Jahrgang 
1887
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III. Chronik des Gymnasiums.

Nachdem Montag den 3. Mai von morgens 8 Uhr die Prüfung der Neuangemelde- ten stattgefunden hatte, wurde an demselben Tage nachmittags das neue Schuljahr mit einer gemeinsamen Andacht eröffnet. Nach derselben begrüsste der Direktor den zum Wissenschaftlichen Hilfslehrer am hiesigen Gymnasium ernannten Kandidaten des Höheren Schulamts Arnold Reinhard*) aus Unterveisenborn bei Schenklengsfeld und stellte denselben ebenso wie die beiden Kandidaten des höheren Schulamts Dr. phil. Friedrich Dieckmann**) und Karl Münch), welche zur Ableistung des pädagogischen Probe- jahres dem hiesigen Gymnasium zugewiesen waren, den Lehrern und Schülern vor. Sodann

wurde der in das Lehrerkollegium neu eintretende Hilfslehrer Julius Winnebergerft)

*) Arnold Reinhard, geb. den 4. Juli 1855 zu Unterweisenborn(Kr. Hersfeld), be- suchte und absolvierte das Gymnasium zu Hersfeld, studierte in Würzburg, Leipzig und Marburg Mathematik und Naturwissenschaften und bestand am 4. Februar 1881 in Marburg die Prüfung pro facultate docendi. Nachdem er von Ostern 1881 bis ebendahin 1882 sein pädagogisches Probejahr am hiesigen Gymnasium abgeleistet hatte, war er ein Jahr lang als Lchrer an dem Institut Hofmann zu St. Goarshausen thätig, Vom 1. October 1883 bis zum 1. Abril 1884 war er darauf als Hilfslehrer am Realprogymnasium zu Biedenkopf und zuletzt von Ostern 1884 bis Ostern 1886 in gleicher Stellung am Gymnasium zu Cassel beschäftigt. Durch Verfügung Königl. Prov.-Schulkollegiums vom 21. April wurde er dem hiesigen Gymnasium als Hilfslehrer überwiesen.

*r) Friedrich Dieckmann, geb. am 10. August 1858 zu Stade(Pr. Hannover), erhielt seine Vor- bildung auf den Gymnasien zu Hannover(Lyceum I), Stade und Berlin(K. Wilhelmsgymnasium) und studierte von Michaelis 1878 bis ebendahin 1882 auf den Universitäten Berlin, Göttingen, Erlangen und Leipzig jedoch mit einer Unterbrechung von Michaelis 1880 bis Juli 1881, während deren er als Haus- lehrer in der Nähe von Köln fungierte, vorwiegend Geschichte. Nachdem seine leidende Gesund- heit durch einen Winteraufenthalt in Italien und Wiesbaden einigermassen wiederhergestellt war, be- gab er sich zur Fortsetzung seiner Studien im Mai 1883 nach Erlangen und promovierte daselbst im Juli 1884 auf Grund einer Dissertation überGottfried III. den Buckligen, Herzog von Nieder- Lothringen und Gemahl Mathildens von Canossa. Durch Verf. Kön. Prov.-Schulkollegiums vom 5. April 1886 wurde er dem hiesigen Gymnasium als Cand. probandus überwiesen und bestand während des Probejahres am 18. December 1886 vor der Königl. Wissenschaftl. Prüfungs-Kommission zu Göttingen die Prüfung pro facultate docendi.

) Karl Münch wurde am 4. Mai 1861 zu Trier geboren und erhielt seine Schulbildung auf der Elementarschule zu St. Wendel und auf dem Gymnasium zu Saarbrücken, welches er Ostern 1880 mit dem Zeugunis der Reife verliess. Nachdem er auf den Universitäten Halle und Marburg Mathe- matik und Naturwissenschaften studiert und an letzterem Ort im Februar 1885 das Examen pro facul- tate docendi bestanden hatte, leistete er vom 1. April 1885 bis ebendahin 1886 seiner Dienstpflicht als Einjährig-Freiwilliger beim Hohenzollernschen Füsilier-Regiment Nr. 40 zu Köln Genüge und wurde durch Verf. des Königl. Prov.-Schulkolléegiums zu Kassel vom 9. Februar 1886 dem hiesigen Gymna- sium als Cand. probandus zugeteilt.

†r) Julius Winneberger, geb. zu Marburg am 14. Mai 1858, vorbereitet durch den

Unterricht seines Vaters, besuchte von Ostern 1871 an das Gymnasium seiner Vaterstadt, von welchem er Ostern 1876 mit dem Zeugnis der Reife entlassen wurde. Von da an widmete