Jahrgang 
1887
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wohlverdientes otium cum dignitate beschieden sein möge. Das Andenken des Professors Dr. Collmann wird am Marburger Gymnasium in Ehren verbleiben.

Am gleichen Tage(25. Septbr.) entliess der Direktor mit den besten Wünschen für ihr ferneres Wohlergehen den Cand. prob. Albrecht Tiemann, welcher nach nun- mehriger Vollendung seines Probejahres zunächst eine Privatstellung in seiner Vaterstadt Osnabrück übernehmen wollte, und den beauftragten Lehrer Fischer, welcher mit Ge- nehmigung des Herrn Ministers als Eleve in die Turnlehrerbildungsanstalt zu Berlin eintrat.

Die zweiwöchentlichen Herbstferien dauerten lvom 25. September bis zum 9. Oktober.

Am 11. Oktober fand die Eröffnung des Wintersemesters in herkömmlicher Weise durch eine gemeinsame Andacht, durch Verlesung und Erläuterung der wichtigsten Bestimmungen der Schulordnung, sowie durch die Verpflichtung und Aufnahme von 11 neu eintretenden Schülern statt.

Die durch Pensionierung des Dr. Collmann erledigte Oberlehrerstelle blieb nach höherer Bestimmung während des Wintersemesters unbesetzt. Da Kollege Hohenthal zu unserer Freude wiedcr vollständig hergestellt war und die volle Zahl seiner Pflichtstunden wieder übernehmen konnte, so wurde der hierdurch nunmehr frei gewordene Hilfslehrer Winneberger, dessen Gesundheitszustand ihm leider die Versehung einer vollen Lehrer- stelle noch nicht erlaubte, durch Verf. vom 30. September»mit der teilweisen Versehung der vakanten Lehrerstelle(wöchentl. 12 Stunden)« fernerhin beauftragt. Durch die gleiche Verfügung wurde der Hilfslehrer Alexander Wende) aus Orpherode(Kr. Witzenhausen) ebenfalls zur Erteilung von 12 Stunden wöchentlichen Unterrichts dem Gymnasium über- wiesen. Die 6 wöchentlichen Turnstunden aber, welche während des Sommersemesters der Kandidat Fischer(S. oben S. 21!) gegeben hatte, wurden durch die nämliche Verfügung vom 30. Sept. 1886 dem Kandidaten des höheren Schulamts Georg Degenhardt**) zu

*) Alexander Wende, geb. am 11. Juni 1859 zu Rambach, Reg.-Bez. Cassel, besuchte das Progymnasium zu Eschwege und das Gymnasium zu Hersteld. Von O. 1878 bis O. 1882 studierte er auf den Universitäten zu Leipzig und Marburg klassische Philologie, legte an letzterem Orte am 9. März 1883 die Prüfung pro facultate docendi ab und genügte sodann von O. 1883 an seiner Militär- pflicht. Durch Verf. des Kön. Prov.-Schulkollegiums zu Cassel vom 24. März 1884 wurde er zur Ableistung des pädagog. Probejahres dem Gymnasium zu Fulda und im Nov. desselben Jahres dem Gymnasium zu Rinteln überwiesen, wo er bis zum Juni 1885 zugleich mit Vertretung eines Lehrers beauftragt war. Nachdem er darauf kurze Zeit am Realprogymnasium zu Schmalkalden thätig ge- wesen war, wurde er abermals an das Gymnasium zu Rinteln versetzt uud endlieh durch Verfügung vom 30. Sept. 1886 mit der teilweisen Versehung einer vakanten Lehrerstelle am Gymnasium zu Marburg beauftragt.

**) Georg Degenharädt, geb. den 31. Januar 1858 zu Schleida im Grossherzogth. Sachsen- Weimar, besuchte das Gymnasium zu Hersfeld und studierte, nachdem er im Herbst 1878 die Reife- prüfung bestanden, auf den Universitäten zu Leipzig und Marburg Mathematik und Naturwissenschaften. Nachdem er im Sommer 1882 zu Marburg die Prüfung pro facultate docendi gemacht hatte, wurde er von Michaelis 1882 an dem Gymnasium zu Fulda zur Ableistung des pädagog. Probejahrs überwiesen, genügte alsdann der Militärpflicht und besuchte die Turnlehrerbildungsanstalt in Berlin. Zu Ostern

1886 wurde er dem Kön. Wilhelmsgymnasium zu Cassel und endlich Michaelis desselben Jahres dem hiesigen Gymnasium zur Aushilfe beim Unterricht überwiesen.