Jahrgang 
1887
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»auch im Schuljahr 1886/87 beibehalten und zu dem Zwecke eine Hilfskraft gegen eine »Remuneration von jährlich 1500 Mk. angenommen werde», und nachdem der obengenannte Hilfslehrer Reinhard von Königl. Prov.-Schulkollegium zu diesem Zwecke hierher überwiesen war, musste, da ein anderer verfügbarer Raum nicht mehr vorhanden war, das bisherige Gesangzimmer von jetzt an als Klassenzimmer verwandt werden, so wenig gecignet in mancher Beziehung es auf die Dauer auch für einen solchen Zweck sein dürfte.

Am 6. Mai gelangten die Verfügungen Königl. Prov.-Schulkollegiums vom 5. Mai, bezw. des Herrn Ministers vom 10. April hier an, durch welche die seit dem Tode des Oberlehrers Dr. Braun(S. Programm von 1886 S. 25) erledigte Oberlehrerstelle wieder besetzt und ein allgemeines Aufrücken sämtlicher Lehrer um je eine Gehaltstufe geneh- migt wurde. Infolge dessen rückten die Oberlehrer Dr. Weidenmüller und Pfarrer Vogt um je eine Stelle auf; der bisherige ordentliche Lehrer Loeber wurde zum Ober- lehrer befördert und die ordentlichen Lehrer Dr. Wilhelmi, Hohenthal, Dr. Schaefer, Schenkheld und Dr. Weingärtner traten in die nächstvorliegende Gehaltstufe ein.

Am 2. Juni fand die 12. Jahresversammlung des Hessen-Nassauischen Vereins der Lehrer höherer Unterrichtsanstalten in Montabaur statt. Derselben wohnte nur ein Mitglied unseres Lehrerkollegiums an, und es brauchte daher von der Ermächtigung Königl. Prov.-Schulkollegiums, an diesem Tag die Lehrstunden ausfallen zu lassen, kein Gebrauch gemacht zu werden.

Am 11. und 12. Juni hatten wir die Freude, unsern Departementsrat, Herrn Provinzial-Schulrat Dr. Lahmeyer aus Cassel, in unserer Mitte zu sehen. Derselbe un- terzog die Einrichtungen der Anstalt einer eingehenden Revision und wohnte namentlich dem Unterricht bei sämtlichen Lehrern und in allen Klassen an.

Zu Pfingsten fanden in diesem Jahre keine Ferien statt, da durch höhere Verfügung mit Rücksicht auf das so sehr späte Fallen des Osterfestes die Osterferien um 3 Tage verlängert worden waren. Der Unterricht begann demgemäss schon wieder am sog. dritten Pfingsttage.

Durch Verfügung des Königl. Prov.-Schulkollegiums vom 18. Juni wurde der Hilfs- lehrer Reinhard zum ordentlichen Lehrer ernannt und damit die durch das obener- wähnte Aufrücken der meisten andern Lehrer erledigte letzte ordentliche Lehrerstelle vom 1. Mai an wieder besetzt.

In der mit dem 21. Juni beginnenden Woche schrieben die Oberprimaner unter Auf- sicht ihrer Lehrer die üblichen Tentamen Arbeiten.

Mit dem 3. Juli begannen die vierwöchentlichen Sommerferien. Nach dem Wieder- beginn der Schule wurde mit Genehmigung Kön. Prov.-Schulkollegiums für die Klassen Prima und Sekunda ein fakultativer Unterricht in der englischen Sprache eingerichtet. Derselbe wurde in Prima von dem Gymn.-Elementarlehrer Müller, in Sekunda von dem Probekandidaten Dr. Dieckmann geleitet und erfreute sich einer zahlreichen Beteiligung seitens der Schüler. Von demselben Zeitpunkte an wurden die gemeinsamen Schulan- dachten, welche bisher nur zu Anfang und am Schluss der Schule stattfanden, auch an den vier übrigen Schultagen und zwar vor Beginn des Morgen-Unterrichts abgehalten.