Jahrgang 
1928
Einzelbild herunterladen

Am 10. September 1927 vormittags 11 Uhr wurde in der Stadthalle zu Mainz die Ausstellung Haus, Herd und Garten durch einen Festakt eröffnet, bei dem nach der Begrüßung durch den Herrn Oberbürgermeister Dr. Külb, Herr Beigeordneter Dr. Tremöhlen die Festrede hielt. Zur Vertretung der Anstalt war der Direktor anwesend.

Vom 9. bis 23. Oktober 1927 hatte der Verein der Krippenfreunde im Rheinland, Westfalen und Hessen in der Städtischen Kunsthalle auf dem Liebfrauenplatz eineKünstler-Krippenschau ver- anstaltet. An der Fröffnungsfeier nahm auch der unterzeichnete Direktor teil.

Am 26. November wurde für die mittleren und oberen Klassen unserer Anstalt durch das Biologische Laboratorium von Dr. Römmert in München im großen Saale des Evangelischen Vereinshauses ein hochinteressanter Vortrag mit Lichtbildern gehalten über dieWunder unsichtbarer Welten(Mikroprojektionsvortrag). Er fesselte ungemein und brachte allen Besuchern reichste Belehrung.

Der Verein für das Deutschtum im Ausland ließ nach Vereinbarung mit dem Stadtschulamt für die Mainzer Schulen im Lichtbildsaale der Neutorschule einen Lehrfilm, denGoslar-Film, laufen, der anschauliche Bilder von der vorjährigen Pfingsttagung des VDA zu Goslar brachte. Unsere Klassen besuchten die Veranstaltung unter Führung der Herren Klassenführer am Vormittag des 8. März 1928.

Mit der Intendanz des Mainzer Stadttheaters wurde für dieses Winterhalbjahr zum ersten Male eine Vereinbarung getroffen, wonach für acht Vorstellungen Eintrittskarten zu ermäßigten Preisen für Schüler höherer Lehranstalten abgegeben wurden(Schülermieten). Von dieser lobenswerten Einrichtung wurde durch die oberen Klassen reichlich Gebrauch gemacht; man war mit ihr all- gemein zufrieden.

Der Kreisverein Mainz vom Roten Kreuz hatte den bedürftigen Veteranen der Provinz Rhein- hessen aus den Jahren 1866 und 1870/71 am 18. Dezember 1927 im großen Saale des CasinosHof zum Gutenberg eine würdige und erhebende Weihnachtsfeier veranstaltet, bei der der Provinzial- direktor der Provinz Rheinhessen, Herr Geheimrat Dr. Usinger, eine tiefempfundene und zu Herzen gehende Ansprache hielt. Die höheren Schulen waren bei dieser Gelegenheit durch den unterzeich- neten Direktor vertreten.

Auch in diesem Jahre ließ die Freiwillige Sanitäts-Hauptkolonne vom Roten Kreuz zu Mainz einen großen Ausbildungskursus für die erste Nothille bei Unglücksfällen für Schüler der oberen Klassen der höheren Lehranstalten durch den Kolonnenarzt, Herrn Chirurgen Dr. med. Werner, ab- halten. Etwa fünfundzwanzig Schüler unseres Gymnasiums beteiligten sich daran. Dem Roten Kreuz und Herrn Dr. Werner sei für die Gelegenheit der unentgeltlichen Unterweisung dieser Schüler unser verbindlichster Dank ausgesprochen.

Für dieKünstlerhilie Weihnachten 1927 wurden von unseren Schülern 400 Wohlfahrts- lose gekauft, und mancher schöne Gewinn konnte eingeheimst werden.

Dem Mainzer Wohlfahrtsamt waren von hochherziger Seite Mittel zur Verfügung gestellt worden, um einer beschränkten Anzahl von Schülern der hiesigen höheren Lehranstalten im Alter von 10 bis 16 Jahren für die Zeit vom 10. August bis 15. September 1927 eine Ostseereise(mit Auf- enthalt in Berlin, Rügen und Marienburg) zu ermöglichen. Von unserem Gymnasium konnten folgende acht Schüler an der Fahrt teilnehmen: Franz Ib 1, Heiser IIb 2, Fischer IIIa l, Kalbitzer IIIa 1, Boppert IIIa 2, Schütz IIIa 2, Herlert IIIb 1 und Kaltenbach IIIb 2. Dem Veranstalter des Unter- nehmens sei für die lehrreiche Förderung unserer Schüler der Dank der Anstalt und der Fltern wiederholt.

Um die Sache der Ferienwanderung in den Sommerferien 1927 hat sich auch im abgelaufenen Schuljahr aus treuer Anhänglichkeit an unsere Anstalt Herr Studienassessor Dr. Ludwig Wolf von der Aufbauschule zu Alzey sehr verdient gemacht. In Fortsetzung seiner Schwarzwald-Schülerwanderung des Jahres 1926 führte er eine Wandergruppe unseres Gymnasiums, bestehend aus den Obersekun- danern W. Hartmann, H. Ittmann, H. Rußler und K. Walter und dem Untersekundaner H. Betz, in der ersten Augusthälfte von Triberg über den Feldberg durchs Wiesental nach Säkkingen am Rhein. Zahlreiche Schüleraufnahmen, zu einem hübschen Bändchen vereinigt und uns zur Erinnerung über- reicht, hielten das Bewundernswerteste an Eindrücken im Bilde fest. Wir sprechen Herrn Dr. Wolf für seine Mühewaltung auch an dieser Stelle den besonderen Dank der Anstalt und der EFltern der Schüler-Teilnehmer aus.

15