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Vom 21. November 1895 bis zum 15. Februar 1896 wurde der Vormittagsunterricht unter Verkürzung der Pausen von 8 ½— 12 Uhr erteilt.
Infolge einer Ministerialv erfügung trafen am 27. November die Herren Geh. Ober-Reg.- Rat Bohtz aus dem Kultusministerium und Regierungs- und Baurat Saul aus dem Arbeits- ministerium als Kommissare hier ein und nahmen am folgenden Tage mit den Herren Bauinspektor Zölfell und Reg.-Baumeister Neuhaus, sowie dem unterz. Direktor eine eingehende Besichtigung des Erweiterungsbaues vor. Infolge des sehr freundlichen Entgegenkommens der genannten Herren Kommissare konnten verschiedene höchst wünschenswerte Abänderungen des ursprünglichen Bau- plans in Aussicht genommen werden und haben inzwischen die Billigung der betr. Herren Minister gefunden. Den Herren Kommissaren spreche ich auch an dieser Stelle für das unserer Anstalt gezeigte Wohlwollen meinen verbindlichsten Dank aus.
Sonnabend den 7. Dezember besichtigte Herr Geh. Reg.-Rat Dr. Lahmeyer aus Cassel auf der Rückreise von Frankfurt a. M. mit dem Reg.-Baumeister Neuhaus und dem unterz. Direktor den Stand des Erweiterungs- und Umbaues und liess sich über die noch geplanten Ab- änderungen des Bauplanes, welche seinen vollen Beifall fanden, Vortrag halten.
Am 17. Dezember veranstaltete der unter den Schülern bestehende und von Herrn Musik- meister a. D. Noack geleitete Musikverein in der von dem städtischen Schulinspizienten IHlerrn Direktor Dr. Seehaussen freundlichst zur Verfügung gestellten Aula der Mädchenschule eine musikalische Abendunterhaltung, welche sich bei den zahlreich erschienenen Zu- hörern einer sehr beifälligen Aufnahme erfreute und deren Einnahme zum Teil dem neugegründeten Stipendium„Stiftung früherer Schüler“ überwiesen wurde.
Die vierzehntägigen Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember 1895 bis zum 6. Januar 1896.
Am 18. Januar beging das Gymnasium, nachdem vorher seitens der Ordinarien Ansprachen an die Schüler der einzelnen Klassen gehalten worden waren, durch Gebet, Deklamationen und Gesänge in der Turnhalle den 25jährigen Gedenktag der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches in der von Sr. Majestät dem Kaiser angeordneten Weise. Im Anschluss hieran wurden zwei zu diesem Zweck von dem Herrn Minister überwiesene Exemplare der von dem General von Mischke bei der Enthüllung des Kaiser-Friedrichs-Denkmals auf dem Schlachtfelde von Wörth gehaltenen Rede an den Oberprimaner W l elmi und den Unterprimaner Eichelberg verteilt.
Der Allerhöchste Gaäbürtstag S Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde in diesem Jahre durch eine Vorfeier Sonntag Ter 26. Januar in dem grossen Festsaale der Museums- gesellschaft begangen. Da es seit 11 Jahren die erste öffentliche Schulfeier des Kgl. Gymnasiums
war— bei der Raumbeschränkthrit der alten Aula hatte während dieser Zeit keine solche statt- ſinden können,— so füllte ein äusserst zahlreiches Publikum die Gallerieen und übrigen Räume
des Festsaales. Zur Aufführung gelangte nach einem Vorspiel für Harmonium und Streichquintett und nach einem gemeinsamen Choralgesang, Bibellektion und Gebet ein umfangreiches Tonwerk: „Dem Kaiser Heil“, melodramatische Festkantate, gedichtet von Franz Treller, komp. von Musik- direktor Ad. Lorenz(für Chor mit Pianoforte-, Harmonium- und Streichquintett-Begleitung). Sowohl die Gesänge, als die Deklamationen und die Orchesterpartieen wurden von Schülern vorgeführt. Die mühevolle Einstudierung hatte der Gesanglehrer Witt in den letzten Monaten geleitet: ihm gebührt für die nach allgemeinem Urteil wohlgelungene und dem Gymnasium zur Ehre ge- reichende Leistung besonderer Dank. Nachdem die letzten Töne verklungen, nahm der Direktor das Wort, um mit einer kurzen Ansprache die auf Befehl Sr. Majestät durch den Kultusminister unserem Gymnasium zugewiesenen drei Exemplare des patriotischen Werkes von Prof. Lindner


