Jahrgang 
1897
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III. Chronik.

Am 14. April 1896 wurde das mit dem 8. April 1897 zu Ende gehende Schuljahr in her- kömmlicher Weise morgens 8 Uhr in Anwesen- heit und unter Teilnahme sämtlicher Lehrer und Schüler mit Gebet und Gesang durch den unterzeichneten Direktor eröffnet. Diesem Schulaktus schloss sich eine Ansprache an die neuen und die seitherigen Schüler an, welcher eine Bekanntmachung der Schülergesetze folgte, deren Beachtung allen Schülern zur strengen Pflicht gemacht wurde. Insbesondere wurde noch nach Vorschrift des Verbots der Schülerverbindungen gedacht, vor deren Teil- nahme wegen ihrer verderblichen Wirkung für die Jugend stets gewarnt wird, alsdann wurden die strengen Strafen erwähnt, welche sich schuldige Schüler zuziehen würden. Hierauf mussten auch in diesem Jahre die neueingetretenen Schüler durch Handschlag dem Direktor die genaue Befol- gung der Schülergesetze und des erwähnten Verbots geloben, wobei bemerkt wurde, dass durch eine Uebertretung des letzteren insbeson- dere sie sich eines Bruches ihres feierlich ge- gebenen Versprechens schuldig machten. Möchte doch kein Schüler sein Gewissen dadurch be- schweren!

Die Zahl der aufgenommenen Schüler, welche tags zuvor die Aufnahme-Prüfung bestanden hatten, betrug 43. Die Gesamtfre- quenz der Anstalt war 196; darunter waren Auswärtige 45 und Ausländer 4.

Da, wie erwähnt, das nunmehr verflossene Schuljahr mit dem 13. April begann und mit dem 10. April schliesst, so hat es die unge- wöhnliche Länge von 363 Tagen; wogegen nun das kommende Schuljahr, da es vom 27. April bis zum 2. April reicht, nur eine Dauer von 340 Tagen hat; beide Fälle sind in vielfacben Ver- hältnissen des Schul- und wirtschaftlichen Lebens hinderlich und könnte dieses leicht durch eine Festlegung des Osterfestes gleich dem Weih- nachtsfeste vermieden werden.

Bei dem Rückblick auf das vergangene Schul- jahr müssen wir auch noch des Schlusses des Schuljahres 1895/96 gedenken, worüber in dem vorjährigen Programm nicht berichtet werden konnte, da der Vorgang erst in dem Aktus beim Schulschlusse sich ereignete.

Vor der üblichen Entlassungsansprache an die Abiturienten richtete der unterzeichnete

Direktor nach vorausgegangener Begrüssung der verehrten Anwesenden einige Worte des Abschiedes an den scheidenden ersten Ober- lehrer Herrn Professor Dute.

Hochgeehrte Freunde und Gäste, verehrte Kollegen, liebe Schüler.

Nachdem an unserer Anstalt in ihrem fünfzig- jährigen Bestehen keine Pensionierung eines ihrer vielen Lehrer vorgekommen ist als die- jenige der Herren Oberlehrer Leimbach und Haase, wie im letzten Programm der Anstalt mitgeteilt wurde, so scheint die Alles nivellie- rende und nach allgemeinen Gesetzen waltende Zeit im vorletzten Jahr wieder nachholen zu wollen, was sie bisher in der erwähnten Be- ziehung versäumt zu haben scheint. Denn mit dem Schlusse dieses Schuljahres kommt zu den erwähnten zwei Pensionierungen noch eine wei- tere hinzu. Sie, verehrter Herr Professor, haben nunmehr um einige Jahre das Lebensalter über- schritten, welches jedem Beamten die Berechti- gung erteilt in den Ruhestand zu treten. Ihrem Wunsche gemäss werden Sie von dieser Er- laubnis Gebrauch machen und mit dieser Stunde aus dem Lehrerkollegium und von der Anstalt scheiden, welchen beiden Sie, verehrter Herr Kollege, seit dem Sommer 1867 angehört, bezw. an der Sie beinahe 30 Jahre gewirkt haben. Noch länger als diese Zeit sind Sie allerdings im Lehramte thätig gewesen. Denn vor Ihrem Eintritt in unser Kollegium haben Sie schon mehrere Jahre an dem sehr besuchten und einer Voll- anstalt gleichzuachtenden Bender'schen Erzie- hungsinstitut in Weinheim an der Bergstrasse, am Realgymnasium in Barmen und an der höheren Bürgerschule zu Karlshafen als Er- zieher und Lehrer gewirkt und zwar zur Zufrieden- heit Ihrer Vorgesetzten in allen Ihren Stellun- gen. Die Kenntnisse und Erfahrungen, welche Sie Sich besonders an den beiden ersten Lehr- anstalten durch Unterrichten und Beobachten an einem grösseren Schulorganismus erworben hatten, waren für Ihre spätere Wirksamkeit an unserer Schule von besonderem Werte. Gerade an dem damals unter der tüchtigen Leitung des Vorstandes Bender berühmt gewordenen Knaben-Institut zu Weinheim, an welchem bahn- brechend zu jener Zeit auch der später auf dem Unterrichtsgebiet so berühmt gewordene Pro- fessor und Pädagog Stoy wirkte, hatten Sie