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tember feierte der„Verein der ehemaligen Schüler des Gymnaſiums“ ſein alle 5 Jahre wieder— kehrendes Studienerinnerungsfeſt in der üblichen Weiſe unter Beteiligung der ganzen Stadt. Die Schule widmete ihren zahlreich erſchienenen„Ehemaligen“ am 1. September eine Be⸗ grüßungsfeier im Schulſaale, beteiligte ſich nachmittags am Feſtzuge durch die Stadt und führte im Anſchluß daran auf dem Jugendſpielplatz Wettſpiele aus, zu denen der Verein der Ehemaligen eine Reihe ſchöner Preiſe geſtiftet hatte.— Am 15. September ſuchten andere Gäſte die Anſtalt heim, nämlich franzöſiſche Manövertruppen, die einen Tag und eine Nacht lang 4 Klaſſenräume benutzten.— Am 26. September hielt Pallotinerpater Krämer aus Lim— burg vor den Schülern einen Vortrag über die Miſſion in Kamerun.— Am 28. September veranſtaltete die Schule eine ſchlichte Abſchiedsfeier für Studienrat und kath. Religionslehrer Jäger, der ſeit Oſtern 1914 ſegensreich an der Anſtalt gewirkt hatte und nunmehr die Pfarrei Montabaur übernahm.
Am 22. Oktober gab das junge Frankfurter Künſtlerpaar Fräulein Defet und Herr Herber ein Schulkonzert zu Klavier und Geige, desgleichen am 10. November die altbewährten Wies⸗ badener Künſtler Mannſtaedt und Viktor.— Am 4. Dezember erfreute uns Lautenſänger Karl Blum aus Düſſeldorf durch Vortrag von Volksliedern zur Laute. Am 21. Dezember nach⸗ mittags wurde die Weihnachtsvorfeier, am 16. Februar ein heiterer Abend in der üblichen Weiſe abgehalten.
Während der Weihnachtsferien, nämlich am 2. Weihnachtstage, ſtarb in Kaſſel der Ge⸗ heime und Oberregierungsrat Dr. Robert Paehler, Ehrenbürger der Stadt Montabaur. In den Jahren 1868— 71 hatte er in Montabaur als junger Schulleiter die Umwandlung der da— maligen Naſſauiſchen Realſchule in ein preußiſches Vollgymnaſium bewerkſtelligt und ihm den Namen„Kaiſer Wilhelms Gymnaſium“ verſchafft, 1871—74 die junge Anſtalt als ihr erſter Direktor geleitet, um dann Direktor des Gymnaſiums in Wiesbaden zu werden. 1894—1920 hatte er als Mitglied, ſpäter Direktor des Prov.⸗Schulkollegiums zu Kaſſel ſein Montabaurer Gymnaſium beaufſichtigt und war ihm ſtets ein warmer Freund und Förderer geblieben. Sein Andenken bleibt unauflöslich mit der Anſtalt verknüpft. An ſeiner Beerdigung nahmen Studienrat Dr. Walters für den erkrankten Direktor, ferner drei Schüler der Oberklaſſen mit der Fahne des Gymnaſiums teil.
Im Herbſt fand keine Reifeprüfung ſtatt. Die mündliche Oſter-Reifeprüfung war am 19. März unter dem Vorſitz des Herrn Geheimrats Dr. Gerſtenberg vom Prov.⸗Schulkollegium in Kaſſel. Von den 15 Prüflingen wurden 13 für reif erklärt.
Die franzöſiſche Beſatzung räumte Montabaur von Januar 1926 an allmählich bis auf geringe Reſte, ſo daß man nach jahrelangem ſchwerſtem Druck langſam wieder aufzuatmen wagte.
In den Oſterferien, am 29. März 1926, ſtarb in Fulda Herr Geheimrat Dr. Joſef Wahle, der von 1870 bis 1896 Oberlehrer, dann bis 1903 Direktor des hieſigen Gymnaſiums ge⸗ weſen war und die Anſtalt weiter gefördert hatte. 1903— 1916 hatte er das Gymnaſium in Fulda geleitet.
Mit Schluß des Schuljahres ſchloß auch das hieſige Lehrerſeminar für immer ſeine Pforten. Das Gymnaſium iſt nunmehr die einzige höhere Knabenſchule in Montabaur. Die allgemeine wirtſchaftliche Notlage ließ auch für den Beſtand des Gymnaſiums wiederholt ernſte Befürchtungen auftauchen, da die kleine Stadt eine ſolche Schule natürlich nicht allein aus eigenen Mitteln unterhalten kann. Doch läßt die wieder ſteigende Schülerzahl und das ſtarke Inter⸗ eſſe aller Bevölkerungskreiſe an der Anſtalt, nicht zuletzt auch die Bemühungen ehemaliger


