Jahrgang 
1887
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in welcher 7 von den 9 Aspiranten das Zeugnis der Reife erhielten. Die für reif Erklär- ten wurden am 18. September im Anschluss an die Morgenandacht durch eine kurze An- sprache des Direktors entlassen.

Donnerstag den 23. September fand im Anschluss an den Nachmittagsunterricht eine Turnprüfung des unter den Schülern der obern Klassen schon seit mehreren Jahren bestehenden Turnvereins statt, zu welcher sich ausser den Lehrern der Anstalt auch noch einige Eltern der Schüler und Freunde des Gymnasiums eingefunden hatten. Wäh- rend die Schülerkapelle einen Marsch anstimmte, nahmen die Purner auf dem Turnplatz Aufstellung zu Eisenstabübungen, die vortrefflich ausgeführt wurden. Daran schlossen sich in der Turnhalle Gerätübungen, welche in schulgemässer Ausführung, vom Leichten zum Schweren fortschreitend, in den schwierigsten zusammengesetzten Uebnngen gipfelten. Dann folgten Kürübungen, bei welchen der einzelne Turner zeigte, in welchem Grade er sich Gewandtheit des Körpers und Geschicklichkeit in der Ausführung der Uebungen an- geeignet hatte. Reicher Beifall der Zuschauer wurde den Leistungen der Schüler zu teil. Zum Schluss sprach der Direktor dem Verein seine volle Anerkennung und dem Vorstand desselben seinen Dank aus. Zwei Tage später überreichte der Direktor nach der Schluss- andacht vor versammelten Lehrern und Schülern den beiden Leitern des Schüler-Turn- vereins, dem Oberprimaner Wilh. Stockhaus als dem Vorstand und dem Unterprimaner Emil Voigt als dem Turnwart mit einigen anerkennenden Worten zwei schöne von Preun- den der Jugend ihm zu diesem Zwecke gütigst zur Verfügung gestellte Prämienbücher und ermahnte sie gleichzeitig, den guten Geist, der bisher in dem Verein geherrscht habe, auch ferner zu pflegen.

Mit dem Schluss des Sommersemesters trat der älteste Lehrer der Anstalt, der Pro- rektor und Professor Dr. Eckhard Collmann in den schon vor mehreren Monaten von ihm erbetenen Ruhestand, nachdem es ihm in den letzten Jahren durch die Gnade Gottes vergönnt gewesen war, am 20. März 1883 das 50jährige Gedächtnis seiner Doktorpromo- tion und am 4. Mai 1885 sein 50jähriges Amtsjubiläum, in ungeschwächter geistiger und körperlicher Frische, umgeben von seinen Angehörigen, seinen Kollegen und Freunden zu begehen. So war ihm ein wahrhaft beneidenswertes Los zuteil geworden, und gern hätte die Anstalt ihren teilnehmenden Gesinnungen bei dem Scheiden eines in aufopfernder und selbstloser Berufsthätigkeit ausgezeichneten Amtsgenossen auch äusserlich den entsprechen- den Ausdruck verliehen, wenn nicht der zu Feiernde in seinem schlichten Sinne sich eine jede festliche Veranstaltung ernstlich verbeten hätte. So schied er denn anspruchslos und be- scheiden, wie er über 50 Jahre unter uns gelebt von der Anstalt, welcher er fast von ihrer Stiftung an alle seine Kräfte gewidmet hatte. Dem unterzeichneten Direktor aber blieb nichts anderes übrig, als in der Schlussandacht des Sommersemesters dem Prof. Dr. Collm ann im eigenen, wie des Lehrerkollegiums Namen einige Worte der Anerkennung und des Dankes zu widmen und dem herzlichen Wunsche Ausdruck zu geben, dass dem in so seltener Harmonie zum Abschluss gekommenen Lehrerleben nun noch ein recht langes,