Jahrgang 
1889
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Prima 2. (Ordinarius Oberlehrer Dr. Paulas.)

Religionslehre. a) Evangelische: Kirchengeschichte von der Gründung der christ- lichen Kirche bis zur Reformation.(S.) Neuere Kirchengeschichte. Die ökumenischen Symbole. Augsburgische Konfession Art. 121.(W.) 2 St. W.(Vogt.) b) katholische: Kom- biniert mit I. 1.

Deutsch. Uebersicht der deutschen Litteraturgeschichte von den ersten Anfängen bis zur Reformation. Abschnitte der wichtigsten Dichterwerke wurden vorgelesen und erläutert. Eingehend wurden behandelt das Nibelungenlied, Gudrun, Lieder von Walther von der Vogel- weide, der Parcival. Von Schiller wurden die Piccolomini und Wallensteins Tod, die Braut von Messina gelesen und erläutert, ausserdem die kulturhistorischen Gedichte und schwierigere lyrische Gedichte von Goethe. Schillers Abhandlung über naive und sentimentalische Dichtung teilweise. Deklamationen und Vorträge. Uebungen im Disponieren. Aufsätze. 3 St. W.(Loeber.)

Themata der deutschen Aufsätze: Im Sommer: 1) In wiefern können Alexander und Pyrrhus miteinander verglichen werden?

2) Welche Idee verherrlicht Goethe in seinem Götz von Berlichingen? 3) In wiefern ist der Ruhm

der Ahnen ein Hort der Enkel? 4) Wie bringt Schiller Wallenstein, den rauhen Helden des dreissig-

jährigen Krieges, unserem Herzen wenschlich näher? 5) Warum trägt Otto I. mit Recht den Beinamen des Grossen? Im Winter: 1) Welche Bedeutung hat das Abenteuer swie Siegfried erschlagen ward« für das Nibelungenlied? 2) Wie äussert sich die Auffassung der Treue bei Gudrun und Krimhilt?

3) Wodurch unterscheiden sich die verschiedenen Erscheinungen der Völkerwanderung im Laufe der

Geschichte? 4) Not bricht Eisen.(Schulaufsatz.) 5) In wiefern lassen sich Achill und Parcival mit-

einander vergleichen?

Latein. Horaz Oden I und II.(S.) Epistelm I m. Ausw.(W.) Memoriert wurden Od. 1 1, 4, 8, 9. 11, 14, 22; II, 10, 14, 20; III, 30; IV, 7. Cicero de officiis I.(S.) Tacitus Histor. I. WV, 12 37 und 54 86. V, 1426.(W.) Stilistik nach Berger. Grannnatische Repetitionen. Übungen im Lateinsprechen. Wöchentlich ein Domestikum oder ein Extemporale. Aufsätze. 8 St. w.(Laalas.)

Themata der lateinischen Aufsätze: Im Sommer: 1) Quomodo factum sit, ut Philippus, Macedonum rex, Graeciam sub potestatem suam redigeret. 2) In summo rerum discrimine rei publicae salus in unius saepe viri virtute est posita.

Im Winter: 1) Hannibalem iusiurandum illud patri datum, nunquam se in amicitia cum Romanis fore,

religiosissime servasse. 2) Themistoclem et Periclem Atheniensium magnitudinis auctores fuisse demon-

stretur.(Klausurarbeit.) 3) Quomodo Otho imperium occupaverit. 4) Funestus dies Alliensis Romanis, funestior dies Chaeronensis Graecis.(Klausurarbeit.)

Griechisch. Homer, Ilias, I und III; ausserdem Sophokles' König Oedipus. Geeignete Stellen aus dem 1. Gesang der Iliade wurden memoriert. 2 St. w.(Huchenau.) Platons Euthyphron und Apologie des Sokrates; von Demosthenes' Reden die J. Phil. und I. und III. Olynth. Formenlehre und Syntax repetiert, mit entsprechenden Ubungen im Übersetzen; alle 14 Tage ein Domestikum oder Extemporale(aus dem Griechischen ins Deutsche oder umgekehrt). 4 St. W. (Wilhelmi.)

Französisch. Montesquieu, Considérations sur les causes de la grandeur des Romains et de leur décadence. G.) Scribe, Le verre d'eau.(W.) Jede dritte Woche ein Extemporale. Im Anschluss daran Repetition der Grammatik. 2 St. w.(Schäfer.)

Hebräisch.

A V Mendet en Englisch.(fakultativ.) 1 Kombiniert mit I, 1.