Jahrgang 
1896
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Der Krieg gegen Frankreich und die Einigung Deutschlands an die von dem Lehrerkollegium ausgewählten Schüler Karl Fett aus Oberprima, Karl Ochsenius aus Unterprima und Otto Weidenmüller aus Obersekunda zu übergeben. Iierauf hielt Oberlehrer Dr. La nge die Fest- rede über dieGeschichte des deutschen Einheitstraumes.

Am 28. Januar trafen Herr Geh. Reg.-Rat Dr. Lah meyer und lerr Reg.- und Bau-Rat Waldhausen aus Cassel zu einer definitiven Revision der Gebäulichkeiten ein, an deren Schluss ein Protokoll über die noch zu erledigenden Bauarbeiten aufgenommen wurde. Der Herr Depar- tementsrat wohnte hierauf am Nachmittag des 28. und am folgenden Tage dem Unterricht in verschiedenen Klassen an.

Nach einer Anzeige des mit der Ordnung und Katalogisierung der der Anstalt gehörenden Schulprogramme beauftragten Univ.-Bibliothekars Dr. Kochendörffer vom 28. September v. Is. war die mühevolle mehrjährige Arbeit nunmehr beendigt. Der Herr Minister hatte durch Erlass vom 14. Januar bei Bewilligung einer ausserordentlichen Remuneration für den genannten Herrn zugleich genehmigt, dass den fünf Oberprimanern, welche dem Dr. Kochendörffer bei seiner Arbeit von Anfang an Hilte geleistet hatten, aus Anstaltsmitteln Bücher als Prämien zuteil würden. Dem- en hatte der Direktor die Freude, am 11. Februar den Oberprimanern Otto Wilhelmi,

Karl Fett, Fritz llesse und Ernst Ellenberger je ein Exemplar des Werkes von Känneeko, Bilderatlas zur deutschen Litteraturgeschichte und dem Oberprimaner Heinrich Peussner ein Exemplar des Buches von Prof. v. Sybel,Weltgeschichte der Kunst in der Bibliothek, als dem Schauplatz ihrer unermüdlichen rThätigkeit, in feierlicher Weise zu überreichen. Dem Herrn Dr. Kochendörffer spreche ich auch an dieser Stelle für seine vortreffliche Leistung besonderen Danb aus.

Vom 12. bis zum 18. Februar fertigten die diesjährigen Abiturienten die schriftlichen Arbeiten der Reifeprüfung an. Ebenso schrieben in den Tagen vom 27. bis zum 28. Februar und vom 1. bis 3. März die Schüler der beiden Untersekunden die Arbeiten für die Sog. A b- schlussprüfung.

Am 27. Februar verlor die Anstalt durch einen unerwarteten raschen Tod einen ihrer besten Schüler, den Obertertianer Theodor Lehmann. Lehrer und Schüler wurden von diesem schmerzlichen Trauerfall aufs tiefste erschüttert und geleiteten am 29. Februar in Wehmut und Trauer den so frühe Heimgegangenen zu seiner letzten Ruhestätte.

Montag den 9. März hatte Herr von Sybel, Professor der Archäologie an der Universität Marburg, wie in den vorausgegangenen Jahren die grosse Freundlichkeit, den Schülern der Ober- prima, welche unter Führung des Direktors erschienen waren, die von in begründete vortreffliche Sammlung von Gypsabgüssen zu zeigen und sie durch einen erläuternden Vortrag mit der Ent- Nicklung der griechischen und römischen Kunst und mit deren Meistern und Hauptwerken bekannt zu machen. Im Namen des Gymnasiums spreche ich Herrn von Sybel für sein liebens- würdiges Entgegenkommen hiermit den wärmsten Dank aus.

Die mündliche Prüfung der diesjährigen Abiturienten fand unter Vorsitz des Herrn Geh. Regierungs-Rates Dr. Lahmeyer aus Cassel am 18. März statt. Am Schluss derselben erhielten 17 Prüflinge, 8 unter Befreiung von der mündlichen Prüfung, das Ze eugnis der Reife.

Im unmittelbaren Anschluss hieran wurden an den beiden folgenden Tagen, am 19. und 20. März, die Abschlussprüfungen der beiden Untersekunden unter dem Vorsitz des unterz. Diroktors abgehalten. Ein grösserer Teil der Prüflinge konnte völlig oder in einzelnen Fächern von der mündlichen Prüfung befreit werden. 42 qersolhen erhielten das Zeugnis über die Versetzung nach Obersekunda und 41 von diesen damit zugleich das Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung