Jahrgang 
1928
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Im Schuljahr 1927/28 erwarben folgende Schüler des Gymnasiums dasReichsiugendabzeichen: Erich Hirsch Ia 1, Wilhelm Friedrich Ia 2, Willy Reinheimer la 2, Georg Sartorius Ia 2, Heinz Bender Ib 1, Richard Neumann Ib 1, Walter Mannheimer Ib 2 und Walter Cratz IIb 2.

Die Reichsiugendwettkämpfe wurden für unser Gymnasium am 14. September 1927 unter Leitung der Herren Prof. Größer und Studienrat Dr. Schmid ausgefochten. Folgende Schüler er- hielten wegen hervorragender Leistungen je eine Ehrenurkunde des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg: Hübner IIb 1, Frey Ib 2, Bottenhorn IIb 2, Küthe Ib 2, Schreiber IIb 2 und Cratz IIb 2. Neunundfünfzig Sieger in Gruppe I, II und III und acht Sieger in der Vorklasse wurden je mit einer Urkunde des Deutschen Ausschusses für Leibesübungen bedacht.

Bei dieser Gelegenheit wiederholen wir die Klagen, die seit Jahren auch in unserem Jahres- bericht ihre Stelle finden müssen, daß von der Erteilung eines neuzeitlichen systematischen Turn- unterrichts bei uns nicht die Rede sein kann, solange wir durch die völlige Unzulänglichkeit unserer Turnhalle, eines ehemaligen Zimmers, und unseresHofes in unserem besten Willen und in unseren besten Absichten gehemmt werden. Ein Versuch, unser großes Schulgebäude auf der Kaiserstraße von der Beschlagnahmung durch die Besatzungsbehörde frei zu bekommen, war leider ergebnislos.

Am 28. August 1927 veranstaltete der Mainzer Ruderverein seine 43.(sechste) Herbst-Regatta, verbunden mit der Zweiten Mainzer Schüler- und Jugend-Regatta, bei der sich die Ruderriege unserer Schule in kombinierten Mannschaften nach Kräften betätigte. Als Vertreter des Gym- nasiums war Herr Prof. Größer anwesend.

Bei dem am 3. und 4. September 1927 stattgefundenen vereinsinternen Wettschwimmen der Mainzer Schwimmgesellschaft Undine errang die Mannschaft des Gymnasiums, bestehend aus den Schülern Wahl Ia 1, Friedrich Ia 2, Ott Ia 2, Gaßner Ib 2, Küthe Ib 2, Heck Ib 2, Schätzel IIa 1, Betz IIb 1, Hübner IIbI und Cratz IIb 2, im Staffelschwimmen für Schulen 10 mal 50 m in 7 Minuten 1% Sekunden den 3. Preis und empfing darüber eine Ehrenurkunde des Vereins. Der UÜbung wohnten als Vertreter der Anstalt bei die Herren Prof. Größer und Dr. Schmid.

Am Samstag, dem 17. September 1927, wurde auf dem Sportplatz des Turnvereins 1817 der Schlagballwettkampf um den Hessischen Philologenpreis zwischen der Aufbauschule zu Alzey und der Oberrealschule zu Butzbach ausgefochten. Unsere Obertertia und Untersekunda nahmen von 10 Uhr ab unter Führung der Herren Prof. Größer und Dr. Schmid als Zuschauer teil. Der Kampf endigte mit einem Siege der Aufbauschule Alzey.

Am 30. Oktober 1927 beging der Mainzer Turnverein von 1817, als zweitältester Verein der Deut- schen Turnerschaft, sein 110. Stiftungsfest in der Stadthalle, verbunden mit einem Städtewettkampf Mainz-Wiesbaden-Worms und mit großem Schauturnen der Abteilungen des Mainzer Turnvereins von 1817. Die Vertretung der Anstalt, der der Verein seit Jahren seinen großen Spiel- und Sport- platz vor den Toren der Stadt zu sportlicher Betätigung vermietet, hatte Herr Prof. Größer über- nommen.

Die Reifeprüfung des Schuljahres 1927/28 fand für unsere Anstalt am 0. und 10. März 1928 statt, für die Oberprima 1 unter dem Vorsitz des Herrn Ministerialrats Glückert, für die Oberprima 2 unter dem des Direktors. Insgesamt 38 Abiturienten konnte die Reife für höhere Berufsstudien zuge- sprochen werden.

Der vorgeschriebene hygienische Aufklärungsvortrag wurde am Nachmittag des 6. März im Physiksaal der Oberrealschule den Abiturienten der hiesigen höheren Lehranstalten wiederum von dem Kreisarzt, Herrn Obermedizinalrat Dr. Schäffer, in dankenswerter Weise gehalten.

Eine Reifeprüfung für Nicht-Schüler fand an unserem Gymnasium am 15. September 1927 unter dem Vorsitz des Direktors statt. Graf Max Droste zu Vischering auf Padberg bestand die Voll- prüfung, Rudolf Glückert und Ernst Metzger aus Mainz bestanden die FErgänzungsprüfung im Griechischen und stud. theol. Wilhelm Röhn aus Mainz die Ergänzungsprüfung im Hebräischen.

Wegen zu großer Hitze mußten an fünf Tagen die letzte Vormittagsstunde und der Nach- mittagsunterricht ausgesetzt werden. Schulfrei zum Rodeln konnte während des ganzen Winters nur an einem Nachmittag gegeben werden.

Das Schuljahr schloß am Samstag, dem 31. März 1928, nachmittags 12,30 Uhr.

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