der Bauteil, der die vorge- nannten Räume aufnehmen sollte, konnte nur an der schmäleren Petersstrasse liegen, da hier nicht nur die Belichtungsverhältnisse für die Unterbringung von Klassenzimmern ungünstigere gewesen wären, sondern auch die Bauhöhe beschränkt war.
Für die Anordnung der Klassenzimmer stand deshalb nur die Möglichkeit offen, einen Bauteil nach der Mitternacht hin zu projektieren, welcher der vorhandenen Platzform folgte und hier unter Berücksichtigung der Notwendigkeit, ein besonderes Wohngebäude für den Direktor zu errichten und die noch erforderlichen Museumsräume zu schaffen, den Anschluss an das ehe— maligen Kirchengebäude suchen musste. Eine grosse Anzahl von Räumen, ausser den 2 Turn- hallen, stellt die Programmforderung fest. Allein 30 Säâle für 54 bis zu 24 Schülerinnen, dann weitere Reservesäle, Säle für den naturwissenschaftlichen Unterricht mit Sammlungsräumen, Säle für den Physik- und Chemieunterricht nebst besonderen Sammlungs- und Vorbereitungsräumen, 1 Zeichensaal mit Vorlagen- und Waschraum sowie einem Zimmer für die Zeichenlehrerin, 1 Gesangssaal für 300 Schülerinnen waren verlangt; es sollten ausserdem 1 Zimmer für die Lehrerinnen mit anschliessenden Toiletten, desgl. 1 Lehrer- und Konferenzzimmer, 1 Zimmer für den Direktor mit Vorzimmer, Sprechzimmer, Bibliothek, 1 Sammlungsraum, 1 Zimmer für den Pe- dellen und Wohnung für denselben und 1 Milchzimmer vorhanden sein; auch sollten Räume für den später etwa zu errichtenden Kochunterricht vorgesehen werden. Die Bedürfnisanstalten sollten, getrennt vom Gebäude, im Hof liegen.
Die Unterbringung dieser Räâume forderte eine sehr weitgehende Ausnützung der Höhe, sie war auch der zwingende Grund einer doppelbündigen Anlage der Unterrichts- räume in einem Gebäudeflügel, sodass ein Teil derselben nach dem vom Verkehr nur wenig berührten Mitternachtsplatz, der andere nach dem Schulhof zu liegen kam. Die Rücksicht auf die weitere Schaffung von Räumen von etwa 680 qm für das Museum hat dazu geführt, einen Lichthof anzuordnen, denselben durch Korridore in direkte Verbindung mit dem Kirchenraum zu bringen und diesen Hof als eine glasgedeckte Halle für Museumszwecke zu gestalten und ringsum die notwendigen Sammlungsräume anzugliedern. In den oberen Ge- schossen konnten dann hier die Räume der Schule untergebracht werden. Dabei war zu berück- sichtigen, dass die Eingänge sowohl für die Schule als auch für das Museum von getrennten


