18
und der Direktor Dr. Buchenau*), durch den ältesten Lehrer Prorektor Dr. Coll- mann eingeführt, sich auf den füúr sie bestimmten Sesseln niedergelassen hatten, intonierte die durch einige Musiker von Fach verstärkte Gymnasialkapelle die auf besondern Wunsch des Unterzeichneten eingeübte Doxologie, an welche sich die gleichfalls von dem Sängerchor vorgetragene Kirchenkantate von Haendel:»Heilig, heilig ist der Herr⸗ anschloss. Sodann bestieg der Herr Prov.-Schulrat Dr. Lahmeyer das Katheder und stellte, nachdem er in freundlicher Weise des früheren Direktors Dr. Münscher gedacht, auch dem Prorektor Dr. Collmann, welcher die Anstalt während des Sommers auftragsweise geleitet hatte, für seine diesbezügliche Thätigkeit gedankt hatte, den neuen Direktor dem Lehrer- kollegium und den Schülern vor, indem er sich über die Stellung und Pflichten eines Gymnasialdirektors in eingehender Weise aussprach und zum Schluss den Unterzeichneten unter Hinweis auf den früher geleisteten Diensteid durch Handschlag verpflichtete. Hierauf ergriff der Direktor das Wort zu einer offenen Darlegung, wie er das Amt eines Gymnasial- direktors auffasse, und nach welchen Grundsätzen er das hiesige Gymnasium zu leiten bestrebt sein werde. Schliessslich bat er Lehrer und Schüler, ihm mit dem Vertrauen entgegenzukommen, ohne welches eine Lösung der ihm gestellten ehrenvollen, aber schwie- rigen Aufgabe kaum gelingen könne. Nachdem sodann der Chor»Harre, meine Seele⸗ gesungen hatte, erhob sich der Prorektor Prof. Dr. Collmann, um den neuen Direktor in warmen Worten zu begrüssen und ihn in seinem, wie des Lehrerkollegiums Namen des vollsten Vertrauens zu versichern, mit welchem sie der Amtsführung des ihnen durch frühere langjährige gemeinsame Lehrthätigkeit wohlbekannten nunmehrigen Direktors entgegensähen. Nachdem der letztere für die ihm hierdurch ausgesprochene freundliche Gesinnung in einigen Worten gedankt hatte, schloss die Feier mit dem gemein- samen Gesang des Liedes:»Nun danket alle Gott«. Die Nachmittagslektionen fielen an diesem Tage aus.
Am Dienstag, den 14. Oktober, morgens 8 Uhr wurde das Wintersemester in herkömmlicher Weise durch Gebet und Gesang eröffnet. Hierauf begrüsste der Direktor den vom Kgl. Gymnasium zu Hersfeld zum Ersatz für den dorthin berufenen Gymnasiallehrer Hartwig als ordentlicher Lehrer an das hiesige Gymnasium versetzten
*) Direktor Dr. Buchenau verweist in Betreff seines bisherigen Lebensganges auf die Programme der hiesigen Anstalt für die Jahre 1856— 1879 und auf die im Programm von 1883 enthaltene Chronik des Gymnasiums, sowie ausserdem auf das Programm des Kgl. Gymnasiums zu Rinteln vom Jahre 1879. Seine amtliche Thätigkeit war bisher folgende: Nachdem er vom Herbst 1849 an das pädagogische Probejahr am Gymnasium zu Fulda absolviert und sodann mehrere Jahre auftragsweise ordentliche Lehrerstellen an den Gymnasien zu Hanau, Kassel und Marburg versehen hatte, wurde er im September 1856 zum Hilfslehrer, im Januar 1863 zum ordentlichen Hauptlehrer, endlich im September 1869 zum Oberlehrer an der letztgenannten Anstalt ernannt, welcher er sodann nur mit einer kurzen Unterbrechung im Sommersemester 1875, während dessen er eine Oberlehrerstelle am Gymnasium zu Kassel bekleidete, bis in den Herbst 1878, wo er zum Direktor des Kgl. Gymnasiums zu Rinteln berufen wurde, ununter- brochen angehörte. Von Rinteln wurde er durch Erlass des Herrn Kultusministers vom 8. Juli v. Js. in gleicher Eigenschaft an das hiesige Gymnasium vorsetzt.


