Am Abend brachten die Schüler dem neuen Direktor von der Schule aus einen Fackelzug unter Vorantritt ihrer eigenen Kapelle. Auf die Begrüßungsworte des Ober⸗ primaners Schüler dankte der Direktor herzlich für die vielen Beweiſe der Anhänglichkeit, die ihm im Laufe des Tages erwieſen worden ſeien.
Mitte Juni berichteten Groth Ol OR und Fritz Koch UIlRg den Schülern der oberen und mittleren Klaſſen von der Pfingſttagung des B. D. A. in Hirſchberg, an der ſie teilge⸗ nommen hatten.
Am 15. und 16. Juni hielt St. Ref. Dr. Klitſcher vor den Primanern Vorträge mit Lichtbildern über den Impreſſionismus in der modernen Kunſt, a) in Dichtung und Malerei, b) in Dichtung und Muſik. Den muſikaliſchen Teil hatte Genzmer(Ol Rg) übernommen.
Im Anſchluß an die Sommerferien war Studienrat Faſer vom 9. Juli ab zu einem Auslandsaufenthalt in England beurlaubt.
Vom 5. 11. Juli war die Weimarfahrt(ſ. S. 26).
Das 2. Vierteljahr begann mit der Verfaſſungsfeier, bei der Studienrat Doerbecker über die Bedeutung der Verfaſſung ſprach. Am 26. Aug. hielt Braumöller Oll Rg in engliſcher Sprache einen Vortrag mit Lichtbildern über ſeinen Englandaufenthalt im Sommer.
Am 8. September erläuterte der Rezitator Oskar Fiedler vor den Schülern der oberen und mittleren Klaſſen die Pflege der deutſchen Ausſprache, auch vom geſundheitlichen Standpunkt.
Am 9. September beging die Schule auf dem prächtigen, am Fuß der Stadt ge⸗ legenen Stadion ihr Sportfeſt, das Rechenſchaſt über die Leiſtung unſerer Schüler auf dem Gebiet der Leibesübungen gab.(Bgl. S. 24).
Vom 20.— 25. September war Studienrat Dr. Zick beurlaubt zur Teilnahme an der Tagung deutſcher Naturforſcher und Aerzte in Düſſeldorf, vom 25.—28. Sept. im Anſchluß an die Herbſtferien Studienrat Prof. Dr. Glaſer zu einer Reiſe nach Frankreich.
Am 28. September konnte, nachdem frühere Berſuche geſcheitert waren, nach manchen Schwierigkeiten die nach dem Entwurf des Zeichenlehrers Becker ausgeführte Gedenktafel für die im Weltkrieg gefallenen ehemaligen Schüler der Oberrealſchule und des Realgymnaſiums eingeweiht werden. Eine große Anzahl Angehöriger der Gefallenen wohnte der Feier bei. Rednerpult und Tafel trugen würdigen Schmuck. Eingeleitet wurde die Feier durch das Schülerorcheſter unter Leitung des Muſiklehrers Müller, das den Trauermarſch aus„Sam— ſon“ von Händel ſpielte. Die feierliche Stimmung wurde erhöht durch den Vortrag des Melodramas„Hektors Beſtattung“ von Botho Sigwart(von Eulenburg) durch Studienrat Faſer, der vom Oberprimaner Genzmer am Flügel begleitet wurde. 3 Gedichte von Stu— dienrat Doerbecker„Mein Freund“,„Schlacht“,„Der Kampfgeſelle“ leiteten zu der An— ſprache von Studienrat Martin über. Während der Enthüllung der Tafel ließ ein Wald— hornſolo des Unterprimaners Lachmund„Ich hatt einen Kameraden“ als letzten Gruß an die abgeſchiedenen Freunde wehmütige Erinnerungen aus den Kampftagen wach werden.— Die Gedenktafel aus Eichenholz, die im Stil der Innenarchitektur des Feſtſaales ge⸗ halten iſt, trägt neben dem heraldiſchen Kranz mit dem Eiſernen Kreuz den Sinnſpruch, mit dem ſie ihrer Bedeutung übergeben wurde:„Den Gefallenen zum Gedächtnis, den Lebenden zum Zeugnis.“ In die ſchwere Platte ſind die Namen von 181 gefallenen ſungen Helden eingeſchnitzt.— Den Ausklang der Feier bildete ein vom Oberprimaner Schüler vorgetragenes Ge⸗ dicht von R. Nordhauſen, eine Erinnerung und eine Mahnung an die heutige Jugend, die ihren Treuſchwur dann durch den gemeinſamen Geſang des Deutſchlandliedes bekundete.


