Jahrgang 
1894
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zug wieder und trat, nachdem der Direktor ein Hoch auf Se. Majestät den Kaiser ausgebracht, unter den Klängen der Musik und den munteren Liedern der fröhlichen Jugend den Rückmarsch zum Gymnasium an.

Am Mittwoch den 23. August wohnte der Direktor als Mitvorstand der vereinigten Bade- und Schwimm-Anstalt dem Preis- und Wettschwimmen der diesjährigen Schwimmschüler an, bei welchem auch einige Gymnasiasten(s. oben S. 17!) Preise davontrugen, welche ihnen und den preisgekrönten Schwimmern aus den andern städtischen Schulen am Sedantage von dem Herrn Oberbürgermeister Schüler auf dem Rathaus in Gegenwart einiger Stadtratsmitglieder und des Direktors feierlich überreicht wurden.

Der Sedantag wurde in herkömmlicher Weise gefeiert. Frühmorgens am 2. September führten die Trommler und Pfeifer des Gymnasiums, begleitet von Primanern mit den Schulfahnen, unter Leitung des Pedellen Pohle einen leider durch strömenden Regen gestörten Weckruf durch die Strassen der Stadt aus. Dann versammelten sich Lehrer und Schüler in der Aula zu einer Schulfeier mit Bibellektüre, Gebet, Gesängen und Vorträgen der Schüler. Des ungünstigen Wetters wegen konnten die Spaziergänge der einzelnen Klassen erst am Dienstag den 5. September aus- geführt werden.

Zum Schluss der Sommerübungen machte der Schüler-Turnverein Mittwoch den 20. September in Begleitung des Direktors und mehrerer Lehrer einen Ausflug durch den Marbacher Wald über Wehrda nach Cölbe, wo man einige Stunden in fröhlichem Zusammensein verlebte.

Mit dem Schluss des Sommerhalbjahres schied der Wiss. Hilfslehrer Bosse von unserer Anstalt, nachdem er vom K. Prov. Schulkollegium unter dem 18. September zum etatsmässigen Hilfslehrer am K. Gymnasium zu Wiesbaden bestellt worden war.

Wegen allzugrosser Hitze wurde während des so aussergewöhnlich trockenen und heissen Sommerhalbjahres an 12 Tagen und zwar fünf Mal im Juni und sieben Mal im August der Nachmittags-, an acht dieser Tage auch der Vormittagsunterricht von 11 ½ Uhr an ausgesetzt.

Am Moniag den 9. Oktober fand die Aufnahmeprüfung statt, am Dienstag den 10. Okt. die Eröffnung des Winterhalpjahres durch eine gemeinsame Andacht, durch Verlesung und Erläuterung der Schulordnung, sowie durch die Aufnahme und Verpflichtung von 12 neu ein- tretenden Schülern.

Auf Anordnung des K. Provinz. Schulkollegiums wurde infolge der Einführung der mittel- europäischen Zeit der Vormittagsunterricht um 8 Uhr begonnen, jedoch in der Zeit vom 13. No- vember 1893 bis zum 3. Februar 1894 der Dunkelheit wegen(unter Hinwegfall, bezw. Abkürzung der Pausen) auf 8 ½ 12 Uhr eingeschränkt. Die Nachmittagsstunden fielen während des ganzen Winters in die Zeit von 24 Uhr.

Wenn nach den erheblichen Störungen, welche der Unterrichtsbetrieb während des Sommerhalbjahres durch wiederholte Erkrankungen der Lehrer selbst oder eines ihrer Familien- glieder erfahren hatte, der Wunsch und die Hoffnung nicht ganz unberechtigt waren, dass die Anstalt im Winter von einer solchen Heimsuchung verschont bleiben werde, so sollte diese Er- wartung aufs empfindlichste getäuscht werden.

Zunächst sah sich der Oberlehrer Dr. Weingärtner, welcher, wie oben berichtet, seines leidenden Zustandes wegen schon seit ¾¼¾ Jahren beurlaubt gewesen war, aber trotz aller versuchten Kuren keine Heilung von seinem langwierigen Nervenleiden hatte finden können, am 26. September veranlasst, um seine Pensionierung einzukommen, welche ihm durch das K. Prov. Schulkollegium bereits am 29. September gewährt wurde. Möge ihm der Ruhestand die ersehnte Genesung bringen!