Jahrgang 
1896
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zum einjährig-freiwilligen Militärdienst. 11 der Versetzten traten aus, um sich einem praktischen Berufe zu widmen oder andere Lehranstalten zu besuchen.

Die Geburts- und Todestage der Hochseligen Kaiser und Könige Wilhelms I. und Friedrichs III. wurden auch in diesem Jahre entsprechend gefeiert.

Der Schluss des Schuljahres erfolgte Sonnabend den 28. März mit einer in der Turnhalle abgehaltenen kurzen Andacht und sodann in den einzelnen Klassen mit Austeilung der Censuren durch die Ordinarien.

Der Gesundheitszustand war in dem verflossenen Schuljahre, ohne dass gerade eine Epi- demie geherrscht hätte, nur wenig befriedigend. Von den Lehrern mussten die Professoren Weidenmüller und Vogt, die Oberlehrer Dr. Schäfer und Reinhard, sowie der Technische Lehrer Witt ihren Unterricht wegen Krankheit, andere Kollegen wegen in ihren Familien aus- gebrochener ansteckender Krankheiten auf längere oder kürzere Zeit unterbrechen. Auch die Schüler hatten besonders viel an Erkrankungen der Atmungsorgane zu leiden.

Der Um- und Erweiterungsbau des Gymnasialgebäudes schritt im Jahre 1895 in so er- freulicher Weise fort, dass der Anbau noch bei guter Zeit unter Dach kam. Bei Beginn der besseren Jahreszeit ist nunmehr der innere Ausbau und der Umbau im alten Hause energisch in Angriff genommen worden. So darf man denn wohl die Hoffnung hegen, dass mit Anfang des Winterhalbjahres 1896/97 die neugeschaffenen Räume bezogen werden können. Bis dahin wird freilich noch eine Zeit vielfacher Störungen für die Anstaltsverwaltung, wie sie mit einem so eingreifenden Umbau und einem mehrmaligen Umaug nicht nur einzelner Klassen, sondern auch der Sammlungen verbunden zu sein pflegen, zu ertragen und durchzumachen sein. Schon im verflossenen Schuljahr machte sich der Mangel einer Aula und damit eines grösseren Raumes für die Gesang- und Zeichenübungen, ferner das Fehlen eines Lehrer- und Konferenzzimmers denn der in der alten Aula hergerichtete kleine Bretterverschlag verdient nicht den Namen eines solchen endlich das sich häufig wiederholende Umstellen der Sammlungen, für welche jetzt kaum noch ein dürftiges Plätzchen in Klassenzimmern und auf Korridoren übrig gelassen ist, anderer Störungen durch Staub, Lärm u. s. w. nicht zu gedenken, sehr unangenehm fühlbar. Allein die noch bevorstehenden Störungen und Unbequemlichkeiten werden gern ertragen werden in der frohen Gewissheit, dass unsere Anstalt nunmehr endlich in absehbarer Zeit in den Besitz hinreichender und, wie wir hoffen dürfen, zweckmässiger Räume gelangen werde.

IV. Statistische Mitteilungen.

1. Die Lehrer des Gymnasiums.

Die Zusammensetzung des Lehrerkollegiums ist am Schluss des Schuljahres folgende: Direktor Dr. Georg Buchenau; vier brofessoren: Dr. Karl Weidenmüller, Pfarrer extr. ord., Karl Vogt(Bibliothekar), Jakob Loeber, Dr. Wilhelm Wilhelmi; sieben Oberlehrer: Karl Hohenthal, Dr. Heinrich Schäfer, Dr. Adolf Lange, Franz Schenkheld, Arnold Reinhard, Dr. Karl Euler, Constantin Ewoldt; zwei wissenschaftliche Hilfslehrer: Dr. Philipp Schäfer und Edmund Stangez ein technischer Lehrer: August Witt(zugleich Rendant der Gymnasialkasse); ein katholischer Religionslehrer: Pfarrer Dr. Konrad Weber; endlich mit dem jüdischen Religionsunterricht beauftragt: Landrabbiner Dr. Munk.